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21.05.2007:

Der Acht-Punkte-Plan zur Sensation

Um 17.18 Uhr war alles vorbei. Armin Veh schaute mürrisch und nahm in Vorbereitung auf das, was da gleich kommen sollte, noch einen kräftigen Schluck aus der Pulle.

Die Fragen würden unangenehm werden, Rückendeckung aus Kreisen des Aufsichtsrats konnte sich Veh getrost abschminken.
Es war der erste Spieltag der Saison und eine völlig neuformierte Stuttgarter Mannschaft hatte soeben relativ widerstandslos ihr Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg verloren.
Vehs Chancen auf den streitbaren Titel "erste Trainerentlassung der Saison" waren so schlecht nicht.
40 Wochen später, es war wieder 17.18 Uhr, musste sich der Trainer innerlich nicht auf bohrende Fragen einstellen und die Fraktion im Hinterhalt war jeder Argumente beraubt.
Beckenbauer revidiert sich
Was soll man auch noch kritisch anmerken bei einer Mannschaft, die aus dem absoluten Nichts bis ganz nach vorne geprescht ist und so für die größte Sensation seit dem Titelgewinn von Aufsteiger 1.FC Kaiserslautern aus dem Jahr 1998 gesorgt hat.
Der Erfolg der Schwaben hat einige Gründe, ganz sicherlich aber lag es nicht an der Schwäche der Kontrahenten, die der VfB ausgenutzt hat.
Auch Lichtgestalt Franz Beckenbauer hat dies nun erkannt und seine wohl etwas unbedachte Aussage, der VfB habe sich nach oben gemogelt und überhaupt wäre es noch nie so leicht gewesen, Meister zu werden, in der Zwischenzeit revidiert. "Stuttgart ist der verdiente Meister in dieser Saison!"
Sport1.de nennt die Zutaten, die den VfB Stuttgart zum Meister 2007 machten.
  • Die Unbekümmertheit
Stuttgart hat die jüngste Mannschaft der gesamten Liga. Nicht wenige Experten sahen darin einen entscheidenden Nachteil im Titelrennen. Das Gegenteil war der Fall.
Bis auf die Partie in Mönchengladbach konnte der VfB in der Endphase der Saison in jedem Spiel überzeugen und überzeugte auch in kniffligen Phasen mit einer gesunden Mischung aus beherzter Leidenschaft und nüchternem Kalkül.
  • Die mannschaftliche Geschlossenheit
Bei der doch sehr ausgiebigen "Fahrt" vom Stadion zum Rathaus fand sich für Kapitän Fernando Meira genügend Zeit, seinem Präsidenten und Beifahrer Erwin Staudt in Sachen Neuverpflichtungen ins Gewissen zu reden.
"Chef, holen Sie keinen, der nur viel Geld für seinen großen Namen kostet. Wir haben tolle Jungs in unserer Mannschaft. Das Gefüge soll dadurch nicht zerstört werden."
In der Tat zeigte sich der gesamte Tross, vom Zeugwart bis zum Kapitän, immer als geschlossene und verschworene Einheit. Bei der Konkurrenz aus Gelsenkirchen und Bremen suchte man nach derart harmonischen Gefügen vergebens.
Beleg dafür: Die Meisterprämie wird zu gleichen Teilen unter Mannschaft und Betreuerstab aufgeteilt. Keine Extrawürste, keine Sonderprämien.
  • Die Politik der kleinen Schritte
Zu Beginn der Spielzeit hieß das Saisonziel sehr schwammig "schönen, attraktiven Fußball spielen". Im Februar war die 40-Punkte-Grenze erreicht, danach schielte man auf den Uefa-Cup. Die CL-Quali war ein nächstes Ziel, danach Platz zwei. Druck war die ganze Zeit offenbar wirklich ein Fremdwort. Und dann am vorletzten Spieltag quasi die Punktlandung auf Platz eins...
  • Die tolle Moral
Gegen Nürnberg gab es jeweils zu Beginn von Hin- und Rückrunde deftige Schlappen, wirklich eingebrochen ist der VfB aber nie. Eine echte Krise war nicht auszumachen. In Bochum und zuletzt auch gegen Cottbus schüttelte sich Stuttgart nach Rückständen kurz, um dann nur noch entschlossener zurückzuschlagen und den unbedingten Willen zum Sieg zu offenbaren.
  • Die spielerische Flexibilität
Stuttgart zeigte sich ausgesprochen wandlungsfähig. Die Veh-Truppe konnte einen Gegner feurig überfallen, wie etwa bei den Siegen gegen Bremen (4:1) oder Hamburg (4:2), aber auch kühl und abgezockt einen knappen Vorsprung über die Zeit bringen. Der Trainer bevorzugte zwei Systeme, das 4-4-2 mit Mittelfeldraute oder die Kontervariante 4-3-3 mit nur einer echten Spitze.
  • Die gelungene Transferpolitik
Zwei relativ unbekannte Mexikaner zu verpflichten, einen davon für die Schlüsselposition im defensiven Mittelfeld, war ein Wagnis. Dass Pavel Pardo die einzige Stuttgarter Konstante der letzten Jahre, Zvonimir Soldo, so schnell vergessen lassen würde, erwies sich als Glücksfall für die Schwaben.
Störenfriede und unzufriedene Spieler wie Danijel Ljuboja oder Jon Dahl Tomasson sortierte die sportliche Führung zielsicher aus und setzte stattdessen in bewährter Tradition auf hungrige Spieler aus der Zweiten Liga (Roberto Hilbert) oder der eigenen Jugend (Mario Gomez, Sami Khedira, Serdar Tasci, Andreas Beck).
  • Die rigorose Gewaltenteilung
Präsident Erwin Staudt hat vor zwei Jahren einen entscheidenden Fehler gemacht und sich in die sportlichen Belange eingemischt. Das Ergebnis war die Verpflichtung von "Startrainer" Giovanni Trapattoni und Platz neun.
Staudt hat daraus gelernt und überlässt seit Beginn dieser Saison das Feld voll und ganz Trainer Veh und Sportdirektor Horst Heldt.
"Es war sehr wichtig, dass sich unser Präsidium aus sportlichen Dingen komplett raushält und uns das alleine machen lässt", lobt Veh die klare Hierarchie beim VfB. Das Umfeld behielt zu jeder Zeit die nötige Ruhe und schirmte die Mannschaft so perfekt ab.
  • Die Knackpunkt-Spiele
Für den VfB gab es drei Spiele in dieser Saison, die von entscheidender Bedeutung waren. Das 3:2 in Bielefeld am 2. Spieltag verschaffte Veh nach dem Auftakt-Debakel gegen den Club etwas Luft.
Am 5. Spieltag siegte Stuttgart nach einem 0:2-Rückstand noch bei Titelanwärter Werder Bremen und zeigte da schon, dass das Team mit jeder Mannschaft der Liga mithalten kann. Für den Endspurt in der Meisterschaft mit acht Siegen am Stück war der Erfolg im Pokal-Halbfinale in Wolfsburg die Initialzündung.
 
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