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18.05.2010:

Ein Wahrzeichen wird abgerissen

Stuttgart - Sie war das Wahrzeichen der Mercedes-Benz-Arena - von nun an ist sie Geschichte. Am Montag rollten die Bagger an und fegten die Cannstatter Kurve in die Annalen der weiß-roten Fußballgeschichte. In der Cannstatter Kurve standen jahrelang die treuesten Fans des VfB Stuttgart. Im Zuge des Umbaus des Stadions zu einer reinen Fußballarena wird die Tribüne bis zum Sommer 2011 neu gebaut und dann näher am Spielfeld stehen als bisher. Die neue Cannstatter Kurve soll rund 10.000 Stehplätze umfassen und eine Fankneipe enthalten. Die VfB-Anhänger müssen bis zur Fertigstellung in die Untertürkheimer Kurve auf der Gegenseite umziehen. Insgesamt wird die Arena nach dem Umbau 60.000 Zuschauern Platz bieten.
 

 

         

schweres Gerät im Einsatz

 

Aua ...

 

jetzt gehts an die Wäsche

 

die Burschen kann man erstehen

 


17.05.2010:

Hleb tritt gegen Gross nach

Der weißrussische Nationalspieler Alexander Hleb hat nach seinem zweiten Abschied beim VfB Stuttgart kein gutes Haar an Trainer Christian Gross gelassen. "Er wollte aus mir einen anderen Spieler machen. Das, was mich groß gemacht hat in den letzten zehn Jahren, wollte er an mir ändern", sagte Hleb in einem Bild-Interview. Zwischen Gross und ihm habe es von Anfang an nicht gepasst, klagte der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler über die Zusammenarbeit mit dem Schweizer. "Vom ersten Tag an hat er mich kritisiert. Wenn ich gedribbelt habe, hat er mich kritisiert. Wenn ich nicht gleich wieder den Ball gespielt habe, hat er mich kritisiert. Ich hatte das Gefühl, alles, was ich mache, ist falsch", sagte Hleb. Hleb war vor der vergangenen Saison für eine Leihsumme von angeblich zwei Millionen Euro auf Leihbasis vom FC Barcelona nach Stuttgart zurückgekehrt. Bei den Schwaben hatte er zuvor zwischen 2000 und 2005 137 Bundesligaspiele absolviert (13 Tore). Bei seinem zweiten Engagement lief es nicht wunschgemäß: Hleb kam zwar auf 27 Einsätze, er wurde dabei allerdings 19-mal ein- oder ausgewechselt - auch schon von Gross' Vorgänger Markus Babbel. Vor allem in der Zeit unter Gross, der im Dezember 2009 nach Stuttgart kam und den VfB noch aus der Abstiegszone in die Europa League führte, will Hleb gelitten haben. "Ich habe irgendwann mal, als er mich zum wiederholten Mal ausgewechselt hat, Angst gehabt, Fehler zu machen. Dabei habe ich alles versucht, das zu machen, was er wollte. Aber wenn du gut spielst und trotzdem ausgewechselt wirst, verlierst du das Selbstvertrauen. So war es bei mir." Hleb will sich nun erneut beim FC Barcelona durchsetzen, wo sein Vertrag noch über zwei Jahre läuft. Sein zweiter Aufenthalt in der Bundesliga hat ihm nicht nur wegen Gross missfallen. "Ich habe auch etwas unterschätzt, wie hier gespielt wird. Ich dachte, hier kann man mehr mit spielerischen Mitteln lösen - aber es geht hier viel mehr über den Kampf", sagte er.


10.05.2010:

Stuttgart belohnt sich selbst

Der VfB Stuttgart hat seine famose Aufholjagd in der Rückrunde der Bundesliga mit dem Einzug in die Europa League gekrönt. Das beste Team der zweiten Saisonhälfte, das nach der Hinrunde nur den 15. Platz belegt hatte, kam am letzten Spieltag zu einem 1:1 (1:1) im baden-württembergischen Derby bei 1899 Hoffenheim und sicherte sich den Platz im internationalen Wettbewerb. Nationalstürmer Cacau traf für den VfB (19.), Boris Vukcevic erzielte sein erstes Bundesligator (44.) im letzten Spiel von Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann.

Cacau erzielt 13. Saisontor

Die Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena sahen in der Anfangsphase eine engagierte Vorstellung beider Teams. Allerdings konnten sich zunächst weder Hoffenheim noch der VfB gute Tormöglichkeiten erarbeiten. Lehmann war zu Beginn nicht gefordert. Vor der Partie hatte sich der derzeit verletzte Ex-Nationaltorwart Timo Hildebrand, der Hoffenheim in bisher unbekannte Richtung verlässt, von den Fans verabschiedet. Der Stuttgarter Alexander Hleb, der den VfB ebenfalls verlassen wird, saß zunächst auf der Ersatzbank. Obwohl die Gastgeber, die neben Hildebrand (Muskelfaserriss) auf die verletzten Andreas Ibertsberger, Matthias Jaissle, Per Nilsson, Demba Ba und Tobias Weis verzichten mussten, das Spiel nach rund einer Viertelstunde weitgehend kontrollierten, gingen die Schwaben durch das 13. Saisontor Cacaus in Führung.

Premiere für Vukcevic

Nach dem Rückstand wirkte die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick etwas verunsichert. Die Gäste, bei denen Stefano Celozzi (Knieprellung), Timo Gebhart (gesperrt) und Sebastian Rudy (Schambeinentzündung) fehlten, ließen in dieser Phase in der Defensive nichts anbrennen. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurde Hoffenheim wieder stärker und drängte auf den Ausgleich. Der 20 Jahre alte Vukcevic erzielte per Kopf nach einer Ecke den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich, Sejad Salihovic traf in der Nachspielzeit den Pfosten.

Eduardo im Pech

Kurz nach dem Seitenwechsel vergab der Rumäne Ciprian Marica die große Chance zur erneuten Stuttgarter Führung (51.). Wenige Minuten später forderten die Hoffenheimer nach einem Zweikampf zwischen VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci und 1899-Stürmer Chinedu Obasi einen Strafstoß (57.), den Schiedsrichter Jochen Drees (Münster) aber nicht verhängte. Zwei Minuten danach traf der Brasilianer Carlos Eduardo nur die Latte des Stuttgarter Tores. Im Anschluss an diese Szene drängten die Gastgeber auf den Sieg gegen Rangnicks Ex-Club, der VfB blieb seinerseits bei Kontern gefährlich. 

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Hinrunde

 

Rückrunde


03.05.2010:

VfB löst das Euro-Ticket noch nicht

Der VfB Stuttgart hat den vorzeitigen Sprung zurück auf die europäische Fußball-Bühne verpasst und muss bis zum letzten Spieltag um das Ticket fürs internationale Geschäft zittern. Die Mannschaft von Trainer Christian Gross kam gegen den 1. FSV Mainz 05 nach zuletzt sechs Siegen in Folge nicht über ein 2:2 (0:0) hinaus und muss nun wieder um das Erreichen des Saisonziels bangen.

"Doppelpack" von Marica

Malik Fathi (52.) und Andre Schürrle (63.) hatten den Aufsteiger mit ihren Toren vom ersten Bundesliga-Sieg gegen Stuttgart im achten Vergleich träumen lassen. Doch Ciprian Marica (73., 75.) mit seinen Saisontoren Nummer neun und zehn sicherte dem VfB wenigstens noch einen Punkt. Für die Stuttgart-Fans in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena gab es schon zu Spielbeginn guten Grund zum Jubel: Nach 20 Sekunden verkündete der VfB den Verbleib von Nationalspieler Cacau. Der Stürmer, dessen Abschied vor Wochen schon perfekt schien, verlängerte seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag zur Freude des Publikums bis 2013.

Mainz optisch überlegen

Cacau und Kollegen begannen entsprechend beschwingt - und Marica hätte den VfB auch früh in Führung bringen müssen. Doch der Angriffspartner Cacaus verstolperte nach Hereingabe von Roberto Hilbert freistehend aus fünf Metern. Christian Wetklo, der den kurzfristig ausgefallenen Heinz Müller (Bluterguss im Knie) im Mainzer Tor ersetzte, musste gar nicht erst eingreifen. Nach guter Anfangsphase überließ Stuttgart den Gästen immer mehr und wachte auch nach dem Rückstand nicht auf, stattdessen blieb Mainz am Drücker. Mit unnötigen Ballverlusten, Unkonzentriertheiten im Spielaufbau und Schlampereien bei den wenigen Vorstößen machte es der VfB den Rheinhessen aber auch leicht.

Gegentore als Weckruf

Die Schwaben bekamen die Quittung für ihr fehleranfälliges Spiel nach einer guten Stunde. Schürrle ging auf der rechten Seite auf und davon, scheiterte zunächst aber an Lehmann. Im Nachfassen war er dann schneller als Christian Träsch und stocherte den Ball zu seinem fünften Saisontreffer ins Tor. Erst jetzt gab der VfB wieder Gas, zum Anschlusstreffer war aber ein Fehler des Mainzers Niko Bungert vonnöten, der den Ball Keeper Wetklo durch die Beine spielte. Marica war zur Stelle und schob ein. Nach Flanke von Cacau traf der Rumäne dann keine zwei Minuten später zum zehnten Mal in dieser Saison.

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30.04.2010:

VfB-Aufschwung auch virtuell angekommen

Der VfB Stuttgart hat den Durchmarsch fast geschafft: aus der Abstiegszone bis in die Europa League. Mit viel Schützenhilfe ist sogar noch der dritte Platz drin für den VfB, der nach Abschluss der Hinrunde noch 15. war punktgleich mit dem VfL Bochum auf dem Relegationsplatz. Das Hoch auf dem Bundesliga-Rasen macht sich auch im Offiziellen Bundesliga-Manager(OBM) bemerkbar. Denn auch die virtuellen Stuttgarter blieben in der Hinrunde einiges schuldig. Selbst Torhüter Jens Lehmann war kein großer Rückhalt in den OBM-Partien. Am 15. Spieltag musste sich Lehmann mit dem 17. Platz im Torhüter-Ranking und einer mäßigen Zu-Null-Quote von 14 Prozent begnügen.

Lehmann hält besser

Aktuell hat sich der Ex-Nationaltorwart am 32. Spieltag auf eine Zu-Null-Quote von 23 Prozent gesteigert, bleibt also in fast jedem vierten OBM-Spiel ohne Gegentor. Weil sich auch viele andere Keeper verbessert haben, konnte sich Lehmann im Ranking des 32. Spieltags aber nur auf Platz 15 hocharbeiten. Auch die international erfahrene Abwehr der Stuttgarter schwächelte virtuell bis zur Winterpause. Nationalspieler Serdar Tasci kam als bester VfB-Verteidiger auf den 27. Platz in der Auswertung des 15. Spieltags. Matthieu Delpierre sogar nur auf Platz 36.

Tasci und Delpierre holen auf

Heute sehen die Zweikampfwerte erheblich besser aus. Tasci landete am vergangenen Spieltag am Ende der Top 20, Delpierre wurde 24. Winter-Neuzugang Cristian Molinaro verbessert sich von Spieltag zu Spieltag. Im Mittelfeld war Aliaksandr Hleb der große Hoffnungsträger bei Saisonstart. Dementsprechend hoch wurde der Ex-Arsenal- und Barcelona-Star im OBM gehandelt. An Spieltag 15 konnte sich Hleb auch noch als Fünftbester behaupten. Unterm Strich blieb der Weißrusse bis heute unter seiner Form. Am 32. OBM-Spieltag reichte es nur noch zu Rang 22. Sami Khedira war als Elfter der beste Stuttgarter.

Cacau trifft jedes zweite OBM-Spiel

16 Tore schaffte der VfB in 17 Bundesliga-Spielen der Hinrunde. Kein Ruhmesblatt für die Angreifer, die bis zur Winterpause auch selten unter den Top 10 zu finden waren. Aktuell stimmt besonders die Form von Cacau � real und virtuell. Am 32. OBM-Spieltag war Cacau der neuntbeste Stürmer und traf in etwa jedem zweiten Spiel. Mit steigender Form wurden die VfB-Stars auch immer gefragter bei den OBM-Trainern. Gehörte Torhüter Alexander Stolz nach dem 1. Spieltag bei 14.115 Teams zum Kader, so waren es bis zum vergangenen Spieltag schon 19.012 Teams. Auch bei den teureren Spieler wie Tasci (von 13.427 auf 14.528), Cacau (9027 auf 10.478) oder Khedira (8358  auf 11040) stieg die Nachfrage deutlich.

Aufschwung ist da

Keine Frage: Der Aufschwung des VfB Stuttgart ist auch im OBM angekommen. Die formstarken VfB-Profis könnten in so manchen der Tausenden OBM-Teams und �Ligen den Ausschlag für ein erfolgreiches Saisonfinale geben.


26.04.2010:

Souveräne Schwaben bauen Serie aus

Der VfB Stuttgart nimmt nun sogar die europäische "Königsklasse" ins Visier und hat dem VfL Bochum im Kampf um den Klassenerhalt den nächsten Nackenschlag verpasst. Die beste Mannschaft der Rückrunde feierte zum Auftakt des 32. Spieltags am Freitagabend dank eines erneut starken Torjägers Cacau einen 2:0 (2:0)-Sieg bei den Westfalen und festigte mit dem sechsten Sieg in Folge den 6. Rang, der zumindest zur Teilnahme an der Europa League in der kommenden Saison berechtigt.

Negativserie des VfL geht weiter

Den Rückstand zu Werder Bremen auf Platz 3 verkürzten die Schwaben vor den restlichen Spielen auf einen Zähler. Den Rückstand zu Werder Bremen auf Platz 3 verkürzten die Schwaben vor den restlichen Spielen auf einen Zähler. Der VfL ist nunmehr seit zehn Spielen ohne Sieg, sammelte in dieser Zeit lediglich drei Zähler und taumelt dem sechsten Abstieg der Clubgeschichte entgegen.

Herrlichs Taktik greift nicht

Am Ende des Spieltages könnte sich die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich sogar auf dem 17. Tabellenplatz wiederfinden. Am kommenden Samstag muss Bochum beim FC Bayern München und zum Saisonfinale gegen Hannover 96 antreten. Bei den Hausherren galt zunächst die Devise "Sicherheit zuerst". Herrlich ließ in Milos Maric, Anthar Yahia und Christian Fuchs gleich drei Akteure im defensiven Mittelfeld spielen, Stanislav Sestak agierte als einzige Spitze.

Cacau staubt ab

VfB-Coach Christian Gross ließ Zdravko Kuzmanovic zunächst auf der Bank, dafür spielte Christian Träsch neben Sami Khedira vor der Abwehr und Ricardo Osorio rückte rechts in die Viererkette. Das Konzept von Herrlich war aber schon nach 14 Minuten Makulatur. Nach einer Flanke von Timo Gebhart traf Cacau per Abstauber zum 0:1. Vier Minuten später bediente der Nationalspieler bei einem Konter traumhaft Marica, der sich aus 14 Metern die Ecke aussuchen konnte und seinen achten Saisontreffer markierte.

Bochum zu harmlos

Die VfL-Profis waren zunächst verunsichert und zu planlos, um gegen die kompakt stehenden Gäste aussichtsreiche Angriffe zu starten. Die wenigen Offensivaktionen des VfL endeten zumeist an der gegnerischen Strafraumgrenze. Stuttgart beschränkte sich auf gelegentliche Konter und verwaltete die Führung bis zur Pause mit Geschick und Routine.

VfB souverän

Mit unveränderter Formation starteten die Gastgeber in die zweite Hälfte, und am Bild änderte sich auch nicht viel. Das Bemühen war Herrlichs Spielern nicht abzusprechen, aber die Qualität reichte nicht annähernd. Die Schwaben standen weiter kompakt und hätten bei konsequenter Verwertung der sich bietenden Kontersituationen frühzeitig weitere Erfolgserlebnisse feiern können.

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22.04.2010:

Bundesliga-Rekord für Gross

So etwas gab es in 47 Jahren Bundesliga noch nicht! Trainer Christian Gross (55) brauchte nur 16 Spieltage, um den VfB von Rang 16 auf Platz sechs zu führen. Der Schweizer holte zwölf Siege, zwei Unentschieden, verlor bislang nur zwei Liga-Spiele gegen Hamburg und Schalke. Das sind im Schnitt 2,38 Punkte pro Spiel. Das schaffte vor ihm noch kein anderer Trainer. Bundesliga-Rekord für Gross!

Am 24. März berichtete BILD, dass Gross bereits der erfolgreichste VfB-Trainer aller Zeiten ist. Damals sagte er bescheiden: „Oh Gott, ich bin doch gerade erst hier angekommen. Wichtig ist, dass wir die Saison konstant und gut zu Ende bringen.“  Seit dieser Aussage folgten Siege gegen Bayern, Gladbach, Berlin und Leverkusen.

Manager Horst Heldt (40) lobt den Punktesammler: „Christian Gross hat mit der Mannschaft seit Dezember 2009 mehr erreicht als alle zu träumen wagten. Ich hoffe, dass das noch lange so anhält.“ Mit Gross‘ großartiger Bilanz können selbst Top-Trainer wie Ottmar Hitzfeld (1,98 Punkte im Schnitt), Louis van Gaal (2,03) oder Felix Magath (1,72) nicht mithalten. Ebenfalls beeindruckend: Gross gewann mit dem VfB 75 Prozent der Bundesliga-Spiele. Mit großem Abstand folgt in dieser Aufstellung Mike Büskens, der mit Schalke 60 Prozent der Partien gewann. Zum Vergleich: Jupp Heynckes gewann in seiner Trainerkarriere 46,16 Prozent aller Spiele – allerdings war er schon bei 537 Spielen als Trainer verantwortlich. Gross will jetzt erst einmal auch die letzten drei Spiele in dieser Saison gewinnen. Dann könnte die größte Aufholjagd aller Zeiten sogar in der Champions League enden.

 

Die erfolgreichsten Trainer der Bundesliga

1. Christian Gross – 2,38
2. Louis van Gaal – 2,03
3. Ottmar Hitzfeld – 1,98
4. Mike Büskens – 1,93
5. Jürgen Klinsmann – 1,86
6. Giovanni Trapattoni – 1,82
7. Martin Jol – 1,79
8. Matthias Sammer – 1,76
9. Thomas Schaaf – 1,74
Christoph Daum – 1,74
11. Felix Magath – 1,72
12. Joachim Löw – 1,66
Markus Babbel – 1,66

Punkteschnitt errechnet nach Drei-Punkte-Regel seit 1995 


21.04.2010:   Zwei Spieler, eine Frage: hat der VfB Stuttgart die finanziellen Möglichkeiten, um Cristian Molinaro und Cacau zu halten?

Schulden machen verboten

Die Zeit läuft. Bis Ende dieses Monats muss der VfB Stuttgart entscheiden, ob er bereit ist, die für Cristian Molinaro (26) festgelegte Ablöse von vier Millionen Euro an Juventus Turin zu überweisen. Am 30. April erlischt das Vorkaufsrecht, das der Club für den Verteidiger erworben hat. Der VfB ist von Molinaro sportlich überzeugt. Deshalb soll die Option auch in Anspruch genommen werden. Doch dazu muss der Verein die letzten Cent zusammenkratzen - und selbst dann ist nicht sicher, dass es reicht. Das scheint verwunderlich, auf den ersten Blick. Die Rechnung, die momentan im VfB-Umfeld kursiert, ist einfach. Man nehme 35 Millionen Euro, die vor knapp einem Jahr der Verkauf von Mario Gomez an den FC Bayern gebracht hat. Hinzu kommen noch rund 20 Millionen Euro aus der Champions League. Das ergibt 55 Millionen. Noch nicht mal berücksichtigt ist dabei, dass in der Winterpause fünf Spieler (Thomas Hitzlsperger, Yildiray Bastürk, Ludovic Magnin, Jan Simak und Elson) abgegeben und von der Gehaltsliste gestrichen werden konnten. Fertig ist das Ergebnis. Es heißt: der VfB schwimmt im Geld und müsste doch locker in der Lage sein, Molinaro zu verpflichten und auch den Vertrag von Cacau zu deutlich höheren Bezügen zu verlängern. Aber auf den zweiten Blick ist das eine Milchmädchenrechnung.
Denn die Millionen aus der Champions League wurden längst reinvestiert. Fast die Hälfte verschlang alleine das Leihgeschäft mit Alexander Hleb: sieben Millionen Euro Gehalt plus Gebühr an Barcelona. Die anderen 50 Prozent aus der Königsklasse benötigte der VfB für Spielerprämien und für die Transfers von Zdravko Kuzmanovic (acht Millionen) und Stefano Celozzi (zwei Millionen), wobei damit die Gage dieser beiden Spieler noch nicht mal gedeckt ist.

Ohne Champions League fehlt viel Geld

Weiter blieben von den 35 Gomez-Millionen nach Abzug aller Steuern höchstens 20 Millionen übrig. Dafür verpflichtete der VfB zuerst Pawel Pogrebnjak (fünf Millionen) und danach auch Georg Niedermeier (2,5 Millionen) sowie den zwar ablösefreien Christian Gentner, der aber ein stattliches Handgeld kassieren wird. Außerdem flossen einige Millionen in die Verbesserung der Infrastruktur auf dem Clubgelände, wo nicht nur die Trainingsplätze auf Vordermann gebracht wurden. Der VfB renovierte auch den kompletten Kabinentrakt, was ebenfalls über den Sportetat gestemmt werden musste.

 


 

19.04.2010:

VfB-Erfolge bringen Cacau ins Grübeln

Wieder zwei Treffer, herausragend gespielt und Matchwinner gegen Leverkusen: Die Erfolgsserie des VfB Stuttgart wäre ohne Cacau kaum denkbar. Kein Wunder, dass die Schwaben ihren Stürmer halten wollen. Und der scheint allmählich auch ins Grübeln zu geraten. Eigentlich wollte er zum Thema mögliche Spielertransfers bis Saisonende nun wirklich nichts mehr sagen. Aber jetzt hatte Horst Heldt keine andere Wahl, denn alle wollten nur das eine wissen: Bleibt Cacau, wieder zweifacher Torschütze beim hart erkämpften 2:1-Erfolg gegen starke Leverkusener, oder verlässt er die Schwaben wie angekündigt nach dieser Spielzeit?

"Eigentlich sind die Gespräche beendet..."

Der VfB-Vorstand Sport stockte erst in seinen Ausführungen, schaute in die Ferne, um dann doch noch zu verkünden: "Noch hat Cacau nicht offiziell gesagt, bei welchem Verein er im kommenden Jahr spielen möchte." Eigentlich seien "die Gespräche beendet" - aber wer weiß, so die naheliegende Schlussfolgerung. Quasi zeitgleich stand Cacau in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena und suchte ebenfalls nach Worten. Er wolle zu seinem möglichen Wechsel nichts mehr sagen, aber entschlossen in seinen Absichten wirkte auch der Nationalangreifer nicht. Klar ist: Der 29-Jährige, der mittlerweile elf Saisontreffer auf seinem Konto hat, agiert derzeit in der Form seines Lebens und fühlt sich in Stuttgart offensichtlich pudelwohl. "Ich habe einfach Spaß am Fußball spielen und das macht mich so stark", bestätigt der fünffache Nationalspieler gegenüber bundesliga.de.

Die Fans halten die Treue

Der VfB hat das Rennen um Cacau offenbar noch nicht verloren. Vielleicht genügen einige Euro mehr, um ihn vom Bleiben zu überzeugen. Das weiß auch Heldt, er kennt die Mechanismen des Geschäfts. So wie sich Cacau nach seinen beiden Treffern gegen Leverkusen von den eigenen Fans hat feiern lassen und vor allem, mit welcher Begeisterung eben diese immer noch hinter ihrem Spieler stehen, ist beeindruckend. Keine Spur von Aversionen, kein einziger Pfiff für den scheinbar treulosen Cacau. VfB-Trainer Christian Gross, der aus einem kriselnden Verein eine absolute Spitzenmannschaft geformt hat, würde sich in jedem Fall über einen Verbleib seines momentan besten Stürmers freuen. Der Schweizer weiß, dass gerade ein Cacau in engen Spielen den Unterschied ausmachen kann.

Leverkusen spielt stark zu Zehnt

Letztlich muss man sagen, dass die Schwaben gegen Leverkusen einen glücklichen Sieg gefeiert haben. Obwohl die Bayer-Truppe nach einer Gelb-Roten Karte für Tranquillo Barnetta 73 Minuten zu Zehnt spielen musste, blieben sie angeführt von den bärenstarken Toni Kroos und Stefan Kießling immer brandgefährlich. "Die Leverkusener waren der erwartet starke Gegner", wusste auch der VfB-Italiener Cristian Molinaro nach dem knappen Sieg. Die Marschroute für den VfB in den letzten drei Spielen heißt jetzt: Siegen, siegen, siegen. "Wir hatten bisher die Situation, das Feld von hinten aufzurollen. Jetzt wird es aber schwieriger", versuchte Trainer Gross bei der Pressekonferenz die Euphorie zu bremsen. Das aber dürfte schwierig werden, denn das Feuer im Schwabenland ist längst wieder entfacht. Auch dank "Brandstifter" Cacau.

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14.04.2010:

Rückkehr ins Mannschaftstraining

Der VfB schaffte in der Bundesliga zuletzt vier Siege in Folge, und am Samstag gastiert Bayer 04 Leverkusen in der Mercedes-Benz Arena. Nach dem 0:4 im Hinspiel hat die beste Rückrundenmannschaft einiges gutzumachen gegen die Werkself, die zurzeit auf dem dritten Tabellenplatz rangiert.

Muskelfaserriss auskuriert

VfB-Cheftrainer Christian Gross kann dabei voraussichtlich auch wieder auf die Mittelfeldspieler Sami Khedira und Aliaksandr Hleb zurückgreifen, die beide am Dienstagnachmittag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind. Sami Khedira kehrte somit bereits dreieinhalb Wochen, nachdem er sich beim 2:1-Sieg gegen den FC Bayern einen Innen- und Kreuzbandanriss zugezogen hatte, wieder zurück. Alex Hleb hat seinen Muskelfaserriss im Oberschenkel auskuriert.

Am Samstag gastiert Bayer 04 Leverkusen in der Mercedes-Benz-Arena. Der VfB Stuttgart, die beste Rückrundenmannschaft, konnte in den letzten vier Spielen vier Siege verbuchen. Damit am Wochenende weitere drei Punkte hinzukommen, hat Trainer Christian Gross seine Spieler am Dienstag zum Training bestellt. Erstmals wieder dabei: Die von ihrer Verletzung genesenen Mittelfeldspieler Sami Khedira und Alexander Hleb. Voraussichtlich wird Gross beide gegen Leverkusen wieder einsetzen können.
 

Starke Worte von Khedira

Sami Khedira trainiert seit Montag wieder mit dem Team – gerade einmal 16 Tage, nachdem er beim Sieg in München einen Kreuz- und Innenbandanriss im linken Knie erlitten hat. Damals zitterte Khedira sogar kurz um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südafrika: „Ich habe keine Stabilität im Knie verspürt. Der Arzt hat gesagt, das Kreuzband gefällt ihm nicht. Da macht man sich schon seine Gedanken, gerade im Hinblick auf die WM.“ Jetzt doch die Blitzheilung. Khedira will schon Samstag im Heimspiel gegen Leverkusen wieder spielen: „Ich bin körperlich auf einem guten Niveau, das Knie ist stabil.“ Khedira geht davon aus, dass er spielt, deshalb seine starken Worte: „Ich habe meinen Stellenwert, mehr brauche ich eigentlich nicht sagen.“


12.04.2010:

Stuttgart bleibt auf Europa-League-Kurs

Hertha BSC hat im Abstiegskampf der Bundesliga den möglicherweise entscheidenden Rückschlag hinnehmen müssen. Ohne die Unterstützung seiner treuesten Fans verlor der Hauptstadt-Club gegen den VfB Stuttgart durch den Gegentreffer des eingewechselten Nationalspielers Cacau (74.) mit 0:1 (0:0). Damit warten die Berliner seit dem 1:0 zum Saisonauftakt gegen Hannover 96 vor acht Monaten auf einen Sieg im Olympiastadion.

Bitterer Rückschlag im Abstiegskampf

Sollte Hertha auch in zwei Wochen gegen Schalke 04 nicht gewinnen, wäre der Negativrekord von Tasmania (1965/66) von 15 Heimspielen in Folge ohne Sieg eingestellt. Durch die erneute Heim-Niederlage ist für das Team von Trainer Friedhelm Funkel, das auswärts zuletzt mit zwei deutlichen Siegen in Wolfsburg und Köln geglänzt hatte, die 2. Bundesliga wieder einen Schritt näher gerückt. Auf den Relegationsplatz haben die Berliner bei noch vier ausstehenden Spielen fünf Punkte Rückstand. Als Strafe für die Ausschreitungen vor vier Wochen gegen den 1. FC Nürnberg (1:2) musste Hertha die Ostkurve sperren und durfte nur 25.000 Tickets an die eigenen Fans verkaufen. Hertha hatte für die Anhänger in der nur wenige Hundert Meter vom Olympiastadion entfernten Waldbühne ein Public Viewing organisiert.

VfB marschiert weiter

Die mit 31 Punkten beste Rückrundenmannschaft aus Stuttgart dagegen ist mit vier Siegen in Folge derzeit die Mannschaft der Stunde und kletterte zumindest vorübergehend auf Platz 6, der höchstwahrscheinlich zur Europa-League-Teilnahme berechtigt. Die Berliner bestimmten die Partie, spielten ihre Angriffe zunächst aber nicht konsequent genug aus. Die bis dahin beste Chance zum 1:0 verhinderte VfB-Torhüter Jens Lehmann mit einer starken Parade gegen Levan Kobiashvili in der 27. Minute. Beim VfB wurde der verletzte Spielmacher Alexander Hleb (Adduktorenprobleme) schmerzlich vermisst. Zu ihrer ersten Torchance kamen die Stuttgarter erst in der 40. Minute, als der für Hleb ins Team gerückte Roberto Hilbert an Hertha-Keeper Jaroslav Drobny scheiterte.

Kringe im Pech

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste etwas den Druck, was allerdings den Berlinern mehr Raum für ihr gefährliches Konterspiel gab. In der 50. Minute scheiterte Theofanis Gekas an Lehmann. Die Stuttgarter waren fast nur nach Standards gefährlich. Pech hatte Herthas Florian Kringe: Der Mittelfeldspieler musste nur drei Minuten nach seiner Einwechslung (66.) wieder verletzt das Feld verlassen.

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08.04.2010:

Lauf- und Passwege

In den letzten drei Spielen ließ Hertha BSC, am Samstag Gegner des VfB, nur einen Gegentreffer zu. Grund genug für Christian Gross seine Mannschaft am Vormittag mehrere Spielvariationen trainieren zu lassen.

"Fahren mit Zuversicht nach Berlin"

Co-Trainer Jens Keller erklärte nach der Trainingseinheit den Sinn dieser Übung: "Hertha steht sehr kompakt und hat in der Rückrunde nur wenige Gegentore zugelassen. Wir bereiten uns taktisch darauf vor, sodass Berlin uns nicht überraschen kann." Zwischendurch stoppte Christian Gross immer wieder die Spielzüge, um in Einzelgesprächen die Lauf- und Passwege nochmals zu verdeutlichen. "Die Truppe ist super drauf. Wir haben jetzt schon zweimal gezeigt, dass wir das Blatt auch nach einem Rückstand noch wenden können. Wir fahren mit Zuversicht nach Berlin, auch wenn es ein schweres Spiel werden wird", so Keller.

Separate Einheiten für Hleb, Khedira, Rudy und Boka

Kuzmanovic und Pogrebnyak absolvierten am heutigen Mittwoch wieder das volle Pensum, nachdem sie gestern Nachmittag noch individuell im Kraftraum trainiert hatten. Aliaksandr Hleb, Sebastian Rudy, Arthur Boka und Sami Khedira machten separate Einheiten.

Im Vertragspoker fehlt ihm das Ass

Stuttgart - Das Training ist beendet, und die Sonne lacht vom Himmel. Also lässt sich Roberto Hilbert vor dem Mittagessen kurz auf der Gartenbank hinter dem VfB-Spielertrakt nieder und knetet die roten Einlagen seiner Fußballstiefel. "Ich bin mit meiner Leistung vom Samstag zufrieden. Denn ich habe dem Trainer gezeigt, dass er sich auf mich verlassen kann", sagt der 25-Jährige über seinen Auftritt beim 2:1-Sieg über Mönchengladbach. Vermutlich ist diese vertrauensbildende Maßnahme nicht das schlechteste gewesen, was dem Fußballprofi Roberto Hilbert aktuell passieren konnte. Denn es war zuletzt selten sonnig im Profidasein des gebürtigen Oberfranken. "Ich hatte in den vergangenen drei Jahren nicht immer eine leichte Zeit", sagt Hilbert, der auch erst dreimal von Beginn an gespielt hat, seit Christian Gross VfB-Cheftrainer ist. In die Startelf gegen Gladbach war Hilbert nur gerückt, nachdem die Stammkraft im linken Mittelfeld, Alexander Hleb, verletzt abgewunken hatte. "Dem Trainer blieb ja fast nichts anderes übrig, als mich zu bringen", sagt Hilbert - und schätzt seine Lage drei Monate vor seinem Vertragsende in Stuttgart damit ziemlich realistisch ein.
 

Hilbert würde gerne in Stuttgartbleiben

Allzu happige Forderungen wird sein Berater Roger Wittmann also kaum stellen, wenn er sich dieser Tage mit dem VfB-Manager Horst Heldt zum wiederholten Male bespricht, um die Chancen für eine gemeinsame Zukunft auszuloten. Zwar liegen Roberto Hilbert auch Anfragen von anderen Bundesligaclubs sowie von Erstligisten aus dem Ausland vor, zwar beteuert der Profi, dass er und seine Familie "sehr weltoffen" seien - dennoch ist bei dem Gespräch auf der Gartenbank zu spüren, dass das Fußballerherz des Roberto Hilbert weiterhin heftig für den Verein für Bewegungsspiele schlägt. "Der VfB ist nicht irgendein Club in Deutschland, sondern eine erste Adresse", sagt Hilbert, der im Sommer 2006 von der SpVgg Greuther Fürth kam. Dann ergänzt er: "Ich habe hier zweimal Champions League gespielt und einmal im Uefa-Cup, ich bin Nationalspieler geworden und deutscher Meister. Meine Frau und die drei Kinder fühlen sich in Stuttgart wohl." Auch für die Gegenseite ist Roberto Hilbert kein Irgendwer, hat sich die Anerkennung erarbeitet. "Wir haben nicht vergessen, was Roberto in der Vergangenheit für den Verein geleistet hat", sagt Horst Heldt. Schließlich ist der 1,82 Meter große Rechtsfuß der einzige VfB-Akteur gewesen, der in der Meistersaison 2006/2007 sämtliche 34 Saisonspiele bestritten hat. Roberto Hilbert erzielte sieben Tore und wirbelte in seinem ersten Bundesligajahr auf dem rechten Flügel derart dynamisch , dass ihn das Fachmagazin "Kicker" zum "bester Spieler Außenbahn offensiv" kürte. Roberto Hilbert wurde Nationalspieler, zählte zu den Lieblingen des Meistertrainers Armin Veh - nur der Himmel schien für den Shootingstar die Grenze zu sein.

Groß will sich nicht einmischen

"Ich bin der Letzte, der nach Ausreden sucht. Ich hatte zwar unter einigen Verletzungen zu leiden - aber ich hatte auch ein Formtief", sagt Hilbert, in dessen Profikarriere es spätestens 2008 erstmals abwärts ging. Sein letztes von bisher acht Länderspielen machte Hilbert im Februar 2008 in Wien beim 3:0 über Österreich. Beim VfB saß der trickreiche Jungstar nun immer häufiger auf der Bank. Und im April folgte letztlich eine Affäre, die Hilbert vielleicht gar die EM-Teilnahme 2008 gekostet hat: Bei einem Testspiel in Rutesheim trat Hilbert nach und beleidigte seinen Gegenspieler, einen Amateurkicker aus der Kreisliga B, obendrein noch ziemlich heftig. Mit dem Verdacht, er habe die Höhenluft nicht vertragen, muss der junge Hilbert, ein Freund opulenter Tätowierungen, seither leben. "Ich lasse mir vieles vorwerfen. Aber wer behauptet, ich sei hochnäsig und arrogant, der kennt mich einfach nicht", sagt Hilbert. Für seinen Aussetzer hat er sich bei dem Amateurspieler, beim Bundestrainer Joachim Löw sowie bei den VfB-Chefs entschuldigt. Was wird ihm die Zukunft bringen? Dass der Trainer Gross unlängst erklärte, er mische sich in die Verhandlungen um Hilberts Zukunft nicht ein, hält der 25-Jährige für "ein bisschen bedenklich" - Rückendeckung sieht anders aus. Dass der Nürnberger Albert Bunjaku, ein Konkurrent auf der Außenbahn, beim VfB gehandelt wird, hat Hilbert ebenso vernommen. Dagegen steht das Wort des Managers Heldt, die Tür sei für ihn keinesfalls zu. Also wird Hilbert abwarten, wann für ihn in Stuttgart mal wieder die Sonne scheint.

 


06.04.2010:

Stuttgart marschiert Richtung Europa

Der VfB Stuttgart hat eine Woche nach dem spektakulären Triumph bei Bayern München mit einer Energieleistung einen weiteren Schritt Richtung Europacup gemacht. Nach 0:1-Rückstand siegten die Schwaben mit 2:1 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbach. Die Führung der Gäste durch Marco Reus (33.) wandelten Ciprian Marica (66.) mit seinem siebten Saisontreffer und Zdravko Kuzmanovic (83.) noch in einen umjubelten Erfolg um.

Stuttgart beginnt stark und lässt stark nach

Die Gastgeber mussten auf Spielmacher Alexander Hleb (Oberschenkelzerrung) sowie die Nationalspieler Sami Khedira (Knieverletzung) und Cacau (Gelbsperre) verzichten. Der Stürmer hatte unter der Woche für Wirbel gesorgt, als er seinen Abschied zum Saisonende nach sieben Jahren in Stuttgart angekündigt hatte. Die Ideen des Leistungsträger-Trios wurden schmerzlich vermisst, die Mannschaft war gegenüber dem 2:1-Coup bei Rekordmeister FC Bayern zunächst nicht wiederzuerkennen. Obwohl die beste Rückrundenmannschaft der Liga zu Beginn das Spiel bestimmte, sprang bis auf eine Chance von Pavel Pogrebnyak nach toller Vorarbeit seines Sturmkollegen Marica (9.) in der ersten Hälfte nicht viel heraus.

Tasci mit Stellungsfehler

Danach verloren die Schwaben den Faden und leisteten sich immer wieder Fehlpässe. Einen von Hleb-Ersatz Robert Hilbert nutzte Thorben Marx zu einer schönen Vorlage auf den frei aufs Tor zulaufenden Marco Reus, der nach 33 Minuten überlegt einschob. Beim sechsten Saisontreffer von Reus sah VfB-Nationalspieler Serdar Tasci, der für Georg Niedermeier zurück ins Team gekommen war, nicht gut aus. Zur Pause gab es Pfiffe der Zuschauer im ausverkauften Stadion, doch nach einer Kabinenpredigt von Trainer Christian Gross kamen die Gastgeber wie verwandelt zurück. Zunächst scheiterte Christian Träsch mit einem Distanzschuss am glänzend reagierenden Gladbach-Keeper Logan Bailly (46.), danach setzte Matthieu Delpierre einen Kopfball freistehend Zentimeter neben den Pfosten (47.).

Siebtes Saisontor von Marica

Schließlich bedurfte es jedoch einer Standardsituation für den Ausgleich. Nach einem Freistoß von Zdravko Kuzmanovic jagte Marica den noch abgefälschten Ball aus kurzer Distanz ins Tor. Danach drückten die immer stärker werdenden Stuttgarter auf den Siegtreffer. Bailly verhinderte gegen Marica mit einer Weltklasseparade zunächst das 2:1 (82.), danach hatte er jedoch gegen einen 18-Meter-Schuss von Kuzmanovic keine Chance. Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer zeigte in seinem 175. und letztem Bundesliga-Spiel eine souveräne Leistung.

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30.03.2010:    Die Entscheidung in München mal aus einer anderen Perspektive ...

         

zum Ersten ... der Ball kommt

 

zum Zweiten ... anvisieren

 

zum Dritten ... Maricas Einschlag

 

zum Vierten ... Endsieg


29.03.2010:

Glücksgefühle im richtigen Moment

Der Spielplan hat es gut gemeint - das galt vor allem für das Aufeinandertreffen mit den Bayern. Einen besseren Zeitpunkt jedenfalls, um die Serie der vielen Pleiten zu beenden, hätte der VfB nicht finden können. Mittendrin lag dieses Spiel zwischen dem 120-minütigen Pokalkampf der Bayern auf Schalke und dem Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Manchester United. "Uns war klar, dass die Bayern in einer schwierigen Situation sind", sagte Gross, und Lehmann weiß aus Erfahrung, "dass man bei solch einer Konstellation als Spieler nicht immer voll konzentriert ist".

Der VfB nutzte die Chance

Schmälern soll dies die Leistung der Stuttgarter jedoch nicht. Denn wahr ist auch, dass man solch eine Chance erst einmal nutzen muss. Und das tat der VfB vor allem nach dem Rückstand durch Ivica Olic (32.) auf beeindruckende Weise. Es spricht für das gewachsene Selbstbewusstsein der Mannschaft und die Arbeit des Trainers, dass sich der VfB nach dem 0:1 nicht in sein einst übliches Schicksal ergeben hat. Diesmal war das Gegenteil der Fall - diesmal legte der VfB erst richtig los, als alles so zu laufen schien wie immer. "Ein bisschen Angst" habe die Elf zu Beginn gehabt, sagte der Mittelfeldspieler Alexander Hleb, in der Pause habe man dann "viel geredet" und sei zu dem Schluss gekommen: "Hey, das sind doch nur die Bayern, das ist nicht Barcelona." Nach dem Trauma von Barcelona war der Sieg Balsam für die VfB-Seele. Für den Stuttgarter Anhang, für den es nichts Schöneres gibt als Erfolge gegen die Bayern; aber auch für einzelne Spieler wie Zdravko Kuzmanovic. Von Lionel Messi war er vorgeführt worden - in München schritt er nach seiner Einwechslung furchtlos voran. Das sei "ein gewaltiger Schritt nach vorne" und - natürlich - "ein besonderer Sieg" gewesen , sagte der serbische Nationalspieler, einer von denen, die besonders ausgiebig jubelten.

Auch Heldt stand die Freude ins Gesicht geschrieben

Der Manager Horst Heldt verbat sich derartige Gefühlsausbrüche und verwies routiniert darauf, "schon einmal im Ligapokal" bei den Bayern gewonnen zu haben. Doch stand auch ihm die Freude ins Gesicht geschrieben. Und so nutzte er den Moment der großen Glücksgefühle für eine letzte Offensive im Ringen um Cacau, dessen Abschied bevorsteht. Ein unterschriftsreifer Dreijahresvertrag liege vor, sagte Heldt, Cacau und der VfB, das sei "eine Erfolgsgeschichte, die noch nicht zu Ende sein muss". Er sei "in der Endphase meiner Überlegungen", erwiderte der Stürmer, der nach seiner fünften Gelben Karte gegen Gladbach gesperrt ist, am Mittwoch werde er sich erklären. Christian Gross sieht der Entscheidung gelassen entgegen - so gelassen, wie er auch den Sieg in München zur Kenntnis nahm. Er ist erst der fünfte VfB-Trainer, der in 47 Bundesligajahren bei den Bayern gewinnen konnte. Besonders war für ihn der Sieg aber aus einem ganz anderen Grund: Er freue sich vor allem darüber, sagte Gross, "dass ich in einem Stadion gewonnen habe, das mir gut bekannte Architekten aus der Schweiz entworfen haben".

Stuttgarter Sternstunde

Der VfB Stuttgart hat erstmals seit 1999 wieder beim FC Bayern gewonnen. Die Mannschaft von Christian Gross bezwang den Rekordmeister am Samstag in der Fußball-Bundesliga mit 2:1 (1:1) und setzte damit eine Ausrufezeichen im Kampf um einen Platz in der Europa League.

Spielverlauf:

Erstmals hatte sich der VfB-Trainer Christian Gross dazu entschlossen, im Sturm Ciprian Marica und Cacau gemeinsam aufzubieten. Pawel Pogrebnjak war zunächst nur Ersatz. Vom Angriff war jedoch erst einmal wenig zu sehen. In einer äußerst zähen Anfangsphase hatten beide Mannschaften große Probleme im Spielaufbau. Der VfB agierte abwartend, den Bayern, bei denen Topstars Arjen Robben und Franck Ribery im ersten Abschnitt nur auf der Bank saßen, fehlte drei Tage nach dem Pokalspiel auf Schalke die Frische und die Inspiration. Trotzdem gingen sie nach einer halben Stunde durch Ivica Olic in Führung. Erst jetzt wurde der VfB etwas mutiger und suchte häufiger den Weg nach vorne. Mit dem etwas glücklichen Ausgleichstreffer durch Christian Träsch wurden die Stuttgarter kurz vor der Pause belohnt. Zu Beginn der zweiten Hälfte kamen bei den Bayern Robben und Ribery – doch es war der VfB, der den besseren Start erwischte. Zunächst scheiterte Timo Gebhart freistehend an Butt (49.). Und nur eine Minute später brachte Marica die Gäste in Führung. Die Bayern rannten in der Folgezeit wütend an, während es der VfB verpasste, bei guten Kontergelegenheiten für die vorzeitige Entscheidung zu sorgen. Mit Glück und Geschick überstanden die Stuttgarter die Schlussoffensive der Hausherren.

Tore:

Die Führung der Bayern entstand über die ansonsten in der ersten Hälfte schwache linke Seite: Danijel Pranjic passte den Ball scharf in die Mitte, wo Ivica Olic den VfB-Innenverteidiger Georg Niedermeier alt aussehen ließ und mit einer Direktabnahme zum 1:0 traf (32.). Den Stuttgarter Ausgleich erzielte Christian Träsch. Aus 20 Metern zog der Mittelfeldspieler ab – abgefälscht von Holger Badstuber und dadurch unhaltbar schlug der Ball hinter Jörg Butt im Bayern-Tor ein (41.). Beim zweiten VfB-Tor kam Cacau im Anschluss an eine Ecke am Strafraumeck an den Ball, seine Flanke köpfte Marica aus kürzester Distanz über die Linie.

Entscheidende Szene:

Träschs Ausgleich kurz vor der Pause, zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt, gab dem VfB das nötige Selbstvertrauen, auch bei den Bayern bestehen zu können.

Beste Spieler:

Christian Träsch. Der Nationalspieler verrichtete im zentralen Mittelfeld ein riesiges Laufpensum und schoss zudem ein Tor. Auch Cristian Molinaro zeigte auf der linken Abwehrseite erneut eine ganz starke Leistung.

Kommentar:

Mit dem Sieg in München hat der VfB die Pleite von Barcelona endgültig vergessen gemacht und den eigenen Fans eine seltene Sternstunde beschert. Mit viel Selbstvertrauen können die Stuttgarter nun in die verbleibenden sechs Spiele gehen, in denen sie den erneuten Einzug in den Europapokal schaffen wollen. Die Aussichten darauf haben sich am Samstag deutlich verbessert.

Das Minutenprotokoll der Demontage des großen FC Bayern München 

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22.03.2010:

Matchwinner Marica lässt VfB träumen

Der VfB Stuttgart hat das Debakel von Barcelona weggesteckt und dank Doppel-Torschütze Ciprian Marica seine zarten Europacup-Träume am Leben erhalten. Drei Tage nach dem blamablen 0:4 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Barca bezwang die Mannschaft von Trainer Christian Gross den Abstiegskandidaten Hannover 96 mit 2:0 (1:0) und rückte zumindest vorübergehend etwas näher an Rang 5 heran. Für 96 war der durchweg enttäuschende Auftritt dagegen nach zuletzt zwei Siegen ein böser Rückschlag im Abstiegskampf.

Marica schnürt "Doppelpack"

Matchwinner in einer guten Stuttgarter Mannschaft war Marica, der die Begegnung mit seinen Saisontreffern Nummer vier und fünf (36./54.) entschied. Gross erwies sich damit erneut als cleverer Stratege, hatte er den rumänischen Nationalspieler doch etwas überraschend anstelle von Cacau in die Startelf berufen. In der Mercedes-Benz Arena zeigte sich der VfB gut erholt vom K.o. im Europapokal. Gross hatte das Spiel zuvor zum "Charaktertest" ausgerufen - und seine Elf war willens, diesen Test zu bestehen und die kleine Chance auf die Rückkehr auf die europäische Fußball-Bühne wahrzunehmen. Der reiferen Spielanlage der Schwaben hatte 96 lange nur wenige Konter entgegenzusetzen, die jedoch allesamt im Nirgendwo vor dem Stuttgarter Tor versandeten.

VfB lässt Chancen liegen

Der VfB musste sich vorwerfen lassen, aus seiner Überlegenheit zu wenig Kapital zu schlagen. Ein Kopfball Maricas verfehlte ebenso sein Ziel wie zwei Versuche von Georg Niedermeier. Der Verteidiger vertrat den angeschlagenen Serdar Tasci, für den kranken Christian Träsch spielte Timo Gebhart im rechten Mittelfeld. Es war jedoch die Personalie Marica, die den ersten Ertrag in Form der Führung brachte. Nach guter Vorarbeit von Alex Hleb, der sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte und genau flankte, köpfte Marica aus fünf Metern ein - vorbei an vier 96-Verteidigern, die tatenlos Spalier standen. Marica hatte drei Minuten später noch eine Riesengelegenheit, als er den Ball freistehend aus nicht einmal einem Meter Torentfernung an die Latte köpfte.

96 ohne Durchschlagskraft

96 hatte vor dem Seitenwechsel nur eine Gelegenheit, als sich Didier Ya Konan aus spitzem Winkel selbst anschoss und das leere Tor verfehlte. Trainer Mirko Slomka, der die Kreativität der verletzten Stuttgarter Leihgabe Elson schmerzlich vermisste, reagierte nach der Pause und brachte mit Steven Cherundolo und Hanno Balitsch frische Kräfte - doch der VfB behielt die Oberhand. Erneut Marica sorgte dann für die Vorentscheidung. Nach einem katastrophalen Querpass des 96-Verteidigers Christian Schulz vor dem eigenen Sechzehner nahm er den Ball auf, stürmte aufs Tor zu - und schloss eiskalt ab.

Celozzi verletzt

Der Ausfall von Verteidiger Stefano Celozzi, der sich eine Oberschenkelverletzung zuzog und einige Tage ausfällt, bremste Stuttgart auch nicht mehr. 96 verlor wenig später im angeschlagenen Arouna Kone den Top-Stürmer, Mike Hanke kam für ihn.

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15.03.2010:

Kuranyi schießt Schalke an die Spitze (aber nur vorübergehend!!!)

Schalke 04 hat dank Kevin Kuranyi die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen und seine Titelambitionen untermauert. Mit seinem 14. Saisontor sicherte der Ex-Nationalspieler den "Königsblauen" den 2:1 (0:0)-Sieg gegen den VfB Stuttgart und zumindest für eine Nacht Platz 1. Rekordmeister Bayern München kann im Top-Spiel am Samstag aber bereits mit einem Unentschieden gegen den SC Freiburg die Spitze zurückerobern.

"Joker" Edu sticht

Der ehemalige Stuttgarter Kuranyi schoss die Gelsenkirchener mit seinem Treffer in der 55. Minute zum achten Heimsieg in Folge. Der Sekunden zuvor eingewechselte Edu hatte die Schalker in Führung gebracht (46.), Abwehrspieler Serdar Tasci für den VfB ausgeglichen (50.). Für Schalkes Trainer Felix Magath war der Sprung an die Tabellenspitze ein Deja-vu: Vor einem Jahr kletterte er mit dem VfL Wolfsburg ebenfalls am 26. Spieltag auf Platz 1 - und gab die Tabellenführung nicht mehr ab. "Wir gehen glücklich nach Hause und sind zufrieden mit diesem wichtigen Sieg. Wir haben aber noch viel vor uns und müssen weiter hart arbeiten", sagte Matchwinner Kuranyi. Nach der Pause überschlugen sich die Ereignisse in der ausverkauften Schalker Arena: Magath bewies ein glückliches Händchen, als er zur zweiten Halbzeit Edu für den angeschlagenen Jefferson Farfan einwechselte. Der Brasilianer nutzte die Konfusion in der Stuttgarter Abwehr und erzielte nach einem Querschläger von Tasci sein erstes Bundesliga-Tor für Schalke.

Tasci bügelt Fehler aus

Aber Tasci machte seinen Fehler nur vier Minuten später wieder gut. Nach einem Freistoß von Zdravko Kuzmanovic köpfte der Nationalspieler völlig unbedrängt zum 1:1 ein. Schalkes Kapitän Heiko Westermann hatte den Stuttgarter ungehindert köpfen lassen. Doch auch Westermann gelang schnell die Wiedergutmachung: Nachdem Ivan Rakitic die Stuttgarter Abseitsfalle überlistet hatte, legte der Nationalspieler quer auf Kuranyi, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. In der ersten Hälfte hatte Schalke zwar versucht, von Beginn an Druck zu erzeugen, doch Torchancen blieben selten. Die erste Möglichkeit hatten auch die "Königsblauen". Peer Kluge eroberte in der gegnerischen Hälfte den Ball, Jefferson Farfan setzte sich durch, doch Kuranyi verfehlte knapp das lange Eck (14.).

Neuer rettet gegen Pogrebnyak

Die Stuttgarter, die unter Trainer Christian Gross acht von zwölf Pflichtspielen gewonnen hatten, versteckten sich nicht. So entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel. Allerdings fehlte auf beiden Seiten zunächst die Präzision beim letzten Pass in die Spitze. Die beste Möglichkeit für die Gäste hatte Pavel Pogrebnyak, der allerdings aus kurzer Entfernung an Nationaltorwart Manuel Neuer scheiterte (35.). "Wir hatten die größeren Spielanteile und die besseren Chancen. Wir hätten in Führung gehen müssen", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt zur Pause. Doch danach schlug zunächst Schalke zu. Magath konnte wieder auf die beim 4:1 in Frankfurt verletzten Stammspieler Marcelo Bordon und Farfan zurückgreifen. Dafür wichen Carlos Zambrano und Edu aus der Startformation. Sein Stuttgarter Gegenüber Gross musste den gelb-gesperrten Abwehrchef Matthieu Delpierre ersetzen, Georg Niedermeier rückte für den Kapitän in die Innenverteidigung.

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11.03.2010:

Schalke kann kommen

Die Temperaturen in dieser Woche sind eisig kalt, dazu kommt ein starker Wind, der nicht nur den Trainingskiebitzen, die den VfB-Spielern bei ihrer Arbeit zuschauen, zusetzt. Für VfB-Mittelfeldspieler Timo Gebhart und Co. ein Grund mehr, sich mit vollem Einsatz auf die Partie am Freitagabend gegen Schalke 04 in der VELTINS-Arena mit vollem Elan vorzubereiten. "Es ist schon sehr kalt im Moment, aber wir arbeiten hart und geben alles für den Erfolg, da wird einem schnell warm", sagte Gebhart in Folge der gestrigen Trainingseinheit, in der Christian Gross seine Mannschaft nach einem intensiven Aufwärmprogramm in vier Gruppen einteilte.

 "Auch auf Schalke ist etwas möglich"

Während zwei Mini-Teams Fußballtennis spielten, machten die anderen beiden ein Trainingsspiel auf einem kleinen Feld mit wenigen Ballkontakten. "Das Training ist abwechslungsreich und sehr intensiv. Die Kälte spielt da nach kurzer Zeit überhaupt keine Rolle mehr", so Gebhart, der sich wie Kollege Cacau auf das Auswärtsspiel gegen den Tabellenzweiten freut. "Schalke ist momentan sehr gut drauf. Zudem ist Kevin Kuranyi immer für ein Tor gut. Wir müssen hochkonzentriert sein und dürfen keine Fehler machen. Aber in Bremen haben wir gezeigt, dass wir auch auswärts Tore schießen können. Nur müssen wir über die gesamten 90 Minuten konsequent sein, dann ist auch auf Schalke etwas möglich", so Cacau.

Abstand auf internationale Ränge verkürzen

Bis auf die verletzten Sven Ulreich (Bruch des Wadenbeinköpfchens) und Arthur Boka (Schulter-Operation) nahmen alle Spieler am Mannschaftstraining teil. Somit hat Christian Gross am Freitagabend bei der Aufstellung alle Spieler zur Verfügung, wenn es darum geht, den Abstand auf die internationalen Ränge zu verkürzen. Lediglich auf Kapitän Matthieu Delpierre muss der VfB-Cheftrainer aufgrund der fünften gelben Karte, die der Franzose in Bremen sah, verzichten.

"Noch abgeklärter sein"

Auf Christian Gross und den VfB wartet am Freitagabend in der VELTINS-Arena auf Schalke nach dem Auswärtsspiel in Bremen die nächste schwere Aufgabe. Das Team von Felix Magath steht derzeit mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Bayern auf Tabellenplatz zwei und spielt bislang eine überzeugende Saison. "Das ist eine große sportliche Herausforderung für uns", sagte Gross am Mittwochnachmittag. "Schalke war die gesamte Saison auf einem der vorderen Plätze zu finden, Felix Magath stellt seine Spieler taktisch äußerst flexibel ein, und es ist sehr schwierig, gegen sie ein Tor zu schießen. Das ist eine Spitzenmannschaft, die Hoffnungen hegt, schon im ersten Jahr unter Felix Magath den Titel zu holen", schätzte der Schweizer den Gegner ein.

Georg Niedermeier ersetzt gelb-gesperrten Kapitän

Personell wird es laut Gross nur eine Änderung im Vergleich zum 2:2 in Bremen geben. Für den gelb-gesperrten Kapitän Matthieu Delpierre rückt Georg Niedermeier an die Seite von Serdar Tasci in die Innenverteidigung. "Georg hat sich zu Beginn der Hinrunde bewährt, er harmoniert gut mit Serdar und spielt einen sauberen ersten Pass im Spielaufbau", so der VfB-Cheftrainer. Insgesamt sei er mit der Grundeinstellung seiner Mannschaft im Spiel gegen Werder zufrieden gewesen, nur habe man es versäumt, drei Punkte zu holen.

"hochkonzentriert auftreten und ständig präsent sein"

"Mein Ziel ist es, immer zu gewinnen. Gegen Schalke müssen wir noch abgeklärter sein als in Bremen. Sowohl in der Abwehr, als auch im Angriff. Bei den Standardsituationen müssen wir aufpassen, da haben sie einige gute Schützen. Generell tritt Schalke kompakt und mannschaftlich geschlossen auf. Und sie haben in Kevin Kuranyi einen treffsicheren Stürmer und in Manuel Neuer einen hochtalentierten Torwart", so Gross, der deshalb fordert: "Wir müssen hochkonzentriert auftreten und ständig präsent sein. So wie wir das in Bremen über weite Strecken schon gezeigt haben. Wir sind in jedem Fall gut vorbereitet und wollen das umsetzen, was wir unter der Woche analysiert haben."


06.03.2010:

Werder wehrt Stuttgarter Angriff ab

Der VfB Stuttgart hat zwar wieder nicht verloren, musste sich nach einer 2:0-Führung bei Werder Bremen aber noch mit einem 2:2 (2: 0) zufrieden geben und verpasste damit den achten Sieg in den vergangenen neun Spielen. Die Hanseaten retteten durch Treffer von Hugo Almeida (75.) und Torsten Frings (81., Foulelfmeter) ihre Serie von nun fünf Spielen ohne Niederlage.

Pogrebnyak und Khedira treffen

Nach einer zurückhaltenden Auftakt-Viertelstunde nutzten die Gäste gleich ihre erste Torgelegenheit zur 1:0-Führung. Nach guter Vorarbeit von Alexander Hleb erreichte der Ball den freistehenden Pavel Pogrebnyak (15.), der aus zehn Metern Entfernung Werder-Torhüter Tim Wiese keine Abwehrmöglichkeit ließ. Zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Dr. Felix Brych nutzte Sami Khedira eine Flanke von Timo Gebhart per Kopf aus kurzer Distanz zum zweiten Treffer der Gäste. Mit konsequenter Zweikampfarbeit, aber auch feinem Kombinationsfußball beherrschten die Schwaben lange Zeit das Spielgeschehen und hätten durchaus noch höher in Führung gehen können. So vergab Torjäger Cacau in der 38. Minute eine weitere gute Tormöglichkeit, fünf Minuten nach Wiederbeginn verstolperte Pogrebnyak in aussichtsreicher Position.

Almeida leitet Aufholjagd ein

Dem stand aus dem Spiel heraus bei den Bremern nur eine Aktion von Claudio Pizarro entgegen, der in der 31. Minute freistehend den Ball aus fünf Metern nicht an VfB-Torhüter Jens Lehmann vorbei brachte. Nach dem Seitenwechsel ließen sich die Stuttgarter öfters zurückfallen, waren bei Kontern aber stets präsent. Werder kam dann in der Schlussphase besser auf und startete mit Almeidas Schrägschuss von links eine erfolgreiche Aufholjagd. Neun Minuten vor Schluss sicherte Kapitän Frings nach einem Foul von Stefano Celozzi an Marko Marin vom Elfmeterpunkt das Remis

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2:2 in Bremen: Stuttgart gibt den Sieg noch aus der Hand


01.03.2010:

VfB dank Cacau weiter im Aufwind

Der VfB Stuttgart hat dank eines erneut überragenden Cacau vier Tage nach dem respektablen 1:1 gegen den FC Barcelona auch in der Bundesliga nachgelegt. Die Mannschaft von Trainer Christian Gross gewann gegen Eintracht Frankfurt trotz einer durchschnittlichen Leistung verdient mit 2:1 (2:1) und hat nach dem siebten Sieg aus den vergangenen acht Spielen sogar die internationalen Plätze wieder im Visier. Der VfB liegt nur noch fünf Punkte hinter dem Fünften Dortmund und rückte auf einen Zähler an Frankfurt heran.

Köhler trifft zum 0:1

Die Eintracht, die auch im achten Duell in Folge gegen den VfB sieglos blieb, war in der 39. Minute durch Benjamin Köhler nach Pass von Caio und Patzer von Sami Khedira in Führung gegangen. Nur zwei Minuten später glich Cacau mit dem Kopf aus. In der 45. Minute war der Nationalspieler mit einem sehenswerten Schuss aus gut 20 Metern zum 2:1 für den VfB erneut erfolgreich. Für den Angreifer, der von Bundestrainer Joachim Löw auch für das Länderspiel am Mittwoch gegen Argentinien in München nominiert wurde, war es innerhalb von einer Woche bereits der siebte Treffer. Gegen Köln hatte der 28-Jährige vier Mal, gegen Barca ein Mal getroffen.

Zerfahrene Anfangsphase

Gross konnte seine Elf vom Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Barca aufs Feld schicken. Auch Khedira hatte seine muskulären Probleme überwunden. Die Eintracht musste auf den Gelb-gesperrten Selim Teber verzichten, zudem fiel kurz vor dem Spiel auch noch Innenverteidiger Maik Franz verletzt aus. Für ihn spielte Chris in der Abwehr, der Brasilianer Caio rückte in die Startformation. Chris war es auch, der mit einem zu kurzen Rückpass gleich nach wenigen Sekunden für Gefahr sorgte. Sein Keeper Oka Nikolov konnte in höchster Not aber gegen den anstürmenden Cacau klären. In der 2. Minute hatte Sebastian Jung für die Eintracht die große Gelegenheit zur Führung. Sein Schuss aus kurzer Distanz ging aber über das Stuttgarter Tor. Chris war es auch, der mit einem zu kurzen Rückpass gleich nach wenigen Sekunden für Gefahr sorgte. Sein Keeper Oka Nikolov konnte in höchster Not aber gegen den anstürmenden Cacau klären. In der 2. Minute hatte Sebastian Jung für die Eintracht die große Gelegenheit zur Führung. Sein Schuss aus kurzer Distanz ging aber über das Stuttgarter Tor.

Gebhardt verpasst Entscheidung

Die Hessen taten zunächst rein gar nichts für die Offensive, ehe Khedira die Eintracht-Führung und eine turbulente Schlussphase der ersten Hälfte mit zwei Cacau-Toren einleitete. Auch nach dem Wechsel blieb der VfB erst einmal am Drücker. Zwei Mal versäumte es aber Gebhart (51./58.), die Führung auszubauen. Auf der anderen Seite verstärkte die Eintracht ihre Bemühungen, war aber zumeist nicht entschlossen genug. Dennoch gab es Chancen: In der 62. Minute konnte Keeper Jens Lehmann eine Flanke von Patrick Ochs nicht festhalten. Kapitän Mathieu Delpierre klärte in höchster Not (62.). Zudem verfehlte ein Kopfball von Alexander Meier das Ziel (68.).

Cacau trifft weiter - VfB bleibt zurückhaltend

Als Doppel-Torschütze Cacau in der 88. Minute nach der wohl besten Woche seiner Karriere den Platz verließ, wurde er von den Fans frenetisch gefeiert. Mit sieben Treffern ist der 28 Jahre alte Angreifer derzeit maßgeblich daran beteiligt, dass der VfB Stuttgart seinen Rückrunden-Höhenflug fortgesetzt hat und nach dem 2:1 (2:1) gegen Eintracht Frankfurt wieder von internationalen Zielen träumen darf.

Gross bleibt vorsichtig

Doch trotz des siebten Sieges unter Trainer Christian Gross aus den vergangenen acht Spielen verzichteten die Schwaben auf großspurige Kampfansagen. "Es ist toll, dass wir ein Punktepolster nach hinten haben. Unser Ziel muss es nun sein, den Abstand zu den vorderen Mannschaften zu verringern", sagte Gross vorsichtig. Fünf Punkte beträgt der Abstand des VfB nur noch auf den Tabellenfünften Dortmund. Dennoch war auch Sportdirektor Horst Heldt um Zurückhaltung bemüht - zumal dem VfB im März in Bremen, bei Schalke und bei Bayern München drei schwere Auswärtsspiele bevorstehen.

"Den nächsten Schritt machen"

"Wir müssen sehen, dass wir jetzt den nächsten Schritt machen. Nach den Spielen im März können wir sagen, wo die Reise hingeht", meinte Heldt. Derzeit geht die Reise der Stuttgarter eindeutig nach oben - dank Gross und vor allem dank Cacau. Der Nationalspieler ist beim VfB der Mann der Stunde. Vier Treffer am vergangenen Samstag in Köln, ein Tor beim 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona - und nun gegen Frankfurt zwei Treffer. 

Cacau im Deutschland-Kader

In der 41. Minute glich der gebürtige Brasilianer vor in einem über weite Strecken müden Spiel zunächst die überraschende Führung von Benjamin Köhler (39.) nach schwerem Patzer von Sami Khedira per Kopf aus. Dann traf Cacau mit einem sehenswerten Rechtsschuss (45.) und rechtfertigte spätestens da auch das Vertrauen von Bundestrainer Joachim Löw, der den Angreifer für das Länderspiel am Mittwoch in München gegen Argentinien berufen hat. 

"Er personifiziert die Lebensfreude"

"Er personifiziert die Lebensfreude. Er geht gut mit der Konkurrenzsituation um, ist lauffreudig und aggressiv. Er ist auf dem Weg, seiner Karriere einen weiteren Impuls zu geben", lobte Gross. "Er hat einen Lauf und hilft uns derzeit sehr", sagte Heldt zur Darbietung von Cacau, mit dem der VfB derzeit um eine Fortsetzung des im Sommer auslaufenden Vertrags verhandelt. Heldt unterstrich nach dem Frankfurt-Spiel noch einmal ausdrücklich das Interesse der Schwaben an einer Verlängerung. Cacau meinte dazu nur lapidar, "dass wir im Gespräch sind". Er genoss vielmehr den Augenblick: "Ich bin sehr glücklich. Zur Zeit ist es auf dem Platz einfach nur schön."  Gleichzeitig lobte er die "tolle Moral" des VfB, "obwohl es nach dem Spiel gegen Barca schwer war. Jetzt können wir durchatmen."

Skibbe zufrieden trotz Niederlage

Auch Gross machte seinem Team ein "Riesen-Kompliment für die Willensleistung". Nach dem Highlight gegen Barcelona könne man den Sieg gegen Frankfurt "gar nicht hoch genug einstufen".  Während die Stuttgarter weiter im Aufwind sind, war es für die Eintracht ein Rückschlag. Nur noch einen Zähler liegen die Hessen als Tabellensiebter vor dem VfB. Dennoch war Coach Michael Skibbe "zufrieden. Wir haben gezeigt, dass wir mit spielstarken Teams mithalten können. Und Stuttgart ist eine der stärksten Mannschaften in Deutschland."

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22.02.2010:  

Cacau entzaubert Köln

Mit dem ersten "Viererpack" seiner Bundesliga-Karriere hat sich Nationalspieler Cacau bei Bundestrainer Joachim Löw mit Nachdruck für die WM empfohlen und dem VfB Stuttgart eine perfekte Generalprobe für das Spiel des Jahres beschert. Drei Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Titelverteidiger FC Barcelona war der 28 Jahre alte Stürmer bei seinem Comback mit vier Toren der überragende Spieler beim 5:1 (3:1) der Schwaben beim 1. FC Köln.

Cacau erzielt Hattrick

Cacau, der zuvor am 8. August 2004 beim 4:2 gegen Mainz einmal drei Tore in der Bundesliga für den VfB erzielt hatte, legte zunächst innerhalb von 26 Minuten seinen ersten lupenreinen Hattrick in der Bundesliga (13., 31. und 38.) zur 3:0-Führung und setzte noch ein Tor zum 5:1 (74.) drauf. Cacau, der zuvor am 8. August 2004 beim 4:2 gegen Mainz einmal drei Tore in der Bundesliga für den VfB erzielt hatte, legte zunächst innerhalb von 26 Minuten seinen ersten lupenreinen Hattrick in der Bundesliga (13., 31. und 38.) zur 3:0-Führung und setzte noch ein Tor zum 5:1 (74.) drauf.

Lehmann hält stark

Vom Anpfiff an entwickelte sich ein interessantes Bundesliga-Spiel. Und wie häufig in den vergangenen eineinhalb Jahren übernahm der Gast in der Domstadt das Kommando. So sorgte Cacau für das erste Highlight, als er mit einem 16-Meter-Schuss an Kölns Torwart Faryd Mondragon scheiterte. Nur eine Minute später hätte VfB-Kapitän Mathieu Delpierre mit einem Kopfball die Führung erzielen müssen, verfehlte aber das Tor. Wenig später folgte Cacaus erster Streich per Abstauber nach Flanke von Außenverteidiger Cristian Molinaro. Beim 2:0 schaltete der Angreifer Cacau bei einem Fehler von Kölns Kevin Pezzoni im Mittelfeld am schnellsten, behauptete sich bei einem Tackling von Pedro Geromel und traf mit einem wunderbaren Effetschuss aus 18 Metern. Den Hattrick perfekt machte er wieder per Abstauber nach Ecke von Timo Gebhart. Wenig später folgte Cacaus erster Streich per Abstauber nach Flanke von Außenverteidiger Cristian Molinaro. Beim 2:0 schaltete der Angreifer Cacau bei einem Fehler von Kölns Kevin Pezzoni im Mittelfeld am schnellsten, behauptete sich bei einem Tackling von Pedro Geromel und traf mit einem wunderbaren Effetschuss aus 18 Metern. Den Hattrick perfekt machte er wieder per Abstauber nach Ecke von Timo Gebhart.

"Poldi" legt zu, Pogrebnyak entscheidet

Der im ersten Durchgang unauffällige Lukas Podolski wachte dann plötzlich auf. Der Publikumsliebling verpasste sein zweites Saisontor mit einem Distanzschuss nur knapp (46.) und scheiterte mit einem Kopfball an Lehmann (51.). In diesen beiden Szenen zeigte der 69-malige Nationalspieler sein Potenzial, ist nun aber seit 1.301 Minuten ohne Bundesliga-Tor. Doch für eine erfolgreich Aufholjagd wie beim 3:3 gegen den Hamburger SV reichte es nicht mehr, Progrebnyak traf per Kopf auf Flanke des eingewechselten Roberto Hilbert und Cacau per Flachschuss.

Stuttgart macht wieder von sich reden

Das beeindruckende 5:1 der Stuttgarter gegen Köln und sein Nachhall: Natürlich stehen gleich mehrere Schwaben in der "Elf des 23. Spieltags", allen voran Vier-Tore-Mann Cacau. Die von den bundesliga.de-Usern gewählte Elf im Überblick:

Tor:

Jens Lehmann (VfB Stutgart): Der Stuttgarter Keeper brachte die Kölner Angreifer mit mehreren Glanztaten zur Verzweiflung. Nur ein Mal musste er am Ende hinter sich greifen.

Abwehr:

Cristian Molinaro (VfB Stuttgart): Leistete die Vorarbeit zum 1:0. Sicher in der Defensive. Molinaro gewann 70 Prozent seiner Zweikämpfe am Ball.

Sturm:

Cacau (VfB Stuttgart): Der Stuttgarter schoss vier Tore und war an fünf weiteren Torschüssen beteiligt (zwei Torschüsse, drei Torschussvorlagen).


15.02.2010:  

Van Nistelrooy war eiskalt

Angeführt von Super-Joker Ruud van Nistelrooy hat der Hamburger SV die Siegesserie des VfB Stuttgart beendet und die eigene Durststrecke beendet. Der HSV setzte sich am 22. Spieltag der Bundesliga dank des "Doppelpacks" des nur wenige Minuten zuvor eingewechselten Stürmerstars 3:1 (1:0) bei den Schwaben durch. "Van the Man" erzielte seine ersten beiden Bundesliga-Tore innerhalb von nur 90 Sekunden.

Hamburg untermauert internationale Ambitionen

Während die Hamburger den ersten Erfolg nach zuletzt drei sieglosen Spielen feierten und ihre internationalen Ambitionen untermauerten, kassierte der VfB die erste Niederlage nach zuletzt fünf Siegen in Folge. Neben van Nistelrooy (75./77.) trafen Marcus Berg für Hamburg (23.) und Christian Träsch (55.) für den VfB. Die Zuschauer sahen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Anfangsphase ein duchwachsenes 90. Bundesliga-Duell zwischen dem VfB und dem HSV. Beide Teams leisteten sich zahlreiche Fehler im Spielaufbau, die Defensivabteilungen hatten die Partie fest im Griff, auf Torchancen mussten die Fans deshalb zunächst lange warten.

Schrecksekunde für den HSV

Der HSV musste in der 18. Minuten die erste Schrecksekunde verkraften. Nach einem Solo von VfB-Stürmer Pavel Pogrebnyak und einem Zweikampf mit dem Hamburger Verteidiger David Rozehnal forderten die Gastgeber, die auf die angeschlagenen Martin Lanig und Cacau verzichten mussten, Foulelfmeter. Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) ließ die Partie aber ebenso laufen wie vier Minuten später auf der Gegenseite bei einem vermeintlichen Handspiel des Italieners Cristian Molinaro.

Berg besorgt die Führung

Kurz darauf stellte der HSV, bei dem Jerome Boateng, Collin Benjamin, Bastian Reinhardt, Romeo Castelen, Ze Roberto und Paolo Guerrero fehlten, seine Effektivität unter Beweis. Nach einem Pass von Guy Demel nutzte Berg die erste Möglichkeit zum Treffer. Beim Tor des Schweden sahen die VfB-Innenverteidiger Serdar Tasci und Mathieu Delpierre schlecht aus. Nach dem Rückstand intensivierten die Gastgeber ihre Bemühungen und hatten durch Molinaro (26.), Tasci (27.) sowie Sami Khedira (39. /43.) gute Ausgleichs-Chancen. Alle drei Stuttgarter scheiterten am starken HSV-Torwart Frank Rost. Auf der Gegenseite musste Jens Lehmann gegen Berg retten (40.).

Träsch gleicht aus

Im Anschluss an den Seitenwechsel drängten die Gastgeber noch stärker auf den Ausgleich und hatten nach kurzer Zeit Erfolg. Nach Vorarbeit des Weißrussen Alex Hleb, der nach dieser Szene ausgewechselt wurde, erzielte Träsch per Weitschuss sein zweites Saisontor. Nur vier Minuten später vergab der Rumäne Ciprian Marica die große Chance zur VfB-Führung (59.). Hamburgs Trainer Bruno Labbadia reagierte auf die Druckphase der Schwaben nach 65 Minuten mit der Einwechslung van Nistelrooys. Der Niederländer konnte sich zunächst allerdings kaum in Szene setzen, traf dann aber zwei Mal wie aus dem Nichts.

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08.02.2010:  

Später Sieg für die Schwaben

Der VfB Stuttgart hat seine Siegesserie fortgesetzt und die Abstiegssorgen des 1. FC Nürnberg weiter verschlimmert. Dank eines späten Tores von Roberto Hilbert (87.) gewannen die Schwaben beim "Club" mit 2:1 (1:0) und feierten damit den fünften Sieg in Serie. Im Gegensatz zum FCN, der die sechste Heimniederlage kassierte und Vorletzter bleibt, dürfte der VfB mit dem Abstieg nun nichts mehr zu tun haben. Im Gegensatz zum FCN, der die sechste Heimniederlage kassierte und Vorletzter bleibt, dürfte der VfB mit dem Abstieg nun nichts mehr zu tun haben.

Gebhart lässt Schäfer keine Chance

Timo Gebhart brachte den VfB, der unter Trainer Christian Gross kein Pflichtspiel verloren hat, in der 22. Minute in Führung. Mit einem strammen Flachschuss von der Strafraumgrenze nach klugem Zuspiel von Sami Khedira ließ der Youngster Keeper Raphael Schäfer keine Abwehrmöglichkeit. In der 60. Minute glich Albert Bunjaku aus. Beim 10. Saisontor des Schweizers gab Torwart Jens Lehmann allerdings nicht gerade die beste Figur ab. Kurz vor dem Abpfiff schlug dann Hilbert zu. Die Schwaben wirkten trotz einer glanzlosen Leistung insgesamt abgeklärter. Der "Club" hatte dagegen erneut Probleme beim Spielaufbau und in der Offensive. Kämpferisch war den Franken aber kein Vorwurf zu machen. Zudem stimmte erneut weitgehend die Ordnung.

VfB hält sich zurück

Zunächst konnten die Nürnberger gegen die gut gestaffelte Abwehr des VfB kaum Druck entwickeln. Ein Kopfball von Angelos Charisteas nach Eckball von Bunjaku war in der Anfangsphase deshalb die einzige Möglichkeit der Gastgeber. Stuttgart begann abwartend. Erst nach gut 15 Minuten verstärkten die Schwaben die Offensivbemühungen. Nach Flanke von Cristian Molinaro konnte Innenverteidiger Breno aber in höchster Not vor dem anstürmenden Pavel Pogrebnyak klären, ehe Gebhart das 1:0 erzielte. Begünstigt wurde das zweite Saisontor des 20-Jährigen von einem Fehler von FCN-Kapitän Andreas Wolf, der nach seiner Gelbsperre wieder im Team stand. Der VfB überließ dem FCN in der Folgezeit wieder das Mittelfeld. Doch mehr als ein Kopfball von Wolf, mit dem Lehmann keine Probleme hatte, und ein Schuss von Marek Mintal über das Tor sprangen nicht heraus.

Schäfer verhindert Vorentscheidung

Nach dem Wechsel änderte sich das Bild kaum. Nürnberg drängte einigermaßen planlos, Stuttgart lauerte auf Konter. Einer davon hätte in der 46. Minute beinahe das 2:0 gebracht. Ciprian Marica scheiterte freistehend aber an Schäfer. Der Keeper verhinderte zudem gegen Gebhart eine Vorentscheidung (55.), was sich prompt rächen sollte. Nach dem überraschenden Ausgleich von Bunjaku drängte der FCN auf den Sieg. Die beste Chance in einer hektischen Schlussphase hatte aber der VfB durch Pogrebnyak, dessen Kopfball erneut Schäfer parierte (72.). Bunjaku für Nürnberg und Gebhart auf der Gegenseite hatten vor dem 1:2 weitere Gelegenheiten.

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03.02.2010: 

Gross führt den VfB zurück ins Rampenlicht

Christian Gross hat den deutschen Clubfußball bereits in helle Aufregung versetzt, da trennten ihn noch Jahre von seinem ersten Engagement in der Bundesliga. Bei jedem deutschen Topclub, bei dem in den vergangenen Jahren eine Trainerstelle vakant war, wurde der Schweizer gehandelt. Und überall wo ein Trainerstuhl auch nur zu wackeln begann, schwebte der Name Gross wie ein Damoklesschwert über dem jeweiligen Übungsleiter. Hamburg, Dortmund, Schalke - überall galt der damalige Erfolgstrainer des FC Basel als "heißer Kandidat", doch nirgendwo wurde er anschließend gesehen.

VfB unter Gross noch ungeschlagen

Als die ersten schon an seiner Existenz zu zweifeln begannen, übernahm Gross im November 2009 den stark schwächelnden VfB Stuttgart als Nachfolger von Markus Babbel.
Kaum war er da, versetzte er die Trainer der Bundesligaclubs erneut in helle Aufregung: Seit er bei den Schwaben an der Seitenlinie steht, ist nämlich für gegnerische Clubs nur noch wenig bis nichts zu holen gegen den VfB. Zuletzt stellte das Borussia Dortmund beim 1:4 am 20. Spieltag fest. "Insgesamt konnten wir heute dem VfB nicht genug entgegen setzen", konstatierte BVB-Abwehrspieler Patrick Owomoyela. "Die Stuttgarter waren von Anfang an aggressiver, sind besser in die Zweikämpfe gekommen und haben mehr zweite Bälle gewonnen." Es war der vierte Sieg in Folge für Gross. Der 54-Jährige ist mit dem VfB in Pflichtspielen ungeschlagen und holte in seinen fünf Bundesligapartien schon mehr Punkte (13) als Babbel in den fünfzehn Spielen zuvor (12).

"Der Trainer zeigt uns unsere Stärken auf"

Babbel sagte bei seinem Abschied in Richtung VfB-Verantwortliche: "Ich hoffe, dass sie den Knopf finden und drücken, damit die Mannschaft wieder funktioniert." Die Resultate in der Liga und der Champions League sprechen dafür, das Gross den richtigen Hebel auf Anhieb gefunden hat. Wo in der Hinrunde noch elf zweifellos talentierte Einzelspieler verunsichert ihrer Arbeit nachgingen, steht in der Rückrunde eine verschworene Gemeinschaft auf dem Platz. "Der Trainer zeigt uns unsere Stärken auf", sagt Serdar Tasci, "das hilft uns sehr." Und Sami Khedira betont: "Jeder ist für den anderen da."

Abgeschriebene Spieler drehen auf

Gut zu beobachten war das insbesondere an zwei Angreifern. Ciprian Marica, der 2007 als verheißungsvolles Talent von Schachtjor Donezk an den Neckar kam, aber nie den Durchbruch schaffte, blüht unter Gross auf und traf in sechs Pflichtspielen unter dem Schweizer schon genau so oft wie in 35 Spielen unter Babbel. Der Rumäne, von Medien und Fans bisweilen schon als "Fehleinkauf" apostrophiert, rackert, kämpft und trifft, wie es weder unter Armin Veh noch unter Babbel der Fall war. In Pavel Pogrebnyak hat er derzeit einen Sturmkollegen, der sich ebenfalls im Aufwind befindet. Der Russe hat seinen Torinstinkt wieder entdeckt hat und glänzt als Vorbereiter. Sein Arbeitszeugnis in den fünf Spielen unter Gross: zwei Tore, zwei Vorlagen.

"Wie damals bei Babbel"

Angesichts dieser Quoten ist das Duo die Stammbesetzung im Angriff. Die zweifelsohne gut gemeinte Rotation Babbels gehört der Vergangenheit an. Der Lohn: Stuttgart schießt mit Gross drei Mal so viele Tore wie unter dessen Vorgänger. Von Platz 16 auf 10 kletterte der ständig mahnende Schweizer mit dem VfB. "So lange wir mathematisch nicht gesichert sind, bleibt die Zielsetzung dieselbe", sagt der Coach. Torhüter Jens Lehmann sieht hingegen schon Parallelen zur Vorsaison, als der VfB nach einer furiosen Rückrunde noch auf Platz 3 landete: "Wie damals bei Babbel", so der ehemalige Nationalkeeper, "geht es jetzt wieder hoch."
 

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25.01.2010:  

Derby am Scheideweg: VfB hat Lauf - SC stürzt ab

Freiburg (dpa) - Nach dem baden-württembergischen Derby trennten den VfB Stuttgart und den SC Freiburg weit mehr als nur das eine Tor im Ergebnis, vier Punkte in der Tabelle und knapp zwei Autostunden auf der Straße. Für den VfB war dieses 1:0 (1:0) bereits der dritte Sieg in Folge, entsprechend selbstsicher und konzentriert trat er den Großteil des Freitagabends über auf. «Das war ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt», sagte Roberto Hilbert. Über mehr wird in Stuttgart nach wie vor nicht geredet. Beim SC Freiburg ist der Trend genau gegenläufig. Der Aufsteiger wartet seit vier Spielen auf einen Sieg und ein Tor, und trotz des Aufbäumens in der zweiten Halbzeit genügte seine Leistung in diesem Derby lange Zeit nicht den Ansprüchen der Fußball-Bundesliga. «Ich weiß, dass wir drei Mannschaften hinter uns lassen können. Aber es wird für uns auch immer enger», sagte Kapitän Heiko Butscher. Die unterschiedliche Entwicklung spiegelte sich nach dem Schlusspfiff auch in den Gesichtern beider Trainer wieder, die am jeweiligen Trend einen großen Anteil haben. Stuttgarts Christian Gross («Hier zu gewinnen, ist immer etwas Spezielles») ballte die Fäuste und atmete tief durch. Der Schweizer hat dem VfB in nur wenigen Wochen etwas gegeben, was den Freiburgern immer mehr abgeht: eine klare Struktur und viel Selbstvertrauen. «Wie waren das bessere Team», sagte Ciprian Marica, der in der 41. Minute das 1:0 schoss und ein gutes Beispiel dafür ist, wie Maßnahmen des Trainers fruchten. Seit seinem Amtsantritt setzt Gross auf ihn und Pawel Pogrebnjak im Sturm. Und seitdem hat mindestens einer der beiden immer getroffen.

Freiburgs Robin Dutt hat zurzeit kein so glückliches Händchen. Nach dem Spielende blickte er enttäuscht zu Boden. Seit Wochen bastelt er an seiner Elf herum. Felix Bastians und Cedric Makiadi etwa kamen in dieser Zeit auf je drei verschiedenen Positionen zum Einsatz. Am Freitag verzichtete Dutt neben Mohamadou Idrissou (Afrika Cup) auch auf Yacine Abdessadki, Jonathan Jäger und Stefan Reisinger. Dafür schob er Bastians und Makiadi vor und zog mit Daniel Williams das nächste Talent aus der zweiten Mannschaft hoch. Dutt erklärt das mit den jeweiligen Trainings-Leistungen, die Jungen geben auch Gas, aber spielerisch entwickelt sich der SC eher zurück. Vieles auf dem Platz wirkt wie vom Zufall gesteuert, die Offensive ist harm- und ideenlos. Da hilft dem Club auch aller Einsatz nicht weiter.

Dutt stellt sich weiter vor sein Team. «Die Leistung der zweiten Halbzeit gibt mir Hoffnung. Wir sind in der Lage, auch wieder Punkte zu holen», sagte er. Konkret lässt sich diese Hoffnung an einigen Namen festmachen: Ömer Toprak feierte sieben Monate nach seinem Kartunfall ein überzeugendes Comeback in der Startelf, auch Neuzugang Papiss Cissé hinterließ einen guten Eindruck. Dazu haben Talente wie Williams oder Daniel Caligiuri «noch Entwicklungspotenzial» (Dutt). Punkte gab es dafür noch nicht. Und an die Möglichkeiten des VfB, der sogar Nationalspieler wie Thomas Hitzlsperger oder Zdravko Kuzmanovic auf der Bank ließ, reicht das auch nicht heran. «Aber der Glaube daran, dass wir es schaffen, muss immer da sein», sagte Butscher.

 

Stuttgart gewinnt knapp in Freiburg

Stuttgart hat seine Erfolgsserie unter Trainer Christian Gross fortgesetzt - und einen weiteren Schritt aus der Abstiegszone gemacht. Der VfB siegte nach einer umkämpften Partie beim SC Freiburg. Den entscheidenden Treffer erzielte Angreifer Ciprian Marica. Der VfB Stuttgart befreit sich immer weiter aus der Abstiegszone der Bundesliga. Das 1:0 (1:0) im baden-württembergischen Duell beim SC Freiburg war bereits der dritte Erfolg in Serie unter dem neuen Trainer Christian Gross. "Es war auswärts, es war schwierig, es war ein Derby, daher bin ich zufrieden. Das war gut", sagte der Schweizer Coach. Das Siegtor von Angreifer Ciprian Marica in der 41. Minute vergrößerte am Freitagabend dafür die Sorgen der Freiburger. Der SC bleibt die schlechteste Heimmannschaft der Liga, ist seit vier Spielen ohne Sieg und ohne Tor und würde am Samstag in der Tabelle zum ersten Mal seit vier Monaten wieder auf den Relegationsplatz zurückfallen, sollte Hannover 96 in Mainz punkten.

"Mit dem Erfolg ist das Selbstvertrauen wieder zurückgekommen", sagte Stuttgarts Mittelfeldspieler Aliaksandr Hleb. Nationalspieler Thomas Hitzlsperger ergänzte nach dem Abpfiff: "Freiburg ist heimstark, wir wussten, was auf uns zukommt und haben uns entsprechend darauf eingestellt. Am Ende hätten wir das Ergebnis sogar noch deutlicher gestalten können."  Marica schloss bei seinem entscheidenden Treffer einen gelungenen Spielzug über Hleb und Pawel Pogrebnjak sicher ab und ließ Simon Pouplin im Freiburger Tor keine Chance. Glück hatte der VfB, dass Schiedsrichter Felix Brych ein vermeintliches Tor von SC-Zugang Pappis Cissé (63. Minute) nicht anerkannte. Freiburgs Kapitän Heiko Butscher hatte den Ball abgefälscht, dabei aber im Abseits gestanden.

Einziges Manko war zunächst die Chancenverwertung

Stuttgart machte vor 23.900 Zuschauer von Beginn an Druck und überzeugte auch spielerisch. Vor allem der in der Hinrunde hart kritisierte Hleb war als Antreiber im Mittelfeld äußerst aktiv. Einziges Manko war zunächst die Chancenverwertung. Pogrebnjak scheiterte mit einem Freistoß aus 18 Metern an Pouplin (14.) und verfehlte in der 28. Minute freistehend aus kurzer Distanz das Tor. Zudem vergaben Marica (16.) und Georg Niedermeier (18.) bei Kopfbällen jeweils knapp die Führung. Der SC kam kaum zur Entfaltung. Die einzige Möglichkeit in der ersten Halbzeit hatte Abwehrspieler Felix Bastians (30.). Auch nach dem Seitenwechsel bestimmte der VfB weitgehend das Geschehen. Einen Schuss von Roberto Hilbert klärte Verteidiger Ömer Toprak auf der Linie (47.). Erst gegen Ende der Partie wurde Freiburg gefährlicher und drängte auf den Ausgleich. Stuttgart boten sich dadurch einige Konterchancen - ein weiterer Treffer fiel aber nicht. 

 

Derby: Badener, Schwaben und die Polizei

Mit 1:0 hat der VfB Stuttgart beim SC Freiburg gewonnen. Als Sieger fühlte sich nach dem Derby aber auch die Freiburger Polizei. Protokoll eines High-Risk-Spiels aus Polizeisicht. Die Temperaturen im Freiburger Osten liegen knapp über dem Gefrierpunkt. Das Badenovastadion fühlt sich an wie ein großer Kühlschrank. Und doch könnte es ein heißer Abend werden.
"Aus unserer Sicht wäre es besser, wenn der VfB gewinnt", sagt Gabriel Winterer. Er betrachtet die Sache aus rein beruflicher Sicht. Winterer ist der Einsatzleiter der Polizei bei diesem vom Deutschen Fußballbund (DFB) so eingestuften Hochrisikospiel. Und Winterer hat sich mit seiner Mannschaft in den grünen "Trikots" mindestens genauso so akribisch auf das Derby vorbereitet wie die beiden Trainer von SC und VfB ihre Teams.

Kurz vor 18.30 Uhr kommen die ersten Fanbusse aus Schwaben. Höllental, Himmelreich und dann Freiburg. Mit "Hofbräu"-Flaschen in der Hand, aber ruhig und schweigend wie Lämmer steigen die Fans aus. Diese erste Beobachtung sprechen die beobachtenden Polizisten sofort in ihre Funkgeräte.

Gut für die Polizei: Weil das Spiel erst nach 22 Uhr endet und es dann keinen Zug mehr zurück in die Landeshauptstadt gibt, kommen fast alle Fans mit Bussen und damit direkt am Stadion an. Lang, lang ist’s her und trotzdem hat es keiner vergessen: Beim letzten Baden-Württemberg-Derby an Ostern 2004 gab es mächtig Stress zwischen den "gewaltsuchenden Fans" und der Polizei. Rund 250 Anhänger dieser Kategorie – "nur ein Prozent der Stadionbesucher" (Winterer) – werden auch an diesem Abend erwartet. Die meisten davon aus Stuttgart, aber auch beim SC gibt 50 bis 80 Anhänger, die in die Risikogruppe einsortiert werden. Dennoch: Was Krawalle anbelangt, gilt Freiburg beim DFB ansonsten als unauffälliger Fußballstandort. "Wir sind da eine Insel, aber wir haben uns das mit einer klaren Linie erarbeitet", sagt Polizeieinsatzleiter Winterer, der Chef des Reviers Süd.

IM STUTTGARTER KORRIDOR

Die Stuttgarter Fans nehmen ihre Freiburger Gegenüber an diesem Abend nur als Zaungäste war. Den mit einem ausrollbaren Zaun und Absperrgittern reihum hat die Polizei den Vorplatz vor der Südtribüne in einen "Stuttgarter Korridor" verwandelt. In diesem Sperrbezirk kommen die Busse an. Hier kommt kein SC-Fan hinein – und keiner der Stuttgarter Fans heraus. Große Scheinwerferanlagen beleuchten die Szene. "Bei den neuen Stadien sind die Eingänge schon baulich getrennt", erklärt Polizei-Pressesprecher Karl-Heinz Schmid. In Freiburg muss sich die Polizei anders helfen. Es ist zum dritten Mal nach den Spielen gegen Frankfurt und Köln, dass die Ordnungshüter diese klare Art der Fan-Trennung praktizieren. Etlichen VfB-Anhängern passt das gar nicht: "Wir fühlen uns diskriminiert", klagt Joachim Klein vom Fanclub Rot-Weiße Schwaben Berkheim. "So etwas wie hier habe ich noch nie erlebt – und das im so liberalen Freiburg", meint er. "Dass man irgendwo außerhalb vom Stadion ein Bierle trinkt und ein Schnitzel isst, das muss doch drin sein", findet er. Michi aus dem Jagsttal, ein anderer Fan, hat ein bisschen deftigere Ansichten. Aber Freiburg, das sei doch eigentlich kein Gegner. Er meint die Fans: "Wir brauchen einen richtigen Gegenpol". Ultras bräuchten Freiraum, fordert er.

BEIM BADNERLIED FLIEGEN BIERBECHER

Was das bedeutet, das demonstrieren die Fan-Vorarbeiter vom gefürchteten "Commando Cannstatt" drinnen im Stadion im Gästekäfig. Als vor Spielbeginn die SC-Fans das Badnerlied singen, fliegen im VfB-Block Becher mit (alkoholfreiem) Bier gegen den Fangzaun, Mittelfinger werden gereckt und weiße Schals mit dem Württemberg-Wappen hoch gehalten: "Badener Arschlöscher". Am Zaun hängen nebeneinander drei, vier größere Commando-Cannstatt-Banner. Die dahinter stehenden 30 bis 40 Fans sehen vom Spiel deswegen gar nichts. Der sogenannte "szenekundige Beamte" (SKB) von der Polizei in Stuttgart behält seine Pappenheimer vom Stadion-Innenraum aus im Blick. Oft kommt es vor, dass mit Stadionverboten belegte Ultras mit zu einem Auswärtsspiel fahren, auch wenn sie nicht ins Stadion kommen. Fürs Derby hat die Polizei vorgesorgt: 18 gesperrte VfB-Fans haben eine Meldeauflage bekommen. Sie mussten sich um 20 Uhr auf dem Revier in Stuttgart melden – so hatten sie keine Chance zum Freiburg-Trip. Offenbar, so der Stuttgarter Beamte, hätten sich die Ultras Zurückhaltung auferlegt – um danach sagen zu können, die Polizei habe mit ihrem Aufwand übertrieben. Das VfB-Tor kurz vor der Pause sorgt noch dazu für anhaltend gute Laune beim Stuttgarter Anhang.

ULTRAS WOLLEN FANBUS ANGREIFEN

Hoch droben unterm Stadiondach über dem Gästeblock ist zu diesem Zeitpunkt auch Einsatzleiter Winterer zufrieden. Eine Schlägerei am Westeingang wurde durchgefunkt, eine Beleidigung, zwei sturzbetrunkene 15-Jährige, das Übliche halt. Auch die Polizei hält eine Halbzeitbesprechung, auf dem Vorplatz vor dem Gästeblock. "Ich habe einem SC-Fan das Leben gerettet", schmunzelt Ernst Lederle, der eine gelbe Leuchtweste mit der Aufschrift "Anti-Konflikt-Team" trägt.Der SC-Fan war mit SC-Trikot in den Gästeblock hineingegangen, weil er einem VfBler eine Karte bringen wollte. Die Hardcore-Schwabenfans haben dies jedoch anders gedeutet und sind in Angriffsposition gegangen. Jedenfalls wolle der SC-Fan ein solches Experiment nie mehr wiederholen, berichtet Polizist Lederle über den eingetretenen Lerneffekt.

BIERDUSCHE NACH DEM ABSEITSTOR

Szenenwechsel, Halbzeit zwei, Nordtribüne. "Stuttgarter Arschlöcher" schallt es nicht so wirklich originell aus der Tiefe des Raums. Als der Schiedsrichter wegen Abseits das vermeintliche Tor von Cissé aberkennt, fliegen auch hier Becher mit (auf dieser Stadionseite alkoholhaltigem) Bier. "Eine Szene kann schon reichen, damit die Stimmung kippt", sagt Patrick Amann, der szenekundige Beamte der Freiburger Polizei. Auch er behält "seine" Ultras im Blick: "Es ist zwiespältig – es sind schon auch die, die hier die Stimmung bringen", sagt er. Es komme da immer auch auf den Fan-Einpeitscher vorne mit dem Megaphon an: "Anfeuern ja, Hass nein", sagt Amann. Beim Anhang überwiegt in dem Moment der Trotz: "Ihr seid besser als der VfB". Spielschluss, zurück im Schwaben-Korridor. Alles friedlich. Die Fans klettern in ihre Busse. Einmal kurz gibt es noch Aufregung. Um die 50 20 Freiburger Ultras haben offenbar versucht, einen Stuttgarter Fanbus anzugreifen. Die Polizei stellt sich ihnen entgegen, woraufhin sie flüchten. Bei neun Fans kann die Polizei die Personalien feststellen. Gegen die Betroffenen wird ein Platzverweis ausgesprochen. Dann gehen auch an den Flutlichtmasten der Polizei die Lichter aus. Einsatzleiter Winterer nickt zufrieden. Schlusspfiff auch für das Team in Grün.

SC Freiburg: Verbale Fouls auf der Nordtribüne 


18.01.2010:

Der große Glücksgriff

Der VfB Stuttgart lebt. Nach dem 3:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg ist klar: Neu-Trainer Christian Gross ist es gelungen, den Schwaben frischen Mut einzuimpfen. Die Spieler glauben wieder an sich, vorbei die Zeiten von Frustration, Egoismus und mangelndem Selbstvertrauen. Stuttgart ist nach den zahlreichen Monaten der Frustration und der vielen Niederlagen wieder Optimismus eingekehrt. Seit vier Spielen ist der neue Trainer nun auf der schwäbischen Kommandobrücke und seine Bilanz liest sich eindrucksvoll. Drei Siege, ein Remis - Christian Gross ist es zu verdanken, dass die Stuttgarter in der Bundesliga wieder Licht am Ende des Tunnels sehen und sich nach dem verdienten 3:1-Erfolg über schwache Wolfsburger von den Angst einflößenden Abstiegsrängen entfernt haben.

Neuer Trainer, frischer Mut

Gross, der Schweizer Wundermann. Am späten Samstagabend gab es in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena kaum einen VfB-Akteur, der nicht in höchsten Tönen von dem neuen Trainer sprach. "Er hat jedem von uns wieder jede Menge Selbstvertrauen eingeimpft", sagte beispielsweise Torschütze Timo Gebhardt. Und der neue Kapitän Sami Khedira ergänzte: "Gross ist sehr direkt in seiner Ansprache und vermittelt jedem von uns, wie wichtig er ist." In der Tat scheint VfB-Sportdirektor Horst Heldt mit Gross einen Glücksgriff getan zu haben. Im Vergleich zu den letzten Spielen der Babbel-Amtszeit wirken die Stuttgarter wie verwandelt und zeigen endlich wieder, welches spielerische Potenzial in ihnen schlummert. Spieler wie Ciprian Marica oder der auch gegen Wolfsburg extrem starke Pavel Pogrebnyak zeigen endlich, wie es ihnen gelungen ist, zu Nationalspielern ihres Landes zu werden.

Hilbert zeigt alte Stärke

Hinzu kommt, dass die Stuttgarter endlich auch wieder Alternativen haben. Selbst ein Roberto Hilbert, eigentlich schon abgeschrieben, erhob sich gegen Wolfsburg wie Phoenix aus der Asche, erzielte einen Treffer und war Leistungsträger. Gross ist mittlerweile zu einem leuchtenden Beispiel dafür geworden, wie wichtig die Psyche bei einem professionellen Fußballspieler sein kann. Auch wenn Sportdirektor Horst Heldt gerne davon spricht, dass "man manche Dinge im Fußball einfach nicht erklären kann", ist doch auch klar, dass in Stuttgart schlichtweg wieder das alte Vertrauen in die eigene Leistungsstärke zurückgekehrt ist. Gegen Wolfsburg begannen die Stuttgarter von Beginn an engagiert und es war offensichtlich, wie wichtig ihnen ein guter Start in die Rückrunde war. "Wir hatten uns für das Spiel vorgenommen, genau dort weiterzumachen, wo wir in der Vorrunde gegen Hoffenheim aufgehört haben", bestätigte Christian Träsch, auch ein Synonym für den Stuttgarter Aufschwung.

Rückendeckung durch die Fans

Besonders auffällig ist dabei, dass die in der Vorrunde vorherrschenden Egoismen innerhalb des Kaders wie weggeblasen scheinen. Jeder kämpft für jeden im Schwabenland, wohl die größte Leistung des Trainers Gross. Hinzu kommt, dass sich auch das Stuttgarter Umfeld mit der Mannschaft versöhnt hat. Nach dem Fan-Aufstand nach dem Remis gegen den VfL Bochum in der Vorrunde, stehen die Anhänger nun wieder voll hinter ihrer Mannschaft und geben den Spielern so die notwendige Rückendeckung. Nur einer tritt mahnend auf die Euphoriebremse: "Es gibt noch viel zu tun", erklärte Gross nach dem Wolfsburg-Sieg. Abheben ist seine Sache nicht.
Dennoch: Sollte der VfB nun auch das schwere Auswärtsspiel beim SC Freiburg am kommenden Freitag erfolgreich meistern, scheint auch in dieser Saison noch einiges möglich zu sein. Erinnert sei hier nur an die vergangene Saison.


14.01.2010:

Läuft da was mit Bayern? Gegen Wolfsburg spielt er auch um seine Zukunft

Samstag (18.30 Uhr), beim Rückrunden-Auftakt gegen Wolfsburg, wird Sami Khedira (22) erstmals in einer Bundesliga-Partie die Mannschaft des VfB als Spielführer aufs Feld führen. Er vertritt den verletzten Matthieu Delpierre (Aufbau-Training nach Zehenbruch).
Doch in diesem Spiel geht es um mehr als um drei Punkte.
Käpitän Khedira – gegen Wolfsburg geht es auch schon um seine Zukunft!
Der Nationalspieler (Vertrag bis 2011) ist schon länger bei anderen Top-Klubs heiß begehrt. Gestern titelte „Sat1“ im Videotext: „Khedira zu Bayern?“ Im Text spekulierte der Sender über einen vorzeitigen Wechsel im Sommer, was dem VfB eine Ablösesumme im zweistelligen Millionen-Bereich einbringen würde. Khediras Berater Jörg Neubauer dementiert: „Es gibt keinen Kontakt zum FC Bayern. Der VfB ist unser erster Ansprechpartner.“
Klar ist: Stuttgart kann seinen hoffnungsvollsten Spieler nur dann halten, wenn der Rückrunden-Start und die Planungen für die neue Saison vielversprechend verlaufen.
Khedira: „Fakt ist, dass der VfB mit mir verlängern möchte. Das hat der Verein am Anfang der Saison bereits signalisiert. Aber bisher gab es aber noch keine konkreten Gespräche. Ich möchte auch zunächst die ersten Spiele in der Rückrunde abwarten, sehen wie sie verlaufen. Und ich möchte sehen, welche Perspektive es beim VfB gibt. Dann muss ich irgendwann einen Entschluss fassen.“
Neubauer sieht das genauso. Er sagt: „Für Nationalspieler ist natürlich die Perspektive sehr wichtig. Es geht bei Vertragsgesprächen um sehr viel mehr als um Gehalt und Vertragsdauer. Es geht darum, wie steht der Verein da, was ist geplant?“ Neubauer weiter: „Ich stehe mit Horst Heldt in Kontakt. Aber es gab noch keine Vertragsgespräche. Ich habe seine Nummer, er hat meine Nummer. Wenn einer nach dem anderen Sehnsucht hat, wird sich derjenige melden. Ich sehe das ganz entspannt.“
Die meisten Fans verfolgen diese Personalie sicherlich nicht ganz so entspannt...


28.12.2009:

Trainingsauftakt im alten Jahr

Nur neun Tage nach der letzten Bundesliga-Partie des Jahres begann für die Lizenzspielermannschaft des VfB am Montagvormittag die Wintervorbereitung auf die am 16. Januar 2010 mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg beginnende Rückrunde. Aufgrund der im Sommer stattfindenden Weltmeisterschaft in Südafrika ist die Winterpause extrem kurz.

"Auf die Challenge fokussieren"

Viel Zeit bleibt Cheftrainer Christian Gross und seinem Assistenten Jens Keller also nicht. Nach den Weihnachtsfeiertagen und zum Auftakt der Trainingswoche am Clubzentrum stand erst einmal eine lockere Laufeinheit am Neckarufer auf dem Programm. "Wir stehen vor einer riesigen Herausforderung", sagte VfB-Cheftrainer Christian Gross, "die Zeit zum Abschalten über die Feiertage war kurz, aber wir müssen uns auf die Challenge, die vor uns steht, fokussieren. Es geht nur um den Klassenerhalt, und das wird ganz schwer. In der ersten Woche möchte ich die Spieler weiter kennenlernen und mir ein Bild vom Leistungsstand machen." Hierfür sind einige Tests vorgesehen, die an den Vormittagen in Gruppen und teilweise im Innern absolviert werden. Am Dienstag- und Mittwochnachmittag trainiert die Mannschaft auf dem Platz, der Besuch der beiden Einheiten ist für die Fans möglich.

Zehenverletzung bei Delpierre

Montagfrüh konnte der Trainerstab nicht nur das Gros der Spieler, sondern auch als Gast VfB-Vorstand Horst Heldt in den Reihen begrüßen, die sich bei Sonnenschein zum Laufen aufmachten. Es fehlte neben dem Langzeitverletzten Martin Lanig und Afrika Cup Teilnehmer Arthur Boka auch Kapitän Matthieu Delpierre im großen Kreis der Akteure. Der Franzose laboriert noch an einem Zehenbruch, mit dem er auch das letzte Spiel des Jahres gegen Hoffenheim bestritt. Zur Ausheilung der Verletzung wird er erst einmal kürzer treten.

Tests an den Vormittagen, Training am Nachmittag

Für den Dienstagvormittag beraumte das Trainerteam einen Laktattest an. Jeweils morgens folgen weitere Checks und Krafteinheiten an den Folgetagen. Nur am Neujahrstag haben die Profis frei, Samstag folgen dann noch zwei Einheiten, ehe das Team am Sonntag zur weiteren Intensivierung der Vorbereitung ins Trainingslager ins spanische La Manga reist. Hier wird dann das Augenmerk auf Spielformen gelegt, und es sind auch zwei Testspiele vorgesehen.


19.12.2009:

Sieg zum Vorrundenabschluss

Bei eisigen Temperaturen schaffte der VfB gegen die TSG Hoffenheim am Samstagabend vor 41.000 Zuschauern einen verdienten 3:1-Sieg und holte sich somit seit langem wieder einmal drei wichtige Punkte.
Im Vergleich zum 1:1-Remis in Mainz brachte VfB-Cheftrainer Christian Gross für den gesperrten Jens Lehmann Ersatzmann Sven Ulreich. Innenverteidiger Serdar Tasci kehrte dagegen nach seiner Sperre für Georg Niedermeier wieder in die Startelf zurück.
Der Rasen in der Mercedes-Benz Arena war mit einer leichten Schneedecke bedeckt, weshalb sich ins Spiel beider Mannschaften viele Abspiel- und Stoppfehler einschlichen. Dennoch entwickelte sich von Beginn an ein gutes Spiel, dass der VfB weitestgehend im Griff hatte. 

Marica traf per Elfmeter

Chinedu Obasi zog in der dritten Minute von der Strafraumgrenze ab, doch Vedad Ibisevic fälschte den Ball ab, so dass dieser ungefährlich für Ulreich ins Toraus ging. Nach und nach riss die Gross-Elf die Partie an sich. In der 13. Minute setzte sich Pavel Pogrebnyak auf der linken Seite durch, doch seine Flanke geriet zu lang. Gebhart holte sich die Kugel wieder, passte flach in den 16er, wo Sami Khediras Versuch zur Ecke geblockt wurde. In der 19. und 26. Minute probierte es Christian Träsch jeweils aus der zweiten Reihe, zielte jedoch beide Male zu hoch. Kurz darauf prüfte auch Khedira den TSG-Schlussmann Daniel Haas, der für den an der Schweinegrippe erkrankten Timo Hildebrand spielte. Khediras Versuch stellte jedoch kein Problem für Haas dar. In der 29. Minute suchte Arthur Boka mit seiner Flanke Timo Gebhart, dessen Kopfball aber am Tor vorbei ging. Zwei Minuten später schickte Aliaksandr Hleb mit einem Pass Angreifer Pogrebnyak, der Andreas Ibertsberger austanzte, den Ball dann aber nicht mehr voll erwischte, sodass Haas parieren konnte. In der 32. Minute brachte Stefano Celozzi das Leder in den TSG-Strafraum, wo Ibertsberger per Handspiel verhinderte, dass Hleb an das Spielgerät kommt. Schiedsrichter Manuel Gräfe entschied folgerichtig auf Strafstoß. Ciprian Marica ließ sich diese Chance nicht entgehen und verwandelte sicher zum 1:0. Danach probierte es erneut Khedira aus der Distanz, doch Daniel Hass war wieder zur Stelle. Kurz vor der Pause dribbelte Maicosuel auf Sven Ulreich zu und blieb kurz vor dem 16er an Kapitän Matthieu Delpierre hängen. Gräfe pfiff, und der Gefoulte führte den Freistoß selber aus. Mit einem unhaltbaren Schlenzer über die Mauer erzielte der TSG-Stürmer das 1:1-Unentschieden. In der 45. Minute bewahrte der VfB-Keeper sein Team vor dem Rückstand, als er eine von Tasci abgefälschte Obasi-Flanke mit all seinem Können zur Ecke klärte. Diese erbrachte nichts mehr, und so blieb es beim Remis zur Pause. 

Frühe Gelb-Rote Karte für Luiz Gustavo

Die zweite Halbzeit bot ein ähnliches Bild wie die ersten 45 Minuten. Der VfB bestimmte die Partie, erarbeitete sich Torchancen und drängte die TSG in ihre Hälfte. Die Spieler um Kapitän Delpierre profitierten aber auch von der Gelb-Roten Karte für Luiz Gustavo in der 52. Minute, die dieser für ein Foulspiel an Sami Khedira sah. Doch auch schon zuvor kam der VfB zu guten Gelegenheiten. In der 48. Minute passte Marica auf Pogrebnyak, der alleine vor Haas auftauchte, den Ball aber knapp am Tor vorbeilegte. Dann dribbelte Hleb in der 52. Minute in den 16er, brachte die Kugel zu Gebhart, der jedoch übers Tor schlenzte. Zehn Minuten später startete Boka in Richtung TSG-Strafraum, spielte Doppelpass mit dem eingewechselten Cacau und zog aus 18 Metern ab. Haas klärte den Schuss zur Ecke. Diese wurde abgeblockt, doch Träsch kam ans Leder und versuchte es direkt, scheiterte aber auch an Haas.

Endstand durch Sami Khedira

In der 68. Minute machte sich die Hereinnahme von Cacau bezahlt. Gebhart flankte in die Mitte, Pogrebnyak ließ prallen und Cacau tunnelte Haas aus kurzer Distanz zum 2:1. Dann fasste sich in der 76. Minute der eingewechselte Sebastian Rudy aus rund 18 Metern ein Herz, schoss aber knapp drüber. Timo Gebhart hätte in der 81. Minute beinahe einen Alleingang übers halbe Spielfeld mit einem Tor gekrönt, doch vor Haas versagten ihm die Nerven und er schoss dem Keeper in die Arme. Dafür passte er in der 83. Minute wunderschön in den freien Raum, und Sami Khedira lief auf und davon. Der deutsche Nationalspieler schüttelte Josip Simunic ab und hämmerte den Ball zum 3:1 in die Maschen. In der 89. Minute ermöglichte Christian Gross VfB-Verteidiger Ludovic Magnin einen würdigen Abschied. Er brachte den Schweizer, der zum FC Zürich wechselt, für Timo Gebhart und "Ludo" ließ sich ein letztes Mal von seinen Fans feiern. Der VfB spielte die Partie souverän zu Ende und hätte in der 90. Minute durch einen Knaller von Boka auch noch das 4:1 erzielen können. Doch Haas klärte mit der Faust zur Ecke.
So bleib es letztendlich beim hoch verdienten Sieg für die Mannschaft von Christian Gross, die somit für einen ordentlichen Vorrundenabschluss sorgte und auf dem 15. Tabellenplatz überwintert.
 

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16.12.2009:   Ich habe mich erst mal wieder sammeln müssen. Dieser Lehmann kotzt mich an. 2 Punkte für den Arsch. Danke.

Nach seiner Roten Karte wird der Keeper bis Ende Januar aus dem Verkehr gezogen. Die VfB-Geduld mit ihm ist fast am Ende

Ruhig und besinnlich sieht irgendwie anders aus. Und so war die Weihnachtsfeier beim VfB Stuttgart am Montag denn auch das Einzige, was bei den Profis und Verantwortlichen der Schwaben dieser Tage halbwegs Harmonie verströmte. Ansonsten ist beim VfB weiter Unruhe angesagt. Nächstes Kapitel: Das DFB-Sportgericht sperrte Jens Lehmann wegen seiner roten Karte im Spiel beim FSV Mainz für drei Spiele. Damit ist der Keeper frühestens am 31. Januar im Heimspiel gegen Borussia Dortmund wieder einsetzbar. Die Nachwehen von Jens Lehmanns neuerlichem Eklat sind ohnehin noch nicht abgeklungen. Sportlich steckt das Team von Neu-Trainer Christian Gross zudem in akuten Abstiegsnöten.

Rauswurf droht

Nun stört eine "Bild"-Meldung einmal mehr die Konzentration aufs Wesentliche - und entfacht noch mehr Druck: Demnach habe der VfB den Beschluss gefasst, Lehmann unmittelbar zu feuern, sollte sich der Keeper auch nur noch einen Aussetzer leisten. Auf Nachfrage von Sport1.de ließ Heldt offen, ob es einen solchen Beschluss gibt. Der Manager erklärte allein: "Es gibt zu diesen ganzen Themen öffentlich nichts mehr zu sagen." Zumal Heldt auch noch an anderen Fronten Abwehrkämpfe liefern muss. Denn Hamburger Medien berichteten am Dienstag übereinstimmend, dass der 40-Jährige Wunschkandidat des HSV auf den vakanten Sportchef-Posten sei.

Heldt: "HSV ist für mich kein Thema"

Heldt bestätigte eine Kontaktaufnahme der Hanseaten, erklärte aber: "Das ist für mich kein Thema, wir haben zurzeit andere Probleme." Das größte davon heißt Lehmann. Der Ex-Nationaltorwart war zuletzt in steter Regelmäßigkeit negativ aufgefallen: Es begann mit der Kritik an den Stuttgarter Bossen nach dem Rauswurf von Markus Babbel. Dann folgte - trotz Abmahnung - die Weigerung, die dafür verhängte Geldstrafe von angeblich 40.000 Euro zu zahlen. Nach der "Pinkel-Pause" im Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni gipfelte Lehmanns Eskapaden-reiche Woche schließlich im Platzverweis von Mainz und der Attacke auf einen VfB-Fan, dem Lehmann die Brille klaute. "Der Erfolg steht über allem", sagt Gross. Der - anders als Vorgänger Babbel - autoritäre VfB-Coach verlangt nicht weniger, als dass sich die ganze Mannschaft dem Ziel Klassenerhalt unterordnet. Lehmann mit inbegriffen, der sich frühere Aussagen ("Der Nicht-Abstieg ist für mich kein Erfolg. Wie soll ich mich da motivieren“) fortan verkneifen muss, um das ohnehin angespannte Team-Binnenverhältnis nicht noch mehr zu ramponieren. Intern rieben sich die Teamkollegen nicht zuletzt auch daran, dass der exzentrische Schlussmann in der Vergangenheit vielfach Sonderrechte genossen hatte, unter anderem mit dem Helikopter zum Training einschwebte und stets auf seinen freien Tag pochte. 

Gross' "Herkules-Arbeit"

Immerhin einen kleinen Anfang zur Wende hat Gross schon geschafft, der sich im Ländle nach eigenem Befinden mit einer "Herkulus-Aufgabe" konfrontiert sieht. Neues Selbstvertrauen impfte der Schweizer, der sich Siezen lässt, seinen verunsicherten Profis beim Champions-League-Weiterkommen ein. Und auch gegen Mainz zeigte der VfB bis zur 87. Minute eine solide Leistung und griff nach einem Dreier. Ehe Lehmanns Fauxpas neue Turbulenzen in Gang brachte.


06.12.2009:   Das wars dann Herr Babbel ...

Babbel in Stuttgart entlassen

Das Spiel gegen den VfL Bochum (1:1) war sein letztes auf der Trainer-Bank des VfB Stuttgart: Nach Informationen von SPORT BILD online haben sich die Schwaben von Teamchef Markus Babbel (37) getrennt. Die Spieler wurden am Sonntag Mittag darüber informiert. Für 15 Uhr hat der VfB eine Pressekonferenz angesetzt. Babbel hatte den schwäbischen Verein am 23. November 2008 als Nachfolger von Meistertrainer Armin Veh übernommen und die Stuttgarter von Platz zehn noch in die Champions League geführt. In dieser Saison blieb der sportliche Erfolg allerdings aus: Seit nunmehr acht Spielen ist der VfB in der Bundesliga sieglos. Babbel ist der 319. Trainer in der Geschichte der Bundesliga, der vorzeitig seinen Posten räumen musste. Zuvor hatten in dieser Saison Marcel Koller beim VfL Bochum, Dieter Hecking bei Hannover 96 und Lucien Favre bei Hertha BSC Berlin vorzeitig gehen müssen. Noch vor Saisonbeginn war Aufstiegstrainer Jörn Andersen beim FSV Mainz durch Thomas Tuchel ersetzt worden.

 


02.12.2009:

Matthieu Delpierre ist neuer VfB-Kapitän

Matthieu Delpierre ist der neue Kapitän des VfB Stuttgart. Das gab VfB-Cheftrainer Markus Babbel der Mannschaft am heutigen Nachmittag bekannt. Matthieu Delpierre wechselte 2004 vom OSC Lille zum VfB. Bislang absolvierte er 128 Spiele im Trikot mit dem roten Brustring. "Wir sind in einer sehr schwierigen Situation, aus der wir nur gemeinsam herauskommen können. Am Samstag steht ein richtungsweisendes Spiel auf dem Programm, das wir mit aller Macht gewinnen müssen", so der  28-jährige Franzose, der das Kapitänsamt von Thomas Hitzlsperger übernimmt. Aus Sicht des Cheftrainers hinderte die Kapitänsrolle Thomas Hitzlsperger zuletzt daran, "auf dem Platz die Leistungen abzurufen, die er im Stande ist zu leisten und die er auch selber von sich erwartet. Darum habe ich entschieden, Thomas vom Kapitänsamt zu entbinden. Damit will ich ihm helfen, aus dieser Situation herauszukommen. Ich brauche ihn auf dem Platz. Er soll sich ganz auf sich konzentrieren, um wieder seine Bestform zu erreichen. Ich werde es aber nicht zulassen, dass er durch diese Maßnahme jetzt von außen zum Sündenbock gemacht wird."

"Es geht einzig und allein um den VfB Stuttgart"

Thomas Hitzlsperger zeigte auch in dieser für ihn schwierigen Situation Größe und äußerte sich wie folgt: "Natürlich ist das keine erfreuliche Situation für mich. Ich war gerne Kapitän dieser Mannschaft und habe immer versucht, mich auf und neben dem Platz im Sinne des Vereins einzubringen. Die Entscheidung ist hart, aber es geht in unserer momentanen Lage einzig und allein um den VfB Stuttgart. Jeder muss seine eigenen Interessen hinten an stellen und ist mehr denn je gefordert, alles für den Erfolg der Mannschaft zu tun. Und genau das werde ich auch in Zukunft machen."

Die Annehmlichkeiten sind vorbei

Während die Spieler hinter dem Clubgelände trainierten, trat VfB-Präsident Erwin Staudt vor die Medienvertreter, fand deutliche Worte zum Auftreten der Mannschaft und stärkte Cheftrainer Markus Babbel den Rücken. "Das Ergebnis vom Sonntag hängt uns allen noch immer in den Knochen. Das Team hat den Verein, die Fans, den Vorstand und das Trainerteam im Stich gelassen." Zu der öffentlich geführten Diskussion über den Trainer äußerte er sich wie folgt: "Markus Babbel wird Trainer bleiben. Wir haben Vertrauen in seine Arbeit, und er hat unsere volle Unterstützung, die nötigen Konsequenzen zu ziehen und die Mannschaft aus dieser Situation herauszuführen." Markus Babbel zeigte sich über das in ihn und seine Assistenten gesetzte Vertrauen erfreut. "Ich bin aber nicht blauäugig und weiß, dass wir Resultate brauchen. Ich verlange jetzt von den Spielern, dass sie alles für den Verein hinten anstellen. Sei es Familie oder Freizeit. Dann werde ich genau hinschauen, wer bereit ist, den Club aus dieser Situation mit herauszuführen", so Babbel, der laut Präsident Staudt "die Lizenz zum Gasgeben" habe. Aus Sicht des Cheftrainers hat Thomas Hitzlsperger als Kapitän zurzeit "zu viele offene Baustellen, die ihn davon abhalten, seine Top-Leistung zu bringen", so Babbel. "Darum habe ich entschieden, dass Thomas nicht mehr Kapitän ist. Damit will ich ihm helfen, aus dieser Situation herauszukommen. Ich brauche ihn auf dem Platz. Er soll sich ganz auf sich konzentrieren, um wieder seine Bestform zu erreichen. Ich werde es aber nicht zulassen, dass er durch diese Maßnahme jetzt von außen zum Sündenbock gemacht wird." Den neuen Kapitän bestimmt der Cheftrainer in den nächsten Tagen. Staudt machte klar, dass "die ganze Mannschaft gefragt ist. Der vorletzte Tabellenplatz ist für den VfB absolut unwürdig, die Spiele gegen Bochum, Urziceni, Mainz und Hoffenheim sind eine Frage der Ehre!" Wie prekär die Lage für alle Beteiligten zurzeit ist, verdeutlichte Markus Babbel. "Das ist für mich die schwierigste Zeit nach meiner Krankheit. Es geht jetzt nicht um Einzelschicksale, oder darum, seine eigene Haut zu retten, es geht um den Verein." In der Winterpause kommt dann die Zeit der Analyse, oder wie es Erwin Staudt ausdrückte, die Zeit, einen "Kassensturz" zu machen. "Da muss man sehen, woran es lag. Wir werden dann intensiv die Fehler analysieren und schauen, wer geht und wer kommt", sagte Erwin Staudt. Doch schon vorher wird es grundlegende Veränderungen geben. So wird es beispielsweise keine Trainingspläne mehr geben. "Ich entscheide individuell, wann und wie trainiert wird. Die Annehmlichkeiten sind vorbei. So etwas wie in Leverkusen darf nicht mehr passieren", sagte Markus Babbel. 


28.11.2009:   Die Mannschaft ist tot!!!! 

 

Unfassbar

Zu der Leistung in Leverkusen bedarf es keines weiteren Kommentars.

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26.11.2009:  

Gewappnet für die kommenden Aufgaben

Als das Team aus Glasgow zurückkehrte, schien in Stuttgart die Sonne. Und auch in die Gesichter der Spieler war sie zurückgekehrt. Der 2:0-Erfolg in der UEFA Champions League wirkte auf die Akteure sichtlich befreiend. Gut gelaunt drehten die gestern eingesetzten Profis mit Konditions- und Reha-Trainer Christian Kolodziej einige Runden um das Trainingsgelände, um nach dem gestrigen, intensiven Spiel und der heutigen Rückreise wieder Lockerheit in die Beine zu bekommen.

Große Chance gewahrt

Nach zehn sieglosen Pflichtspielen war der Mannschaft am Vorabend nicht nur ein überzeugendes, sondern auch von Erfolg gekröntes Spiel gelungen. Das Team belohnte sich selbst mit dem 2:0-Sieg und fuhr bei den Rangers den ersten Auswärtssieg auf höchster europäischer Ebene nach über sechs Jahren ein. Damals gewann man bei Panathinaikos Athen 3:1. Die große Chance auf ein Weiterkommen in das Achtelfinale wie in der Champions League Saison 2003/2004 ist gewahrt, und es wurde außerdem viel Selbstbewusstsein getankt. Das Überwintern im Europacup steht indes schon fest, denn auch bei einer Niederlage im abschließenden Duell mit Unirea Urziceni am 09. Dezember ist die Teilnahme an der Europa League garantiert.

Das Kollektiv beeindruckte

Nach dem Spiel bei den Glasgow Rangers wollte Cheftrainer Markus Babbel keinen seiner Spieler hervorheben. Vielmehr zeigte er sich von der gezeigten mannschaftlichen Geschlossenheit beeindruckt, die das wichtige Erfolgserlebnis erst ermöglichte. So waren für ihn auch die Torschützen und -vorbereiter nur ein Teil des Ganzen. Auch wenn Sebastian Rudy mit seinem ersten Treffer für die Profis den Weg ebnete, und das 19-jährige Top-Talent auch der Flankengeber für den zweiten Treffer durch den einmal mehr überzeugenden Zdravko Kuzmanovic war, gewann der VfB die Partie noch mehr über das Kollektiv. Ob im Ibrox Park zu Glasgow der Durchbruch gelang, wird allerdings erst der kommende Sonntag zeigen. Dann hat der VfB die nächste Mammutaufgabe vor der Brust, wenn er beim Tabellenführer Bayer Leverkusen gastiert.

Babbels Bubi will der VfB-Ronaldinho werden

Dass wir das noch erleben dürfen...

Überall feiernde Stuttgarter, die sich über den ersten Pflichtspiel-Sieg seit dem 27. September freuen. Und mittendrin ein 19-jähriger, der seinem Trainer durch ein Tor und eine Vorlage beim 2:0 in Glasgow (vorerst) den Job rettete.

Bubi Rudy!

Wer ist dieser Junge, bei dem sich Markus Babbel (37) neben dem neuen Star Zdravko Kuzmanovic (22, schoss drei der letzten vier VfB-Tore) bedanken muss?

Rudy privat: Vorbild ist Brasiliens Superstar Ronaldinho (29, AC Mailand): „Was der mit dem Ball anstellt, ist sensationell.“ Als Jugendlicher hing in seinem Zimmer auch ein Poster von Bernd Schneider (36, früher Leverkusen). Er hat drei Brüder und eine Schwester. Wuchs im Schwarzwald auf. Unter der Dusche singt er schon mal den Song „Du bist und du bleibst ein Traum“ der Gruppe F-Raz.

Rudy früher: Er spielte mit seinem Vater Claude als kleiner Junge im Garten. Später galt er auch als Talent im Tennis und Eishockey. Als er 2003 zum VfB kam, wohnte er direkt neben dem Stadion im Carl-Benz-Center.

Rudy sportlich: An seinem ersten Arbeitstag vor einem Jahr holte Babbel den Mittelfeldspieler zu den Profis. Bisher acht Bundesliga-Spiele, U-21-Nationalspieler.

Babbel: „Er ist ein außergewöhnliches Talent. Ich erwarte auch außergewöhnliche Situationen von ihm, er soll nicht nur mitlaufen.“

Rudy sagte nach seinem Gala-Auftritt (BILD-Note 2) in Glasgow: „Wenn man zehn Spiele hintereinander nicht gewinnt, ist so ein Sieg auch für den Trainer gut.“ Kluge Erkenntnis vom Rudy-Bubi. 


13.11.2009:  

Das VFB-Lazarett

7 Profis schuften fürs Comeback – gestern verletzte sich auch noch Hleb. Sieben Profis schuften für ihr Comeback.

Wenig Punkte – viele Verletzte: Der VfB Stuttgart geht am Stock. Acht Tage vor dem wichtigen Spiel gegen den Bundesliga-Letzten Hertha BSC waren sieben Spieler angeschlagen.
Gestern erwischte es dann auch noch Alexander Hleb (28). Der Weißrusse bekam einen bösen Pferdekuss auf den rechten Oberschenkel, musste um 16.59 Uhr das Training abbrechen. Wie schwer die Verletzung ist, wird sich erst heute rausstellen.

Außerdem im VfB-Lazarett!
Serdar Tasci (22): Der Innenverteidiger geht derzeit an Krücken, um seinen linken Mittelfuß (Überlastungsreaktion) zu schonen. Sein Tagesprogramm: Reha-Behandlungen. Tasci wird für den gesamten Hinrunden-Endspurt ausfallen.

Cacau (28): Der Nationalstürmer ist drei Wochen nach seinem Muskelfaserriss in der Hüfte wieder im Lauftraining, sagt: „Ich möchte gegen Hertha wieder spielen.“ Anfang kommender Woche ist seine Rückkehr ins Mannschaftraining geplant.

Sami Khedira (22): Nach seiner Überlastungsreaktion im Mittelfuß trainiert er derzeit nur im Kraftraum, geht dort u.a. aufs Laufband. Rückkehr des Nationalspielers frühestens Anfang Dezember.

Ricardo Osorio (29): Zwei Wochen nach seinem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel trainiert der Mexikaner in der VfB-Reha-Welt, macht dort u.a. Stabilisationsübungen, fährt auf dem Ergometer. Er wird wohl noch weitere drei Wochen ausfallen.

Christian Träsch (22): Zog sich beim 0:0 vor zwei Wochen gegen Bayern eine Leistenzerrung zu, befindet sich seit einigen Tagen im Lauftraining. Montag möchte er wieder mit der Mannschaft trainieren. Sein Einsatz gegen Hertha ist wahrscheinlich.

Matthieu Delpierre (28): Der Franzose brach sich vor acht Tagen die Mittelhand, wurde am Montag operiert. Derzeit trainiert er noch individuell, seine Rückkehr ins Mannschaftstraining ist für Montag geplant. Auch er soll gegen Hertha wieder fit sein.

Martin Lanig (25): Nach seinem Kreuzbandriss vor drei Monaten wurde er Mitte Oktober noch am Meniskus operiert. Sein Comeback wird erst im neuen Jahr erwartet.

Gute Besserung...


03.11.2009:

Vagner Love oder doch Jovanovic?

Die Stürmer des VfB treffen viel zu selten. Deshalb wollen die Roten im Winter nachbessern. Prompt rücken zwei alte Bekannte in den Fokus: Vagner Love und Milan Jovanovic. Ihr Vorteil: Ihnen muss keiner erklären, wo das Tor steht. Die Stürmersuche ist eröffnet. Präsident Erwin Staudt hat eine Verstärkung in der Winterpause in Aussicht gestellt: "Wie es im Moment aussieht, wird das eine ganz wichtige Frage sein." Das kommt beim Teamchef prima an. "Das freut mich natürlich", sagt Markus Babbel, "dass wir handeln können, wenn ein Stürmer zu haben ist, von dem wir überzeugt sind." Womöglich muss der VfB nur ein paar Kontakte auffrischen. Zum Beispiel den zum Berater von Vagner Love (26): Der Brasilianer, seit Sommer zu Palmeiras ausgeliehen, hat auch für den Tabellenführer seines Heimatlandes in neun Einsätzen vier Treffer erzielt. Ein Wechsel zum VfB scheiterte im Sommer, weil sein Verein ZSKA Moskau mehr als 20 Millionen Euro Ablöse forderte. Für einen Wechsel von Vagner Love spricht weiter viel: Seine Frau will nicht nach Moskau zurück, die Saison in Brasilien endet im Dezember, und Vagner Love hat bereits signalisiert, dass er sich im Januar einen Wechsel nach Europa vorstellen kann. Allerdings müsste ZSKA Moskau seine Forderungen deutlich zurückschrauben. Auch andere Ex-Kandidaten rücken wieder in den Blickpunkt. Milan Jovanovic (28) hat für Standard Lüttich in zwölf Ligaspielen schon siebenmal getroffen. Klaas-Jan Huntelaar (26) hat von seinen bekannten Qualitäten nichts eingebüßt, allerdings hat er für den AC Mailand in acht Einsätzen noch nicht getroffen. Das Problem: Mit seiner Hinhaltetaktik im Sommer hat Huntelaar den Vfb vergrätzt. Auch Kevin Kuranyi (27) ist wieder im Gespräch. Schalke 04 ist hoch verschuldet, Topverdiener Kuranyi steht angeblich auf der Verkaufsliste, der Vertrag des besten Schalker Torschützen (fünf Tore) läuft aus. Allerdings sehen die VfB-Fans Kuranyi sehr kritisch - das gibt auch dem Verein zu denken.

Thomas Näher


02.11.2009:

Remis im Südklassiker

Der VfB spielte am Samstagnachmittag im Südschlager gegen den FC Bayern München in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena mutig und mit viel Leidenschaft. Dabei wurden die Akteure über die gesamte Spieldauer von ihren Fans bedingungslos unterstützt. Am Ende gelang der Babbel-Elf zwar kein Tor, jedoch ließ man auch keinen Gegentreffer zu, so dass es nach 90 Minuten 0:0 stand.
Im Vergleich zum DFB-Pokal Spiel in Fürth brachte Markus Babbel zwei neue Akteure. Für Elson durfte Aliaksandr Hleb von Beginn an ran, und für Pavel Pogrebnyak stürmte Julian Schieber. Christian Träsch rutschte von der zentralen Position vor der Abwehr ins rechte Mittelfeld, und Zdravko Kuzmanovic räumte auf der Sechser-Position auf.

Tolle Aktion vor Spielbeginn

Kapitän Thomas Hitzlsperger und seine Kollegen sorgten schon vor dem Anpfiff für großen Jubel bei den Fans. Nach dem Aufwärmen rannten sie geschlossen in die Cannstatter Kurve und bedankten sich für die überragende Unterstützung in der Vergangenheit. Und so motiviert, wie sie sich vor Spielbeginn zeigten, legten die VfB-Profis auch direkt nach dem Anpfiff los. In der dritten Minute setzte sich Hitzlsperger über links durch und flankte in den Strafraum, wo Träsch mit vollem Risiko aus halbrechter Position abzog. Hans-Jörg Butt klärte mit Mühe zur Ecke. Nur zwei Minuten später ließ Ciprian Marica Bayerns Holger Badstuber stehen, flankte vor den FCB-Kasten, wo Butt kurz vor Julian Schieber klären konnte. Der VfB-Stürmer kam nur eine Minute später erneut an die Kugel, fasste sich aus rund 17 Metern von der linken Strafraumecke ein Herz und zwang Butt zu einer Glanzparade. Die Bayern schossen in Person von Anatoliy Tymoshchuk in der elften Minute zum ersten Mal aufs Tor, doch Jens Lehmann nahm den schwachen Abschluss ohne Probleme auf. Zwei Minuten später brach Ricardo Osorio einen Sprint auf der rechten Angriffsseite ohne Einwirkung eines Gegenspielers plötzlich ab. Der Mexikaner musstete mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden. Es kam Roberto Hilbert in die Partie, der mit Christian Träsch die Positionen tauschte.

Torlos in die Kabinen

In der 17. Minute bewahrte Lehmann sein Team mit einem tollen Reflex vor dem Rückstand, als das Leder nach einer Gomez-Flanke von "Kuz" aufs eigene Gehäuse flog. In der 25. Minute lenkte Lehmann einen Tymoshchuk-Schuss aus der zweiten Reihe um den Pfosten. Marica nahm in der 38. Minute einen Flankenball von Boka mit der Brust an und zog direkt ab. Doch Badstuber blockte den Versuch zur Ecke. Mario Gomez setzte kurz vor der Halbzeit einen Schuss aus spitzem Winkel ans Außennetz, und Schieber probierte es kurz darauf aus 14 Metern aus der Drehung, scheiterte aber am guten Butt. Beide Mannschaften spielten konzentriert und hatten ähnlich viele Spielanteile. Die besseren Chancen hatte jedoch der VfB. Nur ein Tor gelang der Babbel-Elf vor dem Pausenpfiff nicht.

Abseitstor von Luca Toni

In den zweiten 45 Minuten neutralisierten sich die beiden Teams mehr, als in der ersten Halbzeit, was zur Folge hatte, dass nur noch wenige Strafraumszenen entstanden. So hatte auf VfB-Seite Roberto Hilbert in der 50. Minute nach einer Boka-Flanke per Kopf die größte Chance der zweiten Hälfte, doch Butt rettete spektakulär für die Bayern. In der 67. Minute war Jens Lehmann nach einer Hereingabe von Edson Braafheid einen Moment schneller am Ball, als Luca Toni. Dazwischen probierte vor allem der VfB viel und erarbeitete sich auch ein Übergewicht, doch gefährliche Tormöglichkeiten sprangen dabei keine mehr heraus. Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal spielte clever und lauerte auf Fehler der Babbel-Elf. Nach einer Ecke von Bastian Schweinsteiger köpfte Toni neben das Tor. Das Spiel lebte in der Schlussphase von der Spannung. Jens Lehmann klärte nach einigen Abspielfehlern der eigenen Abwehr vor Luca Toni. In der 86. Minute stockte den Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena kurz der Atem. Nach einer Flanke von Philipp Lahm erzielte Luca Toni ein Tor. Der Italiener stand jedoch knapp im Abseits.
Beim VfB lief gegen Ende der Partie nicht mehr viel zusammen. Einzig ein Schuss von Aliaksandr Hleb aus rund 20 Metern sorgte in der Nachspielzeit für Gefahr, der Versuch ging jedoch neben den Münchner Kasten. Dafür funktionierte die Defensive um Serdar Tasci und Matthieu Delpierre einwandfrei. Somit war das 0:0-Unentschieden letztendlich verdient. Die Mannschaft von Markus Babbel kämpfte beherzt und zeigte in der Anfangsphase der ersten Halbzeit schönen Fußball.

Stimmen zum Spiel 


28.10.2009:   Der Countdown für Babbel läuft und die Gerüchteküche brodelt ...

Babbel am Ende

Hier eine Auswahl von Berichten aus der Presse ...

Ein Bild mit Symbolcharakter. Stuttgarts Trainer Markus Babbel winkt nach dem Pokal-Aus gegen Fürth den Fans zu. Tschüß VFB ...


27.10.2009:

Balljunge führt Lehmann vor

Kaum ein Spiel, in dem Stuttgarts Torwart Jens Lehmann nicht von sich reden macht. Waren es früher seine Paraden, sind es heute seine Aussetzer. In Hannover legte er sich sogar mit einem Balljungen an. "Selbst die Balljungen sind Betrüger", schimpfte er später. Nun wird als „Reiz- und Witzfigur zugleich" verspottet.

Am Sonntag hatte er wieder einmal trainingsfrei, während die Mannschaft ihre Übungseinheiten absolvierte. An der Sonderrolle von Jens Lehmann beim VfB Stuttgart hat sich nichts geändert. Für VfB-Trainer Markus Babbel geht das in Ordnung. Dabei war Lehmann zuvor wieder einmal aus der Rolle gefallen. Ein Balljunge hatte die frühere Nummer 1 im DFB-Auswahlteam im Spiel gegen Hannover 96 auf die Palme gebracht. Der hatte ihm den Ball statt in die Arme über den Kopf geworfen. Den Stuttgartern waren so einige Sekunden verloren gegangen. Ein Balljunge hatte die frühere Nummer 1 im DFB-Auswahlteam im Spiel gegen Hannover 96 auf die Palme gebracht. Der hatte ihm den Ball statt in die Arme über den Kopf geworfen. Den Stuttgartern waren so einige Sekunden verloren gegangen.

„Was mich am meisten ärgert, ist die Kultur des Zeitschindens in der deutschen Bundesliga", monierte der ehemalige Schlussmann des FC Arsenal. Auch sein Gegenüber Florian Fromlowitz im 96-Tor bekam sein Fett weg. „Der lässt sich fallen und behandeln, obwohl nichts war", klagte der Routinier.

Die Gelbe Karte in dem emotionsgeladenen Spiel sah allerdings nicht Fromlowitz, sondern - wieder einmal - Lehmann. Seine zweite in dieser Saison. Schon oft hat sich Lehmann Faux Pas geleistet. So riss er zum Beispiel in der vergangenen Saison seinem Kollegen Khalid Boulahrouz während des Spiels das Stirnband vom Kopf und pfefferte es hinters Tor. Dazu stieß er Spieler um, lästerte über den Schiri. Vier gelbe Karten brachte ihm das in der letzten Spielzeit ein. Lehmann stand wiederholt sogar vor einer Sperre. Hannovers Manager Jörg Schmadtke zeigte sich denn auch verwundert über Lehmanns Äußerungen. Zu „Bild" sagte er: „Dass Lehmann sich zur moralischen Instanz des deutschen Fußballs aufgeschwungen hat, hat mich schon überrascht. Man sollte sich mal erinnern, was er in seiner sicher tollen Karriere alles gemacht hat, Schuhe von Gegenspielern wegwerfen, Leute würgen." Auch die Reaktionen der Fans offenbaren eher Unverständnis für den VfB-Torwart. So schreibt beispielsweise Dennis Bastians an SPORT BILD: "Jens Lehmann selbst benimmt sich doch seit seiner Rückkehr in die Bundesliga am unfairsten, und die Schiris lassen ihm alles durchgehen. Mit seinem Verhalten auf dem Sportplatz ist er jedenfalls kein Vorbild für die Jugend! „Es gibt kein Spiel mehr, in dem Jens Lehmann nicht unangenehm auffällt. Inzwischen spaltet der Ex-Nationalkeeper nicht mehr die Gemüter - er eint die Fans: in ihrem Spott und in ihrer Ablehnung. Lehmann ist Reiz- und Witzfigur zugleich", unkte jetzt auch die „Stuttgarter Zeitung". Und das ausgerechnet vor dem so wichtigen Pokalspiel der Stuttgarter gegen Greuther Fürth. Im November wird der 61-malige Nationalspieler 40 Jahre alt, weise scheint er aber auch im hohen Fußball-Alter noch nicht geworden zu sein, wie sein Abgang aus Hannover zeigt. „Ich muss jetzt nach Hause, meine Kinder erziehen, damit die sich korrekt verhalten", so Lehmann.

 

Ob er dabei ein gutes Beispiel abgibt, darf bezweifelt werden.


20.10.2009:

Darum kämpfe ich für Babbel

BILD: Sie kämpfen für den Trainer wie ein Löwe. Hat sich Markus Babbel schon bei Ihnen bedankt?

HORST HELDT: Es geht nicht darum, dass ich für die Person Markus Babbel kämpfe. Ich tue das aus Überzeugung.

BILD: Warum ist Babbel der richtige Trainer?

HELDT: Es geht nicht darum, unser Tun für die Öffentlichkeit zu rechtfertigen, aber: Das Trainer-Team ist voll bei der Sache. Sie sind engagiert. Es ist nicht ansatzweise zu erkennen, dass das Trainer-Team oder die Mannschaft resigniert, es gibt keine Anzeichen, dass das Trainer-Team die Mannschaft nicht im Griff hat.

BILD: Oder wollen Sie bewusst, wie bei der Stürmer-Suche, wo Sie mehreren Kandidaten absagten, gegen den Strom schwimmen und Mechanismen der Bundesliga außer Kraft setzen?

HELDT: Wenn wir uns an anderen Vereinen orientieren, fällt oft der Name Werder Bremen. Die hatten in der vergangenen Saison auch eine ähnlich schwierige Situation, in der man in der Liga weit hinter den Erwartungen geblieben ist. Da wurde auch der Kopf des Trainers gefordert. Der Verein ist standhaft geblieben: Nicht, weil sie gegen den Strom schwimmen wollten, sondern weil sie aus Überzeugung gehandelt haben. Ich analysiere für mich objektiv und emotionslos und handele in die eine oder andere Richtung: Und ich bin überzeugt, dass wir das richtige Trainer-Team haben.

BILD: Wir wetten aber, dass nach der nächsten Niederlage die Frage kommen wird: Sitzt Babbel beim nächsten Spiel noch auf der Bank?

HELDT: Ich muss natürlich noch hinzufügen: ,Nichtsdestotrotz brauchen wir Ergebnisse.‘ Das wissen wir auch.

BILD: Wie lange kann man so einem Druck standhalten?

HELDT: Es ist doch klar: Dadurch, dass wir weit hinter unseren Erwartungen sind, haben wir Druck von allen Seiten. Damit müssen wir umgehen. Aber wir brauchen auch die Ergebnisse.

BILD: Was ist, wenn die Ergebnisse nicht kommen? Greift dann trotzdem der ganz normale Bundesliga-Mechanismus: Trainer weg?

HELDT: Ich kann da nicht in die Zukunft schauen. Ich kann nur eines sagen: Wir hinterfragen permanent die Situation. Auf welchem Stand wir nächsten Dienstag, in drei Wochen, in vier Wochen stehen, kann ich Ihnen jetzt noch nicht beantworten.

BILD: Waren Sie in dieser Saison schon mal in der Kabine und haben Klartext geredet?

HELDT: Nach einer Niederlage ist es einfach, in die Kabine zu gehen und irgendeinen populistischen Mist von sich zu geben, damit man wie ein HB-Männchen wahrgenommen wird und von der Öffentlichkeit auf die Schulter geklopft bekommt. Ich sehe meine Aufgabe anders, als nur Dinge zu tun, damit sie gemacht wurden.

BILD: Gibt es da Vorbilder?

HELDT: Es gibt da schon den einen oder anderen alten Weggefährten, der solche Situationen schon oft durchgemacht hat. Ich habe beispielsweise selten erlebt, dass Felix Magath laut war. Er war leise – aber treffend und eindeutig. Das war viel nachhaltiger. Irgendwann nimmt man HB-Männchen nicht mehr für voll.

BILD: Bernd Schuster hat im DSF gesagt, dass die Fehlzeiten von Markus Babbel wg. des Trainerlehrgangs für die Mannschaft schlecht seien.

HELDT: Was wäre das denn für eine Berufsauffassung, wenn ein Spieler sich sagt: Nur weil der Chef nicht da ist, lasse ich die Puppen auf dem Tisch tanzen? Wir haben es den Spielern vom ersten Tag an gesagt: Wenn wir nur ein kleines Anzeichen bemerken, dass einer nicht gut genug trainiert, dann sortieren wir radikal aus. Das gab es aber auch nicht.

BILD: Wir müssen Ihnen eines ehrlich sagen: Sie sehen schlecht aus!

HELDT lacht: Ich habe die Nacht nicht gut geschlafen, weil ich stark erkältet bin.

BILD: Sind die Augenringe nur da, weil Sie krank sind?

HELDT: Wie gesagt: Ich habe eine ziemlich starke Erkältung mit Fieber, und da liegt man nachts schon mal da und spielt Dinge noch mal durch. Das war in den letzten zwei Tagen der Fall, dass ich gedanklich oder im Traum das Schalke-Spiel durchgegangen bin: Warum muss der Schiri das angebliche Foul von Schieber abpfeifen, das zum 2:2 geführt hätte? Oder warum macht der Kuzmanovic den Ball aus sechs Metern nicht rein? Manchmal schaue ich auch Fernsehen, um mich abzulenken. Aber das ist doch normal in so einer Situation.

BILD: In der letzten Nacht kam auf Pro 7 James Bond.

HELDT: Habe ich auch geschaut. Irgendwann bin ich aber bei Goldeneye eingeschlafen.

BILD: Noch mal zurück zum Sport. Der ganze Sturm ist eine Baustelle.

HELDT: Er ist eine von mehreren Baustellen. Wir haben zwar vorne ein Problem, aber hinten haben wir noch größere: Sonst würden wir jedes Mal 0:0 spielen. Stürmer sind natürlich besonders von der Gesamt-Situation abhängig. Wenn es bei uns insgesamt besser laufen würde, dann würde es auch bei den Stürmern besser laufen.

BILD: Was machen Sie in der Winterpause mit Bastürk, Simak oder Marica, die zur Zeit keine Rolle mehr spielen.

HELDT: Jetzt müssen wir erst einmal die momentane Situation in den Griff bekommen.


09.10.2009:

Im Sport1.de-Interview spricht Thomas Hitzlsperger über seine Situation beim VfB

Sport1.de: Der VfB Stuttgart mit Ihnen als Kapitän steckt aber im Moment in der Krise...

Hitzlsperger: Wenn man in der Nationalmannschaft immer nur Spieler aufstellen würde, deren Vereine gerade in der Tabelle oben stehen, müsste man permanent die Startelf ändern und das wäre auch nicht gut. Ich wäre natürlich lieber mit besseren Ergebnissen hierher gekommen. Trotzdem zählen für mich jetzt nur die beiden Länderspiele und da kann ich die Situation im Verein gut ausblenden.

Sport1.de: Warum läuft es beim VfB nicht?

Hitzlsperger: Es ist bei uns im Moment leider so, dass viele Spieler nicht ihre Topleistung abrufen. Dazu gehöre ich auch. Ich bemühe mich zwar, aber ich muss akzeptieren, dass es derzeit nicht in die richtige Richtung geht. Es gibt viel Kritik, aber da muss ich durch. Das ist keine schöne Situation, aber ich lasse mich von Widerständen nicht von meinem Weg abbringen. Grundsätzlich gilt für alle: Wir müssen jetzt mit der Mannschaft Lösungen finden.

Sport1.de: Wie könnten diese Lösungen aussehen?

Hitzlsperger: Wir waren letzte Saison Dritter und haben ja in den paar Monaten nicht das Fußball spielen verlernt. Also müssen wir die Unsicherheit bekämpfen, viel trainieren und konkrete Fortschritte erarbeiten. Allerdings warten in den nächsten Wochen schwere Gegner auf uns. Doch wir dürfen uns nicht aus der Bahn werfen lassen.

Sport1.de: Das Publikum in Stuttgart bewertet Sie derzeit nicht besonders positiv. Fühlen Sie sich als Sündenbock?

Hitzlsperger: Einige Medien sehen das offenbar so und verbreiten, dass ich als Führungsspieler nicht die richtigen Kommandos gebe. Aber das ist mir viel zu plump. Man muss mich daran messen, ob ich meine Aufgaben im Spiel gut oder schlecht umsetze. Ende letzter Saison war ich ein guter Führungsspieler, jetzt soll ich ein schlechter sein. Dabei mache ich jetzt als Kapitän viel mehr. Von daher finde ich die Vorwürfe absurd. Sport1.de: Denken Sie deshalb vielleicht darüber nach, Ihr Kapitänsamt zur Verfügung zu stellen?

Hitzlsperger: Nein, absolut nicht. Ich sehe das als Herausforderung. Im Moment kommt es knüppeldick, aber das nehme ich an. Wenn ich da gestärkt herauskomme, ist es für mich der nächste Schritt nach vorne. Deshalb belastet mich die Kapitänsbinde auch nicht.

Sport1.de: Ihr Ex-Teamkollege Mario Gomez hat aktuell ein ähnliches Problem in München.

Hitzlsperger: Ja, das stimmt. Das ist wirklich schade, denn ich wünsche ihm nur das Beste. Sicher hat er hat gerade einen schwierigen Stand bei Bayern. Ich glaube aber, dass ihm so eine schwere Phase weiterhilft und halte ihn für stark genug, da wieder herauszufinden. Vielleicht schon gegen Russland.

Sport1.de: Wie geht es Samstag aus?

Hitzlsperger: Ich bin zuversichtlich, dass wir mindestens ein Unentschieden holen und spätestens am Mittwoch gegen Finnland die WM-Qualifikation klar machen werden.


08.10.2009:

Gute Stimmung im Bierzelt

ohne Kommentar. Ich war nicht dort und schicke meine Gutscheine zurück.

Das Dinkelacker-Festzelt auf dem Stuttgarter Volksfest war mit  3.000 VfB-Fans gut gefüllt. Als der Präsident, Spieler und Trainer nach dem Essen die Bühne bestiegen, stieg die ohnehin schon gute Stimmung beträchtlich an. Gemeinsam aß die VfB-Delegation zu Abend und ließ sich Hähnchen, Maultaschen, Spätzle und andere Leckereien schmecken. Dazu gab es eine Maß Dinkelacker. Die Bierlaune war gut bei den anwesenden VfB-Mitgliedern, die sich durch eine frühzeitige Anmeldung für den VfB-Wasentag zwei Maß frisches Dinkelacker zum Preis von einer sichern konnten. Nach der Stärkung in der Zeltnische wurde das VfB-Team von Moderator Holger Laser begrüßt und später unter dem Applaus der anwesenden Gäste auf die Bühne gebeten.
 

Fassanstich durch Peter Reichert

VfB-Präsident Erwin Staudt richtete anschließend einige Worte an die VfB-Vereinsmitglieder, ehe sich der VfB-Fanbeauftragte Peter Reichert an den Fassanstich wagte, und dabei nicht nur von VfB-Maskottchen Fritzle lautstark angefeuert wurden. Nach zwei Hammerschlägen des Deutschen Meisters von 1984 war das Fass geöffnet. Bei der Bierrutsche machten Georg Niedermeier und Ludovic Magnin eine gute Figur, und anschließend standen Serdar Tasci und Co. zum Interview auf der Bühne bereit. Zum Abschluss des Abends konnten sich die Anhänger noch persönlich einige Autogramme holen.

Zum Wohlsein. Alle gut drauf. Unglaublich. Na dann auf die nächste Niederlage gegen Schalke. Willkommen im Abstiegskampf.

 

         

Looser unter sich, na dann Prost

 

jung, arrogant, überheblich, erfolglos, satt!!!

 

"VFB, ich danke dir für meine Millionen"

 

die können alle noch lachen, na denn


28.09.2009:

Hoffnungsträger ohne Starallüren

Mit seinem "Doppelpack" beim 3:0-Sieg in Frankfurt hat Julian Schieber den VfB Stuttgart zurück auf den Erfolgsweg gebracht. Der 20-jährige Stürmer, der in der vergangenen Spielzeit bereits zwölf Mal zum Einsatz kam, scheint nun den Durchbruch bei den Schwaben geschafft zu haben. Als Kind schlief Julian Schieber in roter Bettwäsche von Rekordmeister Bayern München, sein Vorbild war Jürgen Klinsmann: Spätestens nach seinem Auftritt beim 3:0 in Frankfurt ist das Sturm-Juwel in der Bundesliga selbst ein Begriff.

"Er ist kein Gomez-Ersatz"

Beim VfB hat der U-21-Nationalstürmer einen großen Schritt gemacht, um über lange Sicht in die Fußstapfen von Vorgänger Mario Gomez zu treten. Doch Teamchef Markus Babbel warnt vor überzogenen Erwartungen: "Er ist kein Gomez-Ersatz." Er habe große Fähigkeiten, allerdings müsse das Juwel noch geschliffen werden. Schieber gilt als mustergültiger Jung-Profi ohne Starallüren. "Er haut sich in jedem Training voll rein", lobt Babbel seinen Angreifer, der trotz seiner beiden Tore (17. und 31.) vor dem Auswärtsspiel in der Champions League am Dienstag bei Unirea Urziceni keine Ansprüche stellt: "Wenn man mich braucht, bin ich da. Alles andere entscheidet der Trainer."

Mit Bescheidenheit zum Erfolg

Schieber, der 2006 vom TSG Backnang in die VfB-Talentschmiede wechselte, glänzt lieber mit Taten als mit Worten. Von seinem ersten Bundesligaeinsatz in der vorigen Saison beim 3:0 bei Energie Cottbus erfuhren seine Eltern erst aus dem Fernsehen. Jetzt können sie wieder stolz auf ihren Filius sein.

Stimmen zum Spiel


22.09.2009:

Krankheit überstanden. Ich klinke mich wieder ein. Aber das Kölner Spiel erspare ich mir. Das darf alles nicht war sein.


31.08.2009:

Trostloser VfB: Heldt sieht Handlungsbedarf

Die Fehleranalyse von Horst Heldt war gnadenlos:
"Mangelnde geistige Frische, Wellen im Kopf, fehlende Aggressivität" - der Manager vom VfB Stuttgart war nach dem enttäuschenden 0:0 des Champions-League-Teilnehmers gegen den Aufsteiger 1. FC Nürnberg nicht zufrieden.
Und Heldt wird reagieren: "Wir müssen noch etwas machen", sagte er.
Die mit dem Einzug in die Königsklasse sichergestellten Millionen sollen also bis Montag sinnvoll investiert werden.

"Zwei, drei Spieler in der engeren Auswahl"
Und obwohl Heldts Kollege Martin Bader nach dem Achtungserfolg bei den Schwaben deutlich zufriedener wirkte, will auch der nach wie vor sieglose Club noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden.
Bei beiden Klubs werden Verstärkungen für die Offensive diskutiert, Stuttgart sucht nach dem Ausfall von Martin Lanig (Kreuzbandriss) aber auch fürs defensive Mittelfeld.
"Wir haben bis zum Winter große Aufgaben in drei Wettbewerben vor uns. Es ist unser Anspruch, überall möglichst lange dabei zu sein.
Wir haben zwei, drei Spieler in der engeren Auswahl", sagte Heldt.

Hamann zum VfB?
Einer dieser Spieler soll Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann sein, der zwar seit diesem Sommer vereinslos, aber ein guter Kumpel von VfB-Teamchef Markus Babbel ist und Lanig ersetzen könnte.
"Günstig wäre er ja und kicken kann er auch, aber wir müssten ihn sicher etwas aufpäppeln", sagte Babbel schmunzelnd.
Heldt fügte allerdings an: "Ob das eine gute Idee ist, weiß ich nicht. Vielleicht hat ja jemand noch eine?"

Kuzmanovic im Anflug?
Laut Internetseite der "Sport-Bild" soll Heldt selbst eine gekommen und der serbische Nationalspieler Zdravko Kuzmanovic (AC Florenz) im Anflug sein, doch Stuttgart wollte den Wechsel am Sonntag nicht bestätigen
Dass es dem VfB zumindest auf dem Platz bisweilen an Ideen mangelt, war gegen den Club deutlich zu sehen.
Laut Internetseite der "Sport-Bild" soll Heldt selbst eine gekommen und der serbische Nationalspieler Zdravko Kuzmanovic (AC Florenz) im Anflug sein, doch Stuttgart wollte den Wechsel am Sonntag nicht bestätigen
Dass es dem VfB zumindest auf dem Platz bisweilen an Ideen mangelt, war gegen den Club deutlich zu sehen.

Hleb angeschlagen
Der angeschlagene Spielmacher Alexander Hleb war nach seiner Einwechslung keine große Hilfe.
Nur Zugang Pawel Pogrebnjak deutete in zwei Szenen sein Potenzial an. "Man hat in den Gesichtern der Spieler gesehen, dass sie müde waren", meinte Heldt, doch in den Beinen sah es offenbar anders aus. "
Die Champions League ist eine billige Ausrede", sagte Sami Khedira.

Abwehr überzeugt
Auch die von Babbel praktizierte Rotation - er brachte nach dem 0:0 gegen den FC Timisoara fünf frische Kräfte - wollte keiner als Grund für das magere Remis gelten lassen.
Laut Heldt hätte sie "den Spielfluss nicht gehemmt", Khedira meinte: "Wir spielen ja trotzdem das gleiche System, jeder weiß also, wie er zu laufen und was er zu tun hat."
Wenigstens die Abwehr überzeugte. Nationalspieler Serdar Tasci, der seinen Vertrag beim VfB bis 2014 verlängerte, hatte daran seinen Anteil.
Als Erklärung für die dürftige Offensivleistung blieb dagegen nur mangelnde Qualität, weshalb Heldt ankündigte:
"Ich denke, dass es bis Montagnachmittag einen großen Schritt nach vorne geben wird."

Nürnberg näher am Sieg
Nürnberg denkt in kleinen Schritten. "Wir werden unserer Philosophie treu bleiben", sagte Manager Bader.
Die junge Truppe, möglicherweise ergänzt durch den Ex-Dortmunder Ebi Smolarek, soll also den Klassenverbleib sichern.
"Wir betrachten die Situation weiter unaufgeregt, nicht hektisch", ergänzte Bader. Dass das Ziel des FCN nicht unerreichbar ist, bewies der couragierte Auftritt.
"Das war eine klare Reaktion", sagte Trainer Michael Oenning mit Blick auf das 0:2 gegen Hannover 96.
Nürnberg war mit Marcel Risses Pfostenschuss sogar näher am Sieg.


25.08.2009:

Die Rotation ist positiv

Es war eine Premiere der besonderen Art: Beim 1:1 in Dortmund stand Stuttgarts Innenverteidiger Georg Niedermeier nicht nur zum ersten Mal in dieser Saison in der Startformation, sondern erzielte auch sein erstes Bundesligator.
Wie er den Saisonstart des VfB einschätzt, warum die Rotation im Team gerade für die jungen Spieler so wichtig ist und wie er das nächste Spiel gegen Timisoara beurteilt, verrät Niedermeier im Interview mit bundesliga.de.
bundesliga.de: Hat der VfB mit dem 1:1 in Dortmund eher einen Punkt gewonnen oder vielleicht doch zwei verloren?
Georg Niedermeier: Das ist schwer zu sagen nach dem Spielverlauf. Insgesamt ist das Unentschieden in Ordnung.
Wir können damit leben. Wir hatten zwar starke Phasen, in denen wir auch noch mehr als den einen Treffer hätten erzielen können.
Aber die Dortmunder hatten genau so ihre guten Momente und guten Möglichkeiten.
bundesliga.de: Sie haben Ihr erstes Bundesligator erzielt. Wie haben Sie die Situation erlebt?
Niedermeier: Hitzlsperger hat den Freistoß getreten, ich habe mich von meinem Gegenspieler weggestohlen und stand dann alleine vor Weidenfeller.
Da habe ich gedacht, ich köpf'� ihn mal rein. Aber es wäre mir lieber, jemand anders hätte das Tor gemacht und wir hätten dafür hinten zu Null gespielt.
bundesliga.de: Es war eine sehr intensive, bisweilen auch harte Partie.
Niedermeier: Beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie gewinnen wollen. Uns war klar, dass die Borussia uns die Punkte nicht schenken wird, vor allem nach ihrer Niederlage beim HSV.
Wir hatten uns auf einen aggressiven und offensiven Gegner eingestellt und haben von Beginn an entsprechend dagegengehalten. Es war manchmal hart, aber fair.
bundesliga.de: Macht so ein Spiel sogar mehr Spaß als ein ruhiger Kick?
Niedermeier: (lacht) Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn wir gleich vier Tore schießen und alles in ruhigeren Bahnen verläuft.
Nein, im Ernst, es macht schon Spaß, so ein Spiel zu führen. Da bist Du über 90 Minuten gefordert und kannst Dich voll einbringen.
bundesliga.de: Vier Punkte aus drei Spielen - wie schätzen Sie den Saisonstart ein?
Niedermeier: Ich denke, wir können zufrieden sein. Wir hatten zwei schwere Auswärtsspiele in Wolfsburg und Dortmund. Unser Heimspiel haben wir deutlich gewonnen.
Insgesamt sind wir gut in die Saison gestartet, aber wir sind auch noch nicht bei hundert Prozent.
bundesliga.de: Wie weit kommt die jetzige Leistung schon den hundert Prozent nahe?
Niedermeier: Wir haben sicher noch viel Potenzial. Dadurch, dass wir viel rotieren, steht oft auch eine andere Startelf auf dem Platz, die immer ein paar Minuten braucht, um sich zu finden. Das hat man auch in Dortmund gesehen.
bundesliga.de: Hilft bei der Rotation ein Tor wie ihr Treffer gegen den BVB auf dem Weg zu einem Stammplatz?
Niedermeier: Ich sehe mich als Herausforderer. Ich gebe im Training immer Gas und biete mich von Spiel zu Spiel an. Wenn ich dann meine Chancen bekomme, versuche ich sie zu nutzen und dem Team zu helfen.
Da kann so ein Tor sicherlich nicht schaden. Aber das muss der Trainer entscheiden.
bundesliga.de: Die Rotation spricht für einen starken Kader.
Niedermeier: Auf jeden Fall, sonst würde der Trainer nicht bedenkenlos in so einem Spiel wie beim BVB drei junge Spieler in der Startelf bringen.
Die Rotation ist gerade für die jungen Spieler im Team ein positives Zeichen. So bekommt jeder seine Einsatzzeiten und kann sich beweisen.
Auf der anderen Seite bekommen die anderen Spieler ihre verdienten Pausen. Das hat für jeden Vorteile.
Insgesamt haben wir einen sehr ausgeglichenen Kader, der für die Saison noch viele Optionen bietet.
bundesliga.de: Im nächsten Spiel am Mittwoch gegen Timisoara geht es um sehr viel: den Einzug in die Gruppenphase der Champions League.
Was erwarten Sie sich von dem Spiel?
Niedermeier: Es wird nochmal ein hartes Stück Arbeit, Timisoara niederzuringen. Aber wenn wir unser Tor machen und hinten sicher stehen, werden sie irgendwann aufgeben.
Wir werden unser Bestes geben und den Einzug in die Gruppenphase schaffen.


30.07.2009:

VfB plant Doppelschlag

Stuttgart - Horst Heldt war am Mittwoch schwer im Stress. Der VfB-Manager verhandelte an mehreren Fronten gleichzeitig, um die Suche nach neuen Spielern voranzutreiben. Dabei war er so erfolgreich, dass er sich in den nächsten Tagen vielleicht mal ein bisschen ausruhen kann - wenn zuvor Vollzug vermeldet wird. Beispielsweise mit dem russischen Nationalstürmer Pawel Pogrebnjak (25) von Zenit St. Petersburg, mit dem sich Heldt inzwischen deutlich angenähert hat - oder mit einem alten Bekannten, der seine Rückkehr nach Stuttgart ins Auge fasst: Alexander Hleb (28). Aber der Reihe nach. Inter Mailand ist im Werben um den Mittelfeldspieler aus Weißrussland aus dem Rennen. Dabei hatte der FC Barcelona noch am Montag mitgeteilt, dass Hleb und Samuel Eto'o zu dem Tauschgeschäft mit dem italienischen Traditionsverein gehören, der im Gegenzug seinen Star Zlatan Ibrahimovic an den Champions-League-Sieger aus Spanien verliert. Aber nun muss Eto'o alleine zu Inter, auch weil der Club nur 30 Prozent des Gehalts von Hleb zahlen wollte. 70 Prozent wären an Barcelona hängengeblieben. Der VfB signalisierte dagegen, die volle Gage zu übernehmen. Zudem wollte Hleb gar nicht nach Mailand.

Hleb könnte auch für den FC Bayern attraktiv sein

Dass der Transfer nach Stuttgart trotzdem noch nicht abgeschlossen ist, liegt erstens daran, dass Barcelona noch kein Okay sendete. Die Katalanen haben das letzte Wort. Immerhin erklärten sie jetzt, für Ibrahimovic noch mal fünf Millionen Euro an Inter zu überweisen, weil Hleb nicht für Mailand auflaufen wird - zusätzlich zu Eto'o und den 45 Millionen, die ohnehin fließen. Deshalb dürfte die zweite Hürde aus Stuttgarter Sicht höher sein. Denn der VfB hat einen Konkurrenten aus der Bundesliga. Dabei handelt es sich offenbar um den FC Bayern, der befürchten muss, dass Franck Ribéry zu Real Madrid wechselt. Außerdem ist der Franzose schon länger verletzt - und keiner weiß, wann er fit ist. Auch Bastian Schweinsteiger hat die Saisonvorbereitung fast komplett verpasst. Deshalb wäre Hleb wohl die ideale Lösung, um die Löcher zu stopfen. Die Bayern äußerten sich auf Anfrage zu diesem Thema nicht. "Die Entscheidung fällt definitiv in den nächsten 48 Stunden", sagt dafür der Hleb-Berater Uli Ferber. Trotz dieser Stellungnahme bezeichneten einige lokale Medien die Verpflichtung am Mittoch bereits als perfekt. Fest steht jedoch nur, dass der VfB die Nase gegenüber den Bayern im Augenblick vorne hat. Das hängt damit zusammen, dass der Kontakt zu Hleb nach dessen Abgang zum FC Arsenal im Sommer 2005 nie abgerissen ist - vor allem dank des Sportmanagers Jochen Schneider, der mit Hleb gut befreundet ist. Selbst als der Spieler vor ein paar Wochen öffentlich erklärte, beim FC Barcelona bleiben zu wollen, wurde die Verbindung gehalten. Diese Bemühungen könnten sich nun in einem einjährigen Leihgeschäft niederschlagen, das den VfB neben dem Gehalt von Hleb eine Gebühr von rund zwei Millionen Euro kosten würde. Eine anschließende Kaufoption ist vonseiten des FC Barcelona nicht angedacht.

Ablösesumme in Höhe von knapp zehn Millionen Euro

Der VfB will den Stand der Gespräche mit Hleb und Barcelona nicht kommentieren. Aus Vereinskreisen verlautet lediglich, dass man sich in den vergangenen Wochen ja schon zweimal am Ziel gewähnt habe: bei Demba Ba und bei Huntelaar. Auch hinter diese Transfers hatten einige Zeitungen bereits ein Häkchen gesetzt. Beide Male war das aber vorschnell. Damit ist jetzt zum dritten Mal alles klar - eigentlich. Was auf Hleb zutrifft, gilt auch für Pogrebnjak. Er ist mittlerweile die Nummer eins auf der Stuttgarter Stürmerliste, die seit 69 Tagen bearbeitet wird. So lange ist es her, dass Mario Gomez seinen Abgang zum FC Bayern verkündet hat. Zu hören ist zwar, dass der VfB das Rennen um Pogrebnjak gewonnen habe, aber ganz so weit ist es noch nicht. So geht es etwa noch um die Ablösesumme, die knapp zehn Millionen Euro betragen soll, obwohl der Vertrag des Angreifers in St. Petersburg im Dezember endet. Auch der Pogrebnjak-Manager Oleg Artemow spielt noch auf Zeit. Mit einer Entscheidung sei erst in zwei oder drei Tagen zu rechnen, sagt er gegenüber der StZ - und verweist darauf, dass es auch noch Interessenten aus England gibt. Dennoch hofft der VfB auch in diesem Fall auf den Zuschlag - noch in dieser Woche. Dann könnten Hleb und Pogrebnjak vielleicht schon am Samstag im Pokalspiel in Heilbronn gegen die SG Sonnenhof-Großaspach ins Geschehen eingreifen. Das wäre dann in Sachen Personalpolitik der große Stuttgarter Befreiungsschlag. Doch bis es so weit ist, erlebt Horst Heldt sicher noch die eine oder andere stressige Stunde.

 


 

03.07.2009:

Judas Gomez ist nicht 1 zu 1 zu ersetzen

Nach sechs Jahren beim VfB will Cacau (28) noch mehr Verantwortung übernehmen. Im BILD-Interview spricht der Brasilianer mit deutschem Pass über seine Ziele, die Nationalelf und dem Verräter Mario Gomez.

BILD: Cacau, Sie golfen gerne. Sie müssen hier in Donaueschingen im Paradies sein?

Cacau: „Ich spiele sehr gerne Golf, aber leider fehlt mir hier die Zeit und auch die Kraft.“

BILD: Schon geschlaucht?

Cacau: „Man merkt die Einheiten schon, aber bald ist es ja wieder vorbei.“

BILD: Und eine lange Saison mit Liga, Pokal und Champions League wartet. Ihre Erwartungen?

Cacau: „Ich denke, dass wir eine sehr gute Saison spielen können. Wir haben viel Qualität.“

BILD: Wie sieht eine gute Saison für Sie aus?

Cacau: „Wir wollen unter den ersten fünf dabei sein. Ich will in die Champions League. Mein persönliches Ziel ist der DFB-Pokal. Das wäre eine schöne Sache.“

BILD: Wie sehen Sie Ihre Rolle in der Mannschaft?

Cacau: „Ich bin jetzt sechs Jahre in Stuttgart. Ich freue mich auf die Verantwortung, will auf und neben dem Platz Vorbild sein.“

BILD: Dazu passt, dass Sie jetzt deutscher Nationalspieler sind?

Cacau: „Das ist ein sehr gutes Gefühl. Es war super, dabei zu sein und ich hoffe, dass noch mehr Nominierungen folgen. Für mich ist das eine Ehre.“

BILD: Verräter Mario Gomez hat bei Bayern das Training aufgenommen. Haben Sie das verfolgt?

Cacau: „Ich habe ein paar Bilder gesehen. Dazu kann ich nicht viel sagen. Es ist im Fußball nun mal so, dass Spieler wechseln. Den hake ich ab, wie den scheiss KSC.“

BILD: Ist er denn zu ersetzen?

Cacau: „Eins zu eins nicht. Vergleiche sind aber auch immer schwer. Es wäre auch unfair. Es ist schwer zu erwarten, dass einer, der neu kommt, genau so weitermacht.“

BILD: Demba Ba soll ihn vertreten...

Cacau: „Die Stürmer-Suche ist nicht meine Aufgabe. Ich bin ganz entspannt und sicher, dass der Richtige kommt.“

 

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