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06.05.2011:

Kurz vor der Ziellinie

Die Zielsetzung für das letzte Heimspiel der Saison am Samstag gegen Hannover 96 ist klar: "Wir wollen an unsere guten Leistungen anknüpfen", sagte Bruno Labbadia auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Drei Siege in Folge sprechen eine klare Sprache. "Wir gehen mit viel Selbstvertrauen aber auch mit Respekt vor dem Gegner in diese Partie. Hannover hat noch die Möglichkeit, die Champions League zu erreichen. Ich denke, diese Chance wollen sie nutzen. Wir treffen auf eine Top-Mannschaft, die eine klasse Saison spielt und als Team geschlossen auftritt", so der VfB-Cheftrainer, der gegen den Tabellenvierten auf Cristian Molinaro (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) verzichten muss. "Es reicht noch nicht ganz für Cristian, das Risiko wäre einfach zu groß. Ansonsten steht mir der Kader zur Verfügung, mit dem wir auch in Sinsheim erfolgreich waren", sagte der 45-Jährige.

"Wir sind gut vorbereitet"

Mit einem Sieg gegen die Niedersachsen wäre der Klassenerhalt gesichert, schon ein Unentschieden würde höchstwahrscheinlich ausreichen. Dementsprechend motiviert zeigte sich die Mannschaft unter der Woche im Training. "Wir haben wie bereits in den vergangenen Monaten sehr konzentriert gearbeitet, hatten aber auch Spaß während den Einheiten. Wir sind gut vorbereitet. Unser Fokus lag darauf, wie wir unsere Stärken gegen die Schwächen des Gegners einbringen können. Wir haben einen Kraftakt hinter uns, jetzt liegt noch ein weiterer Kraftakt vor uns. Wir sind kurz vor der Ziellinie und werden nochmal alles reinlegen, um diese auch zu überqueren", gab sich der VfB-Cheftrainer kämpferisch.
Gegen Ende der Pressekonferenz ging es um die Veröffentlichungen, in denen die Strukturen in den Führungsgremien des Vereins thematisiert wurden. Der VfB Stuttgart nimmt dazu wie folgt Stellung: Es werden Überlegungen zur zukünftigen personellen Zusammensetzung der Vereinsgremien angestellt. Oberste Priorität hat aber nach wie vor der Ligaverbleib. Der VfB Stuttgart wird sich zu gegebener Zeit zu diesem Thema äußern. Darüber hinaus bestätigte Sportdirektor Fredi Bobic den Wechsel von Sven Schipplock zur TSG Hoffenheim am Saisonende. Der Stürmer wird gemeinsam mit Elson und Philipp Degen vor dem Spiel am Samstag verabschiedet.

Zwei Tage vor dem letzten Heimspiel der Saison sprach der VfB mit Cacau und Martin Harnik.

Cacau und Martin Harnik sind zwar unterschiedliche Stürmertypen, haben jedoch zwei Sachen gemeinsam: Beide spielen in der Nationalmannschaft nicht für das Land, in dem sie geboren wurden – Cacau trägt das DFB-Trikot als gebürtiger Brasilianer, und der gebürtige Hamburger Martin Harnik läuft für Österreich auf. Außerdem waren beide VfB-Angreifer maßgeblich an den drei Siegen des VfB in Folge beteiligt. Beim 3:1-in Köln schoss Harnik das 2:0, beim 3:0 gegen Hamburg bereitete der Österreicher die beiden Tore des deutschen Nationalspielers vor, und auch beim 2:1 in Sinsheim war Harnik der Vorlagengeber für Cacau. Vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen Hannover 96 sprachen wir mit den beiden Stürmern.

Cacau, Martin, am Samstag steigt das letzte Heimspiel der Saison in der Mercedes-Benz Arena, wie groß ist die Vorfreude bei euch?
Cacau: "Ich freue mich sehr auf diese Partie. Wir sind in einer ganz anderen Position als noch vor zwei Monaten und haben den Klassenerhalt selbst in der Hand. Durch unsere guten Leistungen in den letzten Spielen haben wir viel Selbstvertrauen gewonnen. Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen, alle Ängste endgültig hinter uns lassen und durchatmen."
Martin Harnik: "Wir wollen uns nach dieser Saison gut von unseren Fans verabschieden, am liebsten mit einem Sieg."

Mit Hannover kommt eine Mannschaft nach Stuttgart, die noch um die Teilnahme an der UEFA Champions League spielt. Was sagt ihr zur Leistung der Niedersachsen?
Martin Harnik: "Vor der Saison hätte man gedacht, dass die Rollenverteilung eher andersherum wäre. Aber 96 hat es verdient, da oben zu stehen. Sie haben konstant gut gespielt, haben zwei gute Stürmer, spielen starken Konterfußball und haben wenig Gegentreffer kassiert. Aber gegen uns wird es nicht leicht für sie."
Cacau: „Überragend, was Hannover in dieser Saison gezeigt hat. Wir unterschätzen sie auf keinen Fall. 96 ist gut organisiert und schaltet sehr gut um zwischen Abwehr und Angriff. Der Trainer spielt eine entscheidende Rolle in Hannover. Er hat die Spieler gestärkt und gut eingestellt, und die Spieler setzen seine Vorgaben hervorragend um. Sie stehen nicht umsonst da oben."

Wie geht ihr in diese Partie:
Cacau: "Wir schauen nur auf uns. Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen, also spielen wir auf Sieg. Ich glaube auch, dass wir das schaffen können, wenn wir wie zuletzt alle zusammen wieder unsere Leistung abrufen.“
Martin Harnik: "Wir haben in den vergangenen Spielen gute Ergebnisse erzielt, daran wollen wir anknüpfen. Ich hoffe, dass ich auch zu Hause mal wieder treffe, immerhin hat es zuletzt mit dem Vorbereiten schon ganz gut geklappt." 


18.04.2011:  

Das Motto: Zurücklehnen verboten!

Wie sehr der VfB Stuttgart seinen Fans am Herzen liegt, konnte am Samstagabend auf der A61 bestaunt werden, als die rot-weiße Karawane nach dem 3:1-Erfolg beim 1.FC Köln freudetrunken wieder heimzog. Rund 5000 Freunde des Brustrings hatten den Traditionsclub von 1893 am Mittelrhein unterstützt. Nun glich die Autobahn einer Endloskette an schwäbischen Fanbussen. "VfB, Ole, Ole!", hieß es auch an jedem Parkplatz zwischen Köln-West, Moseltal, Hunsrück und Kraichgau, wo sich Mensch und Material mit Treibstoff versorgten. "Die Unterstützung unserer Fans war diesmal besonders beeindruckend - schließlich ist im Kölner Stadion immer richtiger Rummel", wusste auch der VfB-Trainer Bruno Labbadia hinterher, bei wem er sich zu bedanken hatte. In seiner Euphorie hatte der eigene Fanblock zu guter Letzt gar "einen Tag, so wunderschön wie heute" für sich entdeckt, während es um die Kölner Anhänger still geworden war. Die hatten sich noch vor Spielbeginn nach zuletzt sieben Heimsiegen in Serie an der Vereinshymne "Mer stonn zu dir, FC Kölle!" der Kultband de Höhner berauscht. Am Ende sangen natürlich nur noch die Getreuen des VfB, denn ihr Club hat mit dem Erfolg beim FC einen sehr großen Schritt in Richtung Klassenverbleib getan. Vier Punkte Vorsprung besitzen die Stuttgarter nun auf den Relegationsplatz 16 - einen derart großen Puffer auf die drei letzten Tabellenränge der Fußball-Bundesliga hat der VfB in der gesamten Saison noch nicht gehabt. Ist der Club damit bereits aus dem Schneider? Tatsächlich haben gerade die Spieler, die sich zuletzt von einem Haufen begabter Kleinkünstler zu einem eifrig punktenden Kollektiv zusammengerauft haben, sehr feine Antennen für die Situation entwickelt.

Trotz der Führung nicht nachgelassen

Also war sämtlichen Akteuren des Vereins für Bewegungsspiele auch nach dem klaren und verdienten Auswärtssieg durch Tore von Christian Träsch (51.), Martin Harnik (53.) und Zdravko Kuzmanovic (63./Handelfmeter) bei einem Gegentreffer von Milivoje Novakovic (68.) nicht nach ausuferndem Jubel zu Mute. So lagen sich die Spieler, die Trainertroika Bruno Labbadia, Eddy Sözer und Eberhard Trautner sowie die Betreuer auf dem Rasen kurz und heftig in den Armen. Doch nachdem sich alle beim treuen Gefolge an der Nordostflanke des Stadions bedankt hatten, kehrte im Tross der Stuttgarter Profikicker schnell wieder eine erstaunliche Nüchternheit ein. Geschafft ist noch lange nichts - so lautete der einhellige Tenor, den der Manager Fredi Bobic wie folgt zusammen fasste: "Wir können jetzt nicht durchschnaufen, uns nicht zurücklehnen. Es wird weiter Druck aufgebaut." Heute haben die Sieger von Köln frei. Aber schon morgen wird wieder um 10 und um 15 Uhr trainiert. Obwohl der VfB durch die Ergebnisse der Konkurrenz aus Gladbach, St.Pauli, Wolfsburg, Frankfurt, Bremen oder Kaiserslautern, innerhalb derer keiner mehr als einen Punkt holte, der Gewinner des 30. Spieltags im Unterrang der Tabelle ist, müssen noch weitere Zähler her. Das ist jedem klar. "Es war heute ein wichtiger Schritt, denn wir haben anders als bei der Niederlage gegen Kaiserslautern trotz der Führung nicht nachgelassen", sagte der Stürmer Cacau. "Aber wir müssen diese Mentalität auch beibehalten." Am Samstag empfängt der VfB, der nun 33 Zähler besitzt, den Hamburger SV, wo Bruno Labbadia vor genau einem Jahr seinen Trainerstuhl räumen musste. Da wollen die Stuttgarter ihren positiven Trend der vergangenen Wochen ("Das Lautern-Spiel war aber ein heftiger Rückschlag", so Labbadia) mit immerhin 14 Punkten aus den vergangenen sieben Spielen ausbauen. Schließlich soll der Verein möglichst nach den nächsten drei Partien das rettende Ufer erreicht haben. Den Grund erläutert Martin Harnik: "Am letzten Spieltag will keiner von uns gezwungen sein, in München noch was holen zu müssen." Zumal auch in Köln trotz des eindeutigen Ergebnisses deutlich wurde, wie fragil das VfB-System weiterhin ist. Schließlich war die erste Hälfte eine zum Abgewöhnen - und auch beim Unparteiischen Peter Sippel darf sich niemand beschweren. Den Elfmeter zum 3:0, in dessen Vorlauf Khalid Boulahrouz dem Kölner Pedro Geromel aus zwei Metern an den angewinkelten Unterarm geschossen hatte, gibt nicht jeder Referee. Beim VfB will man sich aber nicht mit derlei Nebengeräuschen aufhalten - lieber denkt man ans große Ganze. "Gewinner sind wir erst, wenn wir es schaffen, in der Liga zu bleiben", resümierte Bruno Labbadia, ehe er in den Teambus stieg, der die Mannschaft nach Stuttgart brachte. Der rot-weiße Geleitschutz auf der A61 dürfte aber auch den Trainer erstaunt haben.

Stimmen zum Spiel

Ein Bild für Kenner mit Adleraugen (siehe auch Bild oben):

Unser Vorstand, Chelsea, erkennt man deutlich beim Getränkenachschub. Bild mitte oben. Unverkennbar dieser Gang und dieses Profil. Einfach 1st-klassig!!! 


09.04.2011:

Kein Kommentar!!!


21.03.2011:  

Danke Sven!!!

Last-Minute-Schock für Felix Magath: 665 Tage nach der Titelfeier hat der Meistermacher von 2009 beim Comeback als Trainer des VfL Wolfsburg einen Sieg auf ganz bittere Art und Weise verpasst. Beim 1:1 (1:0) beim VfB Stuttgart kassierte der VfL in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. Wolfsburg bleibt damit als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz, Stuttgart bleibt nach zuvor drei Siegen in Folge als 15. auf dem ersten Platz am rettenden Ufer. Grafite, der in der Meistersaison unter Magath mit 28 Treffern Torschützenkönig geworden war, hatte den VfL in Führung gebracht (39.), vergab aber in der Schlussphase gleich mehrfach die Entscheidung. Dies rächte sich beim Ausgleich durch Georg Niedermeier. Nach der Länderspielpause in zwei Wochen stehen beiden Teams erneut Duelle gegen direkte Rivalen im Abstiegskampf bevor: Die Stuttgarter müssen bei Werder Bremen antreten, Wolfsburg empfängt Eintracht Frankfurt.

Lenz beginnt im Tor, Hajnal muss passen

Magath, der 15 Tage zuvor noch mit seinem alten Arbeitgeber Schalke mit 0:1 in Stuttgart verloren hatte, wartete in der Aufstellung gleich mit einer Überraschung auf. Anstelle des angeschlagenen Stammkeepers Diego Bengalio stand nicht der bisherige Ersatz Marwin Hitz, sondern Routinier Andre Lenz im Tor. Der 37-Jährige sorgte somit auch dafür, dass beim Magath-Comeback die älteste Wolfsburger Mannschaft in dieser Saison auf dem Feld stand. Die Schwaben mussten kurz vor dem Anpfiff einen personellen Rückschlag hinnehmen. Der in letzten Wochen überzeugende Spielmacher Tamas Hajnal fehlte wegen einer Oberschenkelzerrung, für ihn rückte der Ex-Wolfsburger Christian Gentner vom defensiven ins offensive Mittelfeld.

Kuzmanovic muss verletzt raus

Beiden Teams fehlte im Spiel nach vorne zunächst die Überzeugung. So dauerte es bis zur 24. Minute, ehe die Zuschauer die erste Chance sahen. Einen Linksschuss von Timo Gebhart aus spitzem Winkel parierte Lenz mit zwei Fäusten. Nachdem die Gäste durch einen Kopfball von Makoto Hasebe über das Tor (27.) ein erstes Lebenszeichen setzten, gingen sie beinahe in Führung: Nach einem katastrophalen Schnitzer von Serdar Tasci bediente Grafite seinen brasilianischen Landsmann Diego, doch der scheiterte aus drei Metern am glänzend reagierenden Sven Ullreich im VfB-Tor. Kurz vor der Pause dann ein weiterer Schock für die Schwaben: In Zdravko Kuzmanovic humpelte ein weiterer Mittelfeldspieler mit einer Knieverletzung vom Feld, für ihn kam Elson. Nur wenige Sekunden dann die Gästeführung: Stefano Celozzi schoss an der eigenen Torauslinie Hasebe an, den Abpraller nahm Grafite auf, düpierte Georg Niedermeier und schoss unhaltbar für Ullreich ein. Auch nach dem Wechsel blieb es ein schwaches Spiel. Wolfsburg verteidigte immerhin geschickt, der VfB agierte ohne Ideen und Durchschlagskraft. Die erste große Chance hatte dann auch wieder der VfL, doch einen Schuss des eingewechselten Jan Polak aus kurzer Distanz lenkte Ullreich an den Pfosten. In der Schlussphase vergab Grafite bei zwei Kontern jeweils die Entscheidung (80./82.) und hatte sogar nach Niedermeiers Ausgleich noch einmal die große Chance zum Siegtor (90+5).

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14.03.2011:  

Der VFB hat Glück und Sven Schipplock

Es gibt sie tatsächlich – die Gastfreundschaft im knallharten Abstiegskampf. Die Fans des FC St. Pauli empfingen die Stuttgarter Mannschaft und ihren Anhang mit Applaus. Und dann wurde sogar noch das VfB-Lied im Stadion am Millerntor gespielt. Der Gästetrainer Bruno Labbadia dürfte sich deshalb in seiner Meinung bestätigt fühlen, dass der FC St. Pauli eine lobenswerte Ausnahmestellung in der Fußball-Bundesliga einnimmt. Und wenn dann am Ende auch noch ein sehr glücklicher 2:1-Sieg herausspringt, gibt es keinen Grund zur Kritik – jedenfalls nicht am FC St. Pauli. „Der Sieg ist natürlich enorm wichtig für uns, obwohl wir ganz sicher nicht unsere beste Leistung gezeigt haben“, sagte Bruno Labbadia.

Der Trainer vertraute der Stuttgarter Mannschaft, die zuletzt den 1:0-Sieg gegen den FC Schalke in der zweiten Hälfte über die Zeit gebracht hatte. Christian Träsch übernahm also in Hamburg von Beginn an die Rolle des rechten Verteidigers, während Christian Gentner zusammen mit Zdravko Kuzmanovic das defensive Mittelfeldgespann bildete. Die Adduktorenverletzung von Khalid Boulahrouz machte diese Rochade notwendig. Im Vergleich mit dem FC St. Pauli sind das sehr überschaubare Korrekturen gewesen. Dessen Trainer Holger Stanislawski musste gleich eine gesamte Viererkette aus diversen Verletzungsgründen ersetzen. Die Probleme waren so groß, dass der Offensivspieler Fin Bartels nach hinten beordert werden musste. Der FC St. Pauli aber spielte nach vorne, während der VfB zu Beginn überraschend teilnahmslos wirkte.

Eine halbherzig aufgestellte Abseitsfalle begünstigte dann auch die 1:0-Führung der Gastgeber. Freistehend hatte Fabian Boll keine große Mühe, den Ball am VfB-Torwart Sven Ulreich vorbei ins Netz zu schieben.

VfB musste offensiver spielen - und tat es auch

Der VfB musste seine viel zu abwartende Spielweise ändern – und das tat er auch. Shinji Okazaki und Tamas Hajnal scheiterten in der 22. Minute noch an Thomas Kessler. An den Flachschuss von Zdravko Kuzmanovic kam St. Paulis Schlussmann aber zwei Minuten später nicht mehr heran. Zum Stuttgarter Ausgleich gesellte sich dann auch noch das Glück auf dem unmittelbar vor der Partie neu verlegten Rasen.

Gerald Asamoahs Schuss in der 34. Minute sprang von der Unterkante der Latte – ja, wohin eigentlich? Vermutlich nicht hinter die Linie. So sah es auch das Schiedsrichterteam um Thorsten Kinhöfer und ersparte dem VfB, der in der Abwehr immer wieder Abstimmungsprobleme hatte, in dieser kniffligen Situation den erneuten Rückstand. Das VfB-Tor geriet auch deshalb immer wieder in Gefahr, weil im zentralen defensiven Mittelfeld Träschs aggressive Vorgehensweise fehlte. Der VfB begann den zweiten Spielabschnitt ähnlich uninspiriert wie die ersten 45 Minuten. St. Pauli hatte erneut das Kommando übernommen. Keine Spur von Stuttgarter Angriffsbemühungen. Auch der zuletzt so agile Martin Harnik konnte keine Akzente setzen. Der Österreicher, der nach seiner fünften Gelben Karte nun einmal pausieren muss, rückte Mitte der zweiten Hälfte in die Sturmspitze vor, nachdem Pawel Pogrebnjak ausgewechselt worden war – ohne sich zuvor auch nur einmal in Szene gesetzt zu haben. Und das gegen die aus allergrößter personeller Not heraus geborene Hintermannschaft des engagiert spielenden FC St. Pauli. Es kam aber noch einmal etwas mehr Zug ins Stuttgarter Spiel, und den brachte der eingewechselte Timo Gebhart. Eine weit größere Wirkung hatte allerdings die Hereinnahme von Sven Schipplock. Als auf beiden Seiten überhaupt nichts mehr auf einen Siegtreffer hindeutete, war der 22 Jahre alte Stürmer zur Stelle. Sein Schuss in der 88. Minute schlug unten im Eck zum Stuttgarter 2:1-Siegtreffer ein und versetzte den völlig verdutzten Paulianern den überraschenden K.o-Schlag. „Wir sind mit einem blauen Augen davongekommen“ , sagte der VfB-Manager Fredi Bobic. Dieser Erfolg lässt den VfB nun auf den 13. Tabellenplatz klettern, so gut stand der Verein in der gesamten Saison noch nicht da. Und am kommenden Sonntag steht das nächste Abstiegsduell auf dem Programm, wenn der VfL Wolfsburg in Stuttgart gastiert. Sollte der VfB dann den vierten Sieg nacheinander feiern, dürfte er dem Klassenverbleib den wohl entscheidenden Schritt näher gekommen sein.

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28.02.2011:   Da liegt der arme Kerle ... Maik Arschlosch, wie er leibt und stirbt ... scheiss KSCler

VfB gelingt Befreiungsschlag

 "Torlos" Eintracht Frankfurt befindet sich in der Bundesliga weiter im freien Fall, der VfB Stuttgart schöpft dagegen im Abstiegskampf neue Hoffnung: Das Team von Trainer Bruno Labbadia gewann drei Tage nach dem Aus in der Europa League trotz 60 Minuten in Unterzahl bei den Hessen mit 2:0 (0:0) und konnte damit als Tabellenvorletzter den Abstand auf den Relegationsplatz auf zwei Zähler verkürzen. Dagegen taumeln die seit nunmehr sieben Spielen torlosen Frankfurter in dieser Form geradewegs der 2. Bundesliga entgegen. Stuttgarts Torjäger Martin Harnik sorgte mit seinem achten Saisontreffer für die Führung der Gäste (64.). Vorausgegangen war ein kapitaler Fehler von Frankfurts Ersatzkeeper Ralf Fährmann, der einen Schuss von Timo Gebhart aus 20 Metern genau vor die Füße von Harnik abprallen ließ. Nur vier Minuten später sorgte Tamas Hajnal mit einem sehenswerten Heber für das 2:0 (68.) und großen Jubel in der Stuttgarter Fankurve.

Verwirrung vorm Platzverweis

Die Zuschauer in der Commerzbank Arena sahen über weite Strecken eine angesichts der Brisanz umkämpfte Partie. Für große Aufregung sorgte zunächst der Platzverweis gegen Stuttgarts Matthieu Delpierre (15.). Maik Franz war Delpierre vor einem Freistoß auf den Fuß getreten, ehe sich der Stuttgarter Kapitän mit einer Tätlichkeit revanchierte. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) stellte erst Khalid Boulahrouz vom Feld, ehe dann doch Delpierre gehen musste. Franz sah die Gelbe Karte.

Ulreich mit starker Leistung

Fußball gespielt wurde in Frankfurt aber auch. Die erste Chance hatten die Gastgeber bereits nach sechs Minuten. Nach einem Freistoß von Linksverteidiger Georgios Tzavellas konnte VfB-Schlussmann Sven Ulreich einen Kopfball von Marco Russ gerade noch abwehren (6.). Anschließend war das Spiel eher von Fouls und Fehlpässen geprägt. Erst ein Kopfball von Frankfurts Alexander Meier (25.) sorgte für Gefahr. Auf der anderen Seite scheiterte der Japaner Shinji Okazaki (29.) an Eintracht-Keeper Fährmann, ehe Ulreich einen Kopfball von Theofanis Gekas gerade noch an die Latte lenken (38.) konnte. Nach dem Seitenwechsel versuchte Eintracht-Trainer Michael Skibbe mit den Einwechselungen von Ioannis Amanatidis und Martin Fenin die Offensive gegen die in Unterzahl spielenden Gäste zu stärken. Die große Chance zur Führung hatte dann Gekas, der völlig freistehend den Ball aber an den Pfosten setzte (56.). Zwei Minuten später rettete erneut Ulreich nach einem Kopfball von Fenin, ehe der VfB auf der Gegenseite seine Chancen eiskalt nutzte. Die Eintracht hingegen vergab in der Schlussphase noch weitere beste Möglichkeiten in Serie.

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21.02.2011:

Bayer im Schlußspurt zum wichtigen Heimsieg

Bayer Leverkusen hält dank Stefan Reinartz und Stefan Kießling als Tabellenzweiter Bayern München weiter auf Distanz, während die Lage für den VfB Stuttgart immer bedrohlicher wird. Die gute Leistung des Tabellenvorletzten aus Schwaben wurde beim 2:4 (1:2) in Leverkusen nicht belohnt, und der Abstand zum rettenden Ufer beträgt immer noch vier Punkte. Innenverteidiger Reinartz (81.) köpfte Bayer in der Schlussphase in Führung, bevor Kießling (90.+1) den Sieg perfekt machte. Kießling (6.) und Castro (41.) hatten zuvor die beiden Bayer-Treffer zum 444. Bundesliga-Erfolg des Werksclubs erzielt. Das zwischenzeitliche 1:1 des Österreichers Martin Harnik (16.) und das 2:2 durch den fulminanten 30-Meter-Schuss von Zdravko Kuzmanovic, der Nationaltorwart Rene Adler überraschte, reichten den Stuttgartern nicht, um in Leverkusen zu punkten. Es war die siebte Niederlage in den letzten elf Spielen.

Ballack nicht in der Startformation

Bei den Gastgebern saß Michael Ballack erneut nur auf der Bank und wurde erst in der 65. Minute eingewechselt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Rheinländer mit dem Remis noch gut bedient, denn Stuttgarts Nationalstürmer Cacau hatte zudem mit einem Pfostenschuss (61.) Pech. Auch der japanische Neuzugang Shinji Okazaki (57.) verpasste nur knapp sein erstes Bundesliga-Tor. Gegenüber dem 1:4 vor Wochenfrist gegen den 1. FC Nürnberg waren die Stuttgarter nicht wiederzuerkennen. Die Labbadia-Mannschaft knüpfte an die lange Zeit gute Leistung bei der 1:2-Niederlage in der Europa League bei Benfica Lissabon am vergangenen Donnerstag an.

Harnik sorgt für das 1:1

Vor allem der Ex-Dortmunder Tamas Hajnal erwies sich als treibende Kraft bei VfB. Der Ungar war es auch, der mit einem feinen Pass Harnik bediente, und dieser ließ sich die Chance zum Ausgleich mit seinem siebten Saisontor nicht nehmen. Die Leverkusener, die am Donnerstag in der Europa League locker 4:0 im ukrainischen Charkow gewonnen hatten, zeigten wie schon oft in dieser Spielzeit nur eine durchwachsene Leistung vor heimischer Kulisse. Dabei war Kießling, der diesmal von Trainer Jupp Heynckes den Vorzug gegenüber dem Schweizer Eren Derdiyok erhalten hatte und sein 200. Bundesligaspiel bestritt, frühzeitig das 1:0 geglückt. Heynckes hatte nach dem klaren Erfolg in Charkow wie erwartet wieder seine vermeintlich beste Anfangsformation aufgeboten, nachdem er in der Ukraine fleißig rotiert hatte. Stuttgart hielt das Spiel aber total offen, war in den zweiten 45 Minuten sogar besser.


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Ein Bild mit Symbolcharakter. Der Dialog mit den Anhängern vom VfB. Aber was bringts. Wieder keine Punkte.
 


14.02.2011:  

Der Aufschwung war nur von kurzer Dauer

Ausgerechnet die eigene Leihgabe Julian Schieber hat den VfB Stuttgart den nächsten Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg zugefügt. Der Stürmer des 1. FC Nürnberg führte die Franken im Süd-Derby bei den abstiegsgefährdeten Schwaben am 22. Bundesliga-Spieltag zu einem 4:1 (1:2)-Erfolg. Damit verpasste es Stuttgart, erstmals seit der zwölften Runde einen Nichtabstiegsplatz zu erreichen. Schieber avancierte zum Mann des Tages. Der Stürmer erzielte einen Tag vor seinem 22. Geburtstag sein sechstes Saisontor (28.) und bereitete das 3:1 durch Timothy Chandler mustergültig vor (51.). Timmy Simons (11.) hatte die Franken zuvor in Führung gebracht, Patrick Funk gelang kurz vor dem Halbzeitpfiff der Anschlusstreffer zum 1:2 (45.+2), der aber nicht mehr zur erfolgreichen Aufholjagd reichte. Mehmet Ekici setzte in der 63. Minute den Schlusspunkt.

VfB startet schwungvoll

Nach der dreizehnten Saisonniederlage rangiert das Team von Trainer Bruno Labbadia weiterhin auf dem 17. Platz und hat drei Zähler Rückstand auf den rettenden Rang 15. Der "Club" baute hingegen seine Serie weiter aus. Die Franken feierten den dritten Sieg in Folge und sind Neunter. Es war nach dem 3:2 in Bremen im Oktober 2010 erst der zweite Auswärtserfolg der Nürnberger. Labbadia musste sein Team im Vergleich zum 3:2 in Mönchengladbach gleich auf vier Positionen umstellen. Der VfB begann jedoch dominant und drängte die Nürnberger in die eigene Hälfte. Mit direktem Kombinationsspiel überbrückten die Gastgeber immer wieder schnell das Mittelfeld. So kam Stuttgart zu ersten Möglichkeiten.

Simons bringt FCN in Front

Martin Harnik setzte sich auf der rechten Mittelfeldseite gegen Javier Pinola durch und passte in den Strafraum, wo Juri Judt in höchster Not gegen den heraneilenden Pavel Pogrebnyak klärte (7.). Das erste Tor der Partie fiel jedoch auf der Gegenseite. Simons kam an der Strafraumgrenze frei zum Abschluss und ließ VfB-Keeper Sven Ulreich mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrchance (11.). In der 18. Minute rettete "Club"-Kapitän Andreas Wolf nach einer schönen Kombination über Tamas Hajnal und Pogrebnyak vor dem freistehenden Harnik die Führung für die Franken (18.). Das 2:0 erzielte Schieber mit einem sehenswerten Kopfballtreffer nach Flanke von Chandler (28.).

Debütant Chandler trifft zur Entscheidung

Labbadia reagierte zur Halbzeit und brachte DFB-Stürmer Cacau gegen seinen Ex-Club für Funk (46.). Doch die Umstellung auf mehr Offensive verpuffte, da Nürnberg nur sechs Minuten nach dem Seitenwechsel durch Chandler das vorentscheidende 3:1 erzielte (51. ). Der VfB agierte nun zusehends ängstlich und ungeordnet. Dies nutzte Ekici in der 63. Minute zum vierten Treffer der Franken. Das Ergebnis war noch schmeichelhaft für die Hausherren: Ekici mit einem Pfostentreffer (64.) und erneut der starke Schieber (67.) hätten die Führung gegen den Tabellensiebzehnten im Alleingang noch ausbauen können.

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07.02.2011:

Stuttgart dreht das Kellerduell

Der VfB Stuttgart hat seinen Auswärtsfluch beendet und schöpft nach einer tollen Aufholjagd wieder Hoffnung im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Die Schwaben gewannen das Kellerduell bei Borussia Mönchengladbach nach einem 0:2-Pausenrückstand mit 3:2 und verkürzten den Abstand auf die Nicht-Abstiegsplätze auf drei Zähler. Für Stuttgart war es der erste Auswärtssieg in der Liga seit dem 23. April 2010. Schlusslicht Gladbach wartet seit dem 9. April 2010 auf einen Heimsieg und verpasste durch die Niederlage die Revanche für das 0: 7-Debakel aus dem Hinspiel. Dante (29.) und Igor de Camargo (31.) sorgten mit ihren Toren für den scheinbar sicheren Vorsprung der Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck, doch Pawel Pogrebnyak (51. ), Martin Harnik (56.) und Timo Gebhart (87./Foulelfmeter) drehten mit ihren Treffern die Begegnung. Torschütze Dante sah zudem in der 86. Minute für sein Foul im eigenen Strafraum an Pogrebnyak Gelb-Rot.

Daems verpasst frühe Führung nur knapp

Vor der Begegnung fand im Borussia-Park eine Gedenkminute für den langjährigen Klub-Präsidenten Dr. Helmut Beyer statt. Der Ehrenpräsident des Vereins war am 24. Januar im Alter von 85 Jahren verstorben. Die Gladbacher waren gegen in der ersten Halbzeit schwache Gäste von Beginn an bemüht, sich für das Debakel aus dem Hinspiel zu revanchieren. Die Borussia bestimmte gegen das Team von Bruno Labbadia das Spiel und erarbeitete sich gute Torchancen. Kapitän Filip Daems setzte einen Freistoß aber knapp neben das Tor (11.).

Dante köpft unbedrängt ein

Danach verfehlte de Camargo mit einem Schuss von der Strafraumgrenze das VfB-Tor ebenfalls nur knapp (27.), Marco Reus scheiterte zwei Minuten später an Torhüter Sven Ulreich. Die anschließende Ecke von Reus köpfte Dante unbedrängt ein. Auch beim zweiten Gladbacher Tor machte die Stuttgarter Abwehr keine gute Figur, erneut leistete Reus die Vorarbeit. Nach dem Wechsel gab der Dortmunder Last-Minute-Transfer Tamas Hajnal sein Debüt beim VfB, der nun besser ins Spiel kam und Druck entwickelte. Nach dem Anschlusstreffer von Pogrebnjak drängte Stuttgart auf den Ausgleich. Harnik nutzte nur fünf Minuten später ein schönes Zuspiel von Arthur Boka. Gladbach war in der Folge geschockt, Stuttgart war nun das bessere Team. In der hektischen Schlussphase boten sich beiden Mannschaften Möglichkeiten zum Sieg. Der VfB nutzte seine Chance dann eiskalt aus.

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27.01.2011:

Ein teures Missverständnis

Er wurde im Sommer 2010 mit großen Hoffnungen von Fredi Bobic und dem damaligen Trainer Christian Gross verpflichtet - doch Mauro Camoranesi, der italienische Weltmeister von 2006, erlebte keine gute Zeit beim VfB Stuttgart. Sein Vertrag mit den Roten wurde am Mittwoch mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
Der 34-jährige Italo-Argentinier kam in der Hinrunde auf 14 Pflichtspieleinsätze für den VfB: Nur sieben Mal lief er in der Bundesliga auf, ein Mal im DFB-Pokal und sechs Mal in der Europa League. Dem rechten Mittelfeldspieler gelang kein Tor, er legte immerhin drei vor.
Das teure Missverständnis VfB Stuttgart/Mauro Camoranesi ist nun beendet. Nach Angaben des Vereins will Camoranesi mit seiner Familie zurück in seine Heimat nach Argentinien ziehen, um dort seine Karriere fortzusetzen.

"Ich habe Mauro als anständigen und ehrlichen Kerl kennengelernt, der sich beim VfB immer absolut professionell und weltmeisterlich verhalten hat", sagte jetzt VfB-Sportdirektor Jochen Schneider ». "Die Gespräche zur Vertragsauflösung waren von beiderseitigem Respekt geprägt. Wir haben uns im Guten voneinander getrennt."

 

Vor dem Derby gegen Freiburg

Im Jahr 2011 ist der VfB Stuttgart noch ungeschlagen. Vier Punkte aus zwei Spielen haben die VfB-Kicker gegen Mainz und Dortmund gesammelt. Trotzdem rangieren die Roten weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz. Drei Punkte trennen den VfB Stuttgart von einem Nicht-Abstiegsplatz. Punkte, die sich die Mannschaft von Bruno Labbadia im Heimspiel gegen den Konkurrenten aus Freiburg holen will. 

Der VfB Stuttgart hat Tabellenführer Borussia Dortmund durch Pogrebnyaks wunderschönen wie späten Treffer zum 1:1 einen Punkt abgeluchst, steckt aber als Tabellenvorletzter weiter im Schlamassel. Nun kommt's am Sonntagnachmittag zum württembergisch-badischen Klassentreffen gegen Freiburg, das beim 1:1 gegen Nürnberg Federn ließ. Die Bilanz 2011 des VfB unter dem neuen Übungsleiter Bruno Labbadia mit vier Punkten aus zwei Spielen stimmt. Nun soll der fünfte Heimsieg eingefahren werden. Der SC Freiburg hat auf den Ausfall von Bundesliga-Toptorjäger Cissé (Muskelfaserriss) reagiert und sich mit Jendrisek vom FC Schalke 04 verstärkt, der schon gegen den Club auflief.


24.01.2011:

Stuttgart punktet beim Tabellenführer

Borussia Dortmund hat einen ersten Dämpfer hinnehmen müssen, steuert aber weiter dem siebten Meistertitel entgegen. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp kam im Heimspiel gegen einen wiedererstarkten VfB Stuttgart nur zu einem 1:1 (1:0). Allerdings baute der BVB den Vorsprung vor den ärgsten Verfolgern aus. Der Tabellenzweite Hannover 96 liegt bereits 13 Punkte zurück, zudem verlor auch der 1. FSV Mainz 05. Youngster Mario Götze (43.) brachte den BVB mit seinem vierten Saisontreffer in Führung. Den Ausgleich erzielte Pavel Pogrebnyak mit einem Schuss aus 17 Metern in den Winkel (84.).

Barrios wieder nur auf der Bank

BVB-Trainer Jürgen Klopp musste neben dem mit Japan am Asien-Cup teilnehmenden Shinji Kagawa auch auf den verletzten Sven Bender verzichten. Für ihn rückte Antonio da Silva in die Anfangsformation. Wie schon beim 3:1 zum Rückrunden-Auftakt bei Bayer Leverkusen stürmte der Pole Robert Lewandowski, während Lucas Barrios zunächst die Bank drücken musste. Klopps Stuttgarter Kollege Bruno Labbadia musste sogar ohne Sechs antreten. Dennoch begannen die Schwaben selbstbewusst und ergriffen die Initiative. Doch die erste große Chance der Begegnung ergab sich für die Borussia, als der freistehende Lewandowski in der vierten Minute das VfB-Gehäuse verfehlte. Auf der Gegenseite wurde BVB-Keeper Roman Weidenfeller bei einem Kopfball von Christian Genter (15.) nach einem Eckball von Zdravko Kuzmanovic ernsthaft geprüft, bevor ein weiterer Kopfball von Sven Schipplock (19.) am Tor vorbei rollte.

Lewandowski verpasst die Entscheidung

Erst nach rund 20 Minuten verlagerte sich das Geschehen immer öfter in die Stuttgarter Hälfte, wo sich die Borussia ihre Möglichkeiten gegen eine dichte VfB-Abwehr hart erarbeiten musste. Pech hatte Nuri Sahin mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel (22.). Einige Unkonzentriertheiten und Fehlpässe brachten die Westfalen um einen frühen Führungstreffer. Den Borussen fehlte nach teilweise sehenswerten Kombinationen die letzten Konsequenz beim Abschluss. Die demonstrierte jedoch zwei Minuten vor dem Halbzeitpfiff der 18 Jahre alte Götze, der eine Bilderbuch-Kombination nach Vorlage von Kevin Großkreutz überlegt zum 1:0 abschloss. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Lewandowski sogar noch den zweiten Treffer auf dem Kopf, scheiterte jedoch an Stuttgarts Keeper Sven Ulreich. Nach dem Wechsel setzte der BVB nach und wollte die frühe Vorentscheidung, bot dabei jedoch dem VfB Räume zum Kontern. Mit dem Glück des Tüchtigen überstand der BVB einige turbulenten Szenen im eigenen Strafraum und verpasste es auf der anderen Seite, das überfällige 2:0 zu erzielen, um das Spiel zu beruhigen. Erneut Lewandowski vergab freistehend (57.) wie unter anderem auch der eingewechselte Barrios (68.), um alles klar zu machen. Die mangelnde Chancenverwertung bestrafte dann Pogrebnyak. 

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Mit neuem Glück und neuem Willen

Pawel Pogrebnjak belohnt mit seinem Treffer zum 1:1 gegen Borussia Dortmund sich und seine Mannschaft für den großen Einsatz beim Tabellenführer.

Nur ein letzter Wunsch ist unerfüllt geblieben. Nicht Bruno Labbadia, sondern der Journalist vom Internet wurde stolzer Besitzer des Tipp-Kick-Spiels in Form der Dortmunder Arena, weil er das 1:1 zwischen der Borussia und dem VfB Stuttgart völlig korrekt vorhergesagt hatte. Etwas neidisch verfolgte der VfB-Trainer die Übergabe, denn "so ein Spiel hätte auch ich gut gebrauchen können".
Ansonsten jedoch stieg Labbadia am Samstagabend als rundum zufriedener Mann in den Mannschaftsbus. Ein wertvolles Remis hat sich sein Team beim souveränen Tabellenführer erkämpft und den drei Punkten aus der Vorwoche einen weiteren hinzugefügt. Vier Zähler aus den beiden Spielen gegen Mainz und Dortmund - das ist viel mehr, als man nach der Vorrunde erwarten durfte, und auch mehr als ein nur ordentlicher Auftakt in die Rückrunde. "Wir sind auf dem richtigen Weg", das sagte Bruno Labbadia, das sagte der Manager Fredi Bobic und auch jeder Stuttgarter Spieler, der aus der Kabine kam.

Der Wille ist zweiter Bestandteil

Im Wesentlichen sind es zwei Dinge, die den Unterschied zur ersten Saisonhälfte ausmachen: das Glück und der Wille. Beides hatte bisher gefehlt, an beidem herrscht nun kein Mangel mehr. Schon beim 1:0 gegen Mainz stand dem VfB das Glück zur Seite, dass der spielerisch bessere Gegner nicht konsequent genug die Stuttgarter Schwächen ausnutzte. Und auch Dortmund war, angesichts der Ausgangslage wenig verwunderlich, das bessere Team - verzichtete aber trotz bester Chancen darauf, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Der BVB-Angreifer Robert Lewandowski zum Beispiel war so freundlich, den Ball beim Stand von 1:0 am leeren Tor vorbeizuschieben. "Dieses Quäntchen Glück", sagt Fredi Bobic, "haben wir uns hart erarbeitet und daher verdient." Tatsächlich ist der Wille, zweiter neuer Bestandteil im VfB-Spiel, die ganze Partie über zu spüren gewesen. Schon in der Anfangsphase, vor allem aber am Schluss. Mit einem späten Tor durch Martin Harnik hatten die Stuttgarter gegen Mainz den Sieg erzwungen. Ein noch späteres Tor von Pawel Pogrebnjak führte diesmal zum Punktgewinn, nachdem sich die Mannschaft nur in wenigen Phasen von der gewaltigen Kulisse und der spielerischen Klasse des Gegners hatte beeindrucken lassen. "Wir wissen, dass wir die nötige Qualität haben, aber jetzt kommt auch noch die Mentalität dazu, die man im Abstiegskampf braucht", sagt Bobic.

Stabile Leistung unter großem Druck

Ausgerechnet Sven Schipplock war einer von denen, die den neuen Willen besonders eindrucksvoll verkörperten. Erstmals stand der 22-jährige Angreifer in der Startformation - niemand hätte sich gewundert, wären seine Knie weich geworden. Furchtlos und kampfstark trat er stattdessen auf und eilte seinem Gegenspieler Neven Subotic mehrmals davon. "Ich will den gestandenen Stürmern Druck machen", sagt er. Das ist gelungen, auch wenn Schipplock zwei gute Torchancen ungenutzt ließ. "Wir glauben wieder mehr an uns", sagt der Torhüter Sven Ulreich: "Und wir haben gesehen, dass sich mit Willen und Kampf auch so ein Spiel gegen einen so starken Gegner drehen lässt." Er selbst leistete dazu einen wichtigen Beitrag, indem er mit seinen Paraden zweimal das drohende 0:2 verhinderte. Schon gegen Mainz hatte Ulreich in der Vorwoche den Sieg festgehalten und erbrachte nun einen weiteren Beweis, dass er auch unter großem Druck stabile Leistungen bringen kann.

Die Lage des VfB bleibt bedrohlich

Die späten Tore (und die Tatsache, dass der VfB sogar noch nach dem Ausgleich den Weg nach vorne suchte) sprechen im Übrigen nicht nur für den Willen, sondern auch dafür, dass es um den körperlichen Zustand nicht ganz so schlecht bestellt sein kann. Keine Gelegenheit hatte Labbadia zuletzt ausgelassen, die fehlende Fitness anzuprangern. "Das war die Belohnung für die vergangenen drei Wochen", sagt der Trainer nun und verbittet sich gleichzeitig jeden Anflug von Übermut: "Wir dürfen uns jetzt nichts vormachen, wir müssen auch weiterhin knallhart arbeiten - körperlich, taktisch, spielerisch."  Das dürfte nichts schaden, denn bedrohlich bleibt die Lage des VfB im Abstiegskampf auch nach den beiden Erfolgserlebnissen zum Rückrundenauftakt. Die Konkurrenz jedenfalls punktet ebenso munter, wie es die Stuttgarter tun - noch weit entfernt ist der Moment, um erleichtert durchzuatmen. "Wir haben erst zwei Schritte gemacht, 15 große folgen noch", sagt Bruno Labbadia. Und Fredi Bobic stellt sich schon einmal auf viele weitere durchwachte Nächte in Bad Cannstatt ein: "Ruhiger schlafen werde ich erst, wenn der Klassenverbleib gesichert ist."
 


17.01.2011:

Kampfsieg für den VfB

Auch am Tag danach ist es schnell wieder zu entdecken gewesen, das neue Stuttgarter Phänomen namens Teamgeist. "Alle Mann mitanpacken!", hieß es daher, als es am Sonntagvormittag nach dem 1:0-Heimerfolg über den FSV Mainz bei Sonnenschein und angenehmen Wintertemperaturen galt, die Tore für das Trainingsspiel auf den Platz zu tragen.
Wenn das Spielerkollektiv beim VfB dieser Tage getrennte Wege geht, dann nur, wenn es der Konditionsaufbau so verlangt. Also durften es die elf Akteure aus der Stuttgarter Anfangsformation am Sonntag beim Ausschwitzen auf dem Radergometer etwas ruhiger angehen lassen, während die zwölf restlichen Profis eine eineinhalbstündige Einheit mit Ball absolvierten.
In der zweiten Gruppe befanden sich auch zwei Einwechselspieler, die vor nur 33500 Besuchern zu den entscheidenden Akteuren des Mainz-Spiels avanciert waren. Denn sowohl der Torschütze Martin Harnik (siehe: "Mit der Kraft vom Chiemsee") wie sein Passgeber Timo Gebhart mussten auf dem Trainingsplatz schuften. Schließlich zählen Begriffe wie Matchwinner oder Schlüsselfiguren, die man dem Duo Gebhart/Harnik getrost hätte zuordnen können, zu den Vokabeln, die der VfB-Trainer Bruno Labbadia unter allen Umständen vermeidet. Lieber spricht der 44-Jährige in Bezug auf den Sieg über Mainz von "geschlossenem Auftreten", von "Mannschaftsgeist", von "taktischer Disziplin des Teams" und davon, "dass wir es nur gemeinsam schaffen".
 

Ein "dreckiger Sieg" auf schwachem Niveau

Der VfB Stuttgart rangiert zwar weiter im Tabellenkeller, doch die erste der 17 Rückrundenetappen hat der Club gegen keineswegs schwächere Mainzer gemeistert. Getreu dem Motto: "Hauptsache gewonnen!", hat es in einer Partie auf schwachem Niveau, wie es auch der Manager Fredi Bobic beobachtet hat, zu einem "dreckigen Sieg" gereicht. Dieser, so glaubt Bobic, werde der Elf gut tun: "Schließlich gibt es frische Motivation, wenn man gegen den Zweiten gewinnt, obwohl nicht alles nach Plan gelaufen ist." Und tatsächlich offenbarten sich im Spiel des VfB viele altbekannte Schwächen, was nicht nur am enttäuschenden Auftritt des Stürmers Cacau, der bei seiner Auswechslung von den Fans ausgepfiffen wurde, sondern auch an der Statistik deutlich wurde: Mainz lag hier in fast allen Rubriken vorne, sei es bei den gewonnenen Zweikämpfen (54 Prozent), beim Ballbesitz (55 Prozent), den Torschüssen (16, bei sieben für den VfB) sowie den Flanken (28:25). Doch an entscheidender Stelle, nämlich bei der Anzahl der Tore, hatten letztlich die Hausherren mit 1:0 das bessere Ende für sich, weshalb Timo Gebhart hinterher zu Recht davon sprach, "dass wir auf den Sieg ein bisschen stolz sein können, weil wir ihn uns erkämpft und damit verdient haben".

Sieg befreit die Spieler von einer großen Last

Nachdem sie sich durch den geglückten Rückrundenstart nach sechs sieglosen Bundesligaspielen nacheinander von einer großen Last befreit hatten, bildeten die VfB-Spieler gemeinsam mit den Trainern und Betreuern noch auf dem Rasen der Mercedes-Benz-Arena einen Kreis. "Diese Geste hat mich besonders gefreut, weil sie von der Mannschaft kam", sagte Fredi Bobic. Aber auch Bruno Labbadia gab sich später im Presseraum große Mühe, in seiner Manöverkritik die neue Geschlossenheit vorzuleben. Also unterließ es der Trainer auch, einzelne Spieler über die Maßen zu loben. Der Trainer sprach lieber davon, dass sich Einzelne, etwa die diesmal stabilen Außenverteidiger Cristian Molinaro und Patrick Funk, "für die Mannschaft reingeworfen haben". Denn sowohl Molinaro per Kopf wie auch Funk in der 89. Minute mit dem Fuß hatten jeweils auf der Linie stehend in höchster Not gerettet. Weil auch die beiden Innenverteidiger Serdar Tasci und Matthieu Delpierre gut drauf waren und sich diesmal nicht den sonst schon fast obligatorischen groben Schnitzer erlaubten, spielte der VfB wie auch bei seinen drei bisher einzigen Saisonsiegen zu Hause gegen Gladbach, St. Pauli und Bremen hinten zu null. Labbadia erklärte die gute Abwehrleistung wie gewohnt. "Wir hatten in der gesamten Mannschaft eine gute taktische Ordnung", sagte der Darmstädter; außerdem hätten sich die Innenverteidiger "gegenseitig geholfen."

Spielverlauf:

Beide Mannschaften ließen sich für die ersten Torschuss bis zur 13. Spielminute Zeit. Stuttgarts Pawel Pogrebnjak zieht an der Strafraumgrenze ab. Doch die Mainzer können den Schuss noch abblocken und auf Kosten einer Ecke klären, die allerdings für den VfB nichts einbrachte. Nur drei Minuten später setzt sich dann Arthur Boka über die linke Seite durch und passt den Ball flach vors Tor. Dort bringt Mannschaftskollege Cacau den Ball nicht rechtzeitig unter Kontrolle, so dass auch diese Chance ungenutzt bleibt. Auf der Gegenseite fanden die Spieler des Tabellenzweiten Mainz kein Mittel, die sicher stehende VfB-Defensive zu überwinden. Lediglich Lewis Holtby sorgte für einen Aufreger auf den Rängen, als er im Zweikampf mit Christian Träsch mit einer Schwalbe versuchte, einen Elfmeter zu schinden. Schiedsrichter Michael Weiner erkannte den Täuschungsversuch und verwarnte Holtby mit der gelben Karte (18. Minute).

VfB: Zu viele Abspielfehler

Nach gut einer halben Stunde versuchte es dann VfB-Mittelfeldspieler Christian Träsch, mit einem Schuss aus 16 Metern zum Erfolg zu kommen. Doch auch Träschs Schuss verfehlte das Tor knapp, weil der Mainzer Bungert den Ball noch entscheidend abfälschte. Die letzte Aktion der ersten Halbzeit gehörte dann den Mainzern: André Schürrle flankte von der rechten Seite auf den Kopf von Marcel Risse, der VfB-Torhüter Sven Ulreich prüfte. Ohne Tore verabschiedeten sich beide Mannschaften in die Kabine. In der zweiten Halbzeit blieben beide Mannschaften in der Offensive zu harmlos, so dass die Defensivreihen auch keine Probleme hatten, die Stürmer von ihrem Tor fernzuhalten. So blieben Distanzschüsse weiter ein probates Mittel: In der 58. Minute zirkelte Marcel Risse den Ball aus halblinker Position 18 Meter so gefährlich auf das Tor, dass VfB-Abwehrspieler Christian Molinaro den Ball per Kopf auf der Linie retten musste. Bei den Stuttgartern häuften sich in der zweiten Halbzeit die Abspielfehler. Und wenn ein Ball den Weg vor das Tor der Mainzer fand, fehlte der erfolgreiche Abschluss. So wie in der 66. Minute, als Timo Gebhart den Ball flach von der rechten Seite vors Tor schob. Doch Pogrebnjak konnte sich nicht durchsetzen. Umso überraschender fiel dann der Siegtreffer in der 79. Minute durch Martin Harnik, der nach einem Dribbling von Timo Gebhart den Ball über die Linie drückte. Anschließend verteidigte der VfB den Sieg, musste allerdings bei den Aktionen von Allagui (88.) und Bungert (89.) noch einmal zittern.

Entscheidende Szene:

Der eingewechselte Timo Gebhart fasste sich in der 79. Minute endlich ein Herz und leitete damit den entscheidenden Treffer ein.

Bester Spieler:

Timo Gebhart sorgte für den entscheidenden Impuls in einer spielerisch überwiegend harmlosen Stuttgarter Mannschaft.

Kommentar:

Der Sieg der Roten war wichtig, da auch Gladbach am Tabellenende gewonnen hat. In der Defensive blieben die Stuttgarter endlich einmal ohne Gegentor. Im Angriffsspiel präsentierten sich die Stuttgarter allerdings oft zu harmlos.


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14.01.2011:

Rückrunde der Bundesliga beginnt

Auch wenn man sich eigentlich schon daran gewöhnt haben müsste - die Tabelle der Fußball-Bundesliga schaut auch zum Ende der Winterpause immer noch seltsam aus. Tabellenführer Borussia Dortmund hat einen Riesenvorsprung auf Platz zwei, die Bayern sind nur Fünfter, die Schalker gar nur Zehnter. Tja, und dass Mainz (Platz 2), Hannover (Platz 4) sowie Freiburg (Platz 6) so weit oben und Werder Bremen (Platz 14) und der VfB Stuttgart (Platz 17) so weit unten stehen, hätte im Sommer 2010 wohl kaum jemand erwartet.

Zudem wurden bislang bereits einige interessante Transfers getätigt: Wolfsburg etwa verkaufte Edin Dzeko nach England, die Bayern ließen Martin Demichelis nach Spanien ziehen und holten Luiz Gustavo aus Hoffenheim.

Am Freitag, 14. Januar, um 20.30 Uhr eröffnen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund die Rückrunde. Der VfB Stuttgart startet die "Mission: Klassenerhalt" am Samstag (15.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Mainz.


Zuversicht sieht anders aus. Oje, oje.

Platz nach der Hinrunde: 17. Platz

Das Thema in der Winterpause: Bruno Labbadia (Mitte) und Eddy Sözer (links) kamen kurz vor Weihnachten, Fredi Bobic ist seit dem Sommer da - diese drei Herren diskutierten viel in den letzten Winterwochen. Ob sie gemeinsam eine Idee gefunden haben, wie der VfB den Klassenerhalt schafft? Wir drücken die Daumen.

Prognose für die Rückrunde: So überragend wie in den vergangenen beiden Jahren wird die Rückrunde leider nicht - doch der VfB wird den drohenden Abstieg abwenden und sich im unteren Mittelfeld einfinden. Vielleicht gelingt dann mal eine bessere Sommervorbereitung, damit die Bundesliga-Hinrunde 2011/12 nicht so furchtbar wird. Unsere Prognose: Platz 14 bis 15.

Pressekonferenz beim VfB: "Sind gut vorbereitet".


13.01.2011: 

Der Weltmeister von der traurigen Gestalt

Das Regelwerk im Training des VfB ist manchmal gnadenlos. Wer zum Beispiel beim Sprinten als Letzter ankommt, muss zwanzig Liegestützen machen. Zweimal trifft es Georg Niedermeier, brav absolviert der Innenverteidiger das vorgesehene Pensum. Dann erreicht Mauro Camoranesi als Schlusslicht das Ziel. Auch er geht in die Horizontale - bricht allerdings schon nach zehn Liegestützen wieder ab.
Man muss das verstehen. Einerseits ist Mauro Camonaresi schon 34, in einem Alter also, in dem der Körper meist nicht mehr so leistungsfähig ist wie bei einem 22-Jährigen. Und andererseits fällt es schwer, das Letzte aus sich rauszuholen, wenn man ohnehin keine Hoffnung hat, wenn man mit seinem Verein schon abgeschlossen hat und möglichst schnell gehen will. "Für den VfB und für mich wäre es die beste Lösung, wenn wir uns wieder trennen würden", sagt Camoranesi.

Erst Ende August, am letzten Tag der Sommertransferfrist, ist der gebürtige Argentinier verpflichtet worden. Als großer Hoffnungsträger kam er nach Stuttgart, er hat schließlich jahrelang für Juventus Turin gespielt und 55-mal für die italienische Nationalmannschaft, er ist in der Serie A dreimal Meister geworden und 2006 Weltmeister mit der Squadra azzura. Ein Mann mit solch geballter Erfahrung, so hieß es, könne der jungen VfB-Mannschaft entscheidend weiterhelfen.

Mauro Camoranesi als Symbol einer verfehlten Vereinspolitik

Eine Gelegenheit, sein Können zu zeigen, hat Camoranesi dann jedoch kaum bekommen. Nur dreimal stand er in der Vorrunde der Bundesliga in der Startelf, in vier weiteren Spielen wurde er eingewechselt. Die Zweifel, die es im Umfeld des Vereins schon vor dem Wechsel gab, sind bei diesen Auftritten bestätigt worden. Camoranesi ist nicht mehr der schnelle Außenspieler, der er einmal war; er wusste nie so recht, was er tun sollte, ihm fehlte jegliche Bindung zum Spiel.

Man kann ihm nicht vorwerfen, dass er beim VfB viel Geld verdient - niemand hat den Club gezwungen, dem alternden Weltstar einen Vertrag zu geben. Man kann ihm auch nicht vorwerfen, dass er sich nicht integrieren würde - "voller Hoffnung und Euphorie" sei er mitsamt der Familie nach Stuttgart gekommen. Und niemand kann es Camoranesi zur Last legen, dass der VfB zeitgleich das junge Eigengewächs Sebastian Rudy nach Hoffenheim verkaufte und im Gegenzug einen 34-Jährigen holte.
Trotzdem wurde der kleine Filigrantechniker bei den Fans schnell zum roten Tuch. Für sie ist Camoranesi das Symbol einer verfehlten Vereinspolitik und des damit verbundenen Niedergangs in dieser Saison. In der Europa League gegen Odense, seinem letzten Auftritt, wurde er kurz vor Weihnachten bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen und flüchtete anschließend in die Kabine. Spätestens da wird er gemerkt haben, dass sein Wechsel nach Stuttgart vor allem eines war: ein Missverständnis. "Ich habe mir alles ganz anders vorgestellt."

Im Abstiegskampf sind andere Spielertypen gefragt

In den Planungen von Bruno Labbadia spielt Camoranesi keine Rolle mehr. "Er hat spielerische Stärken, die er in einer funktionierenden Mannschaft besser zum Tragen bringen könnte", sagt der VfB-Trainer: "Wir stecken allerdings im Abstiegskampf - da sind andere Tugenden gefragt." Sehr aufmerksam hat Labbadia registriert, dass Camoranesi im Trainingslager in der Türkei in den Steigerungsläufen meist hoffnungslos hinterhergetrabt ist: "Das ist keine einfache Situation für einen Spieler mit dieser Vergangenheit." Nun reiht sich Camoranesi ein in die lange Liste kostspieliger Fehleinkäufe, in der bislang Leute wie Yildiray Bastürk oder Khalid Boulahrouz ganz oben standen. Über Jahre hinweg haben sie den VfB viele Millionen gekostet.

In Camoranesis Fall geht es darum, schneller eine Lösung zu finden und die Zusammenarbeit umgehend zu beenden. Am Verein wird Camoranesis Vorschlag, getrennte Wege zu gehen, nicht scheitern. "Wir haben im Trainingslager ein respektvolles Gespräch geführt. Da hat er uns mitgeteilt, das er den VfB verlassen möchte", sagt der Manager Fredi Bobic: "Wenn er einen Verein präsentiert, werden wir Wege finden, das zu realisieren."

Nun hoffen also beide Parteien auf einen Abnehmer, bis Ende des Monats ist das Transferfenster offen. "Mein Wunsch ist es, nach Spanien zu gehen", erklärt der Spieler, der auch bereit wäre, dafür auf Geld zu verzichten. Denn: "Ich liebe den Fußball und will nur wieder spielen."

 


29.12.2010:  

Alte Probleme, neue Chance

Die zweite Liga hängt wie ein Damoklesschwert über dem VfB und seinem neuen Trainer Bruno Labbadia. Der muss deshalb die individuellen Fehler der Spieler abstellen.

Nach der 3:6-Pokalniederlage gegen den FC Bayern haben sich die VfB-Profis sechs Tage lang im verkürzten Weihnachtsurlaub erholen dürfen. Von Mittwoch an stehen nun aber auch die Laufbänder nicht mehr still, denn der Cheftrainer Bruno Labbadia bittet seinen Kader zum Laktattest. Da die Tartanbahn des benachbarten Polizeisportvereins aufgrund des Schneefalls nicht zur Verfügung steht, wird der obligatorische Konditionscheck der VfB-Fußballer am Vormittag im Olympiastützpunkt Stuttgart abgenommen. Neue Gesichter bekommt Bruno Labbadia auf den Laufbändern und bei der anschließenden ersten Übungseinheit auf dem beheizten Rasen des Clubgeländes aber nicht zu sehen. Auch wenn der Sportdirektor Jochen Schneider in Abwesenheit des sich im New-York-Urlaub befindlichen Managers Fredi Bobic eifrig dabei ist, die Kontakte zu potenziellen Neuzugängen zu intensivieren - spruchreif ist bisher noch nichts. Dabei sucht Schneider, nachdem man sich mit dem japanischen Nationalstürmer Shinji Okazaki von Shimizu S-Pulse über einen Wechsel so gut wie einig ist (die StZ berichtete), noch zwei weitere Spieler. Dabei soll es sich um einen rechten Verteidiger sowie um einen linken Mann fürs Mittelfeld handeln.
Da auf dem Winter-Transfermarkt, der im gesamten Januar geöffnet hat, traditionell wenig Bewegung herrscht, wird der VfB seinerseits mangels Interessenten voraussichtlich keinen Spieler abgeben. Das bedeutet also, dass der Kader, mit dem Bruno Labbadia den Abstieg in die zweite Liga verhindern will, weitgehend gleich bleibt. Und somit sind auch die Problemfelder, die es zu bearbeiten gilt, bekannt.

Der Torwart:

Wenn eine Mannschaft wie der VfB gegen den FC Bayern in zwei Spielen elf Gegentreffer kassiert, muss sich auch der Torwart kritische Fragen gefallen lassen. Und tatsächlich spielte Sven Ulreich gegen den Rekordmeister aus München zweimal sehr schwach, was sich allein an der geringen Anzahl abgewehrter Bälle und der Fülle an Beinschüssen ablesen lässt.
Ein ernstes Torwartproblem besitzt der VfB aber nicht. Schließlich zählte Sven Ulreich über die gesamte Vorrunde gesehen zu den leistungsstärksten Stuttgarter Profis - auch wenn er aufgrund seiner Unerfahrenheit bei Teilen der Anhängerschaft keine Lobby besitzt. Doch der gebürtige Schorndorfer machte etwa gegen Leverkusen, St. Pauli oder zuletzt in Hannover starke Spiele. Allerdings muss der 22-Jährige vor allem in puncto Ausstrahlung und Strafraumbeherrschung noch deutlich zulegen.

Die Abwehr:

Dass der VfB in 17 Bundesligaspielen bereits 35 Gegentore hinnehmen musste, hat eine Hauptursache. Schließlich ist die Viererkette zur größten Problemzone des Bundesligisten mutiert. Mit dem Kapitän Matthieu Delpierre, den Nationalspielern Serdar Tasci und Khalid Boulahrouz sowie dem robusten Georg Niedermeier formal sehr gut besetzt, leistete sich vor allem die Innenverteidigung ein Potpourri an Schnitzern. "Wir machen zu viele individuelle Fehler, die wir dann als Mannschaft nicht kompensieren können", sagt Bruno Labbadia, der das Problem erkannt hat.
Kaum besser sieht es aber auf den Außenpositionen der Viererkette aus, wo links Cristian Molinaro im Vergleich zur Vorsaison mit einem atemberaubenden Leistungsabfall aufwartet. Während Arthur Boka solide spielt und auch im Mittelfeld wertvoll sein kann, ist die rechte Seite eine offene Baustelle. Da sowohl Stefano Celozzi als auch Philipp Degen Wackelkandidaten sind, will der Verein auf dieser Position noch in der Winterpause nachbessern.

Das Mittelfeld:

Hier stehen Bruno Labbadia für vier Positionen immerhin zehn Profis zur Auswahl - doch bei genauerer Betrachtung lichtet sich der Kreis der Kandidaten. Neben Mauro Camoranesi, den der Sportinformationsdienst fachkundig zum "Bundesliga-Fehleinkauf der Vorrunde" kürte, sind die Spieler Mamadou Bah, Elson, Patrick Funk sowie die verletzten Daniel Didavi und Johan Audel bestenfalls Mitläufer.
Also kommt es vor allem auf Timo Gebhart, Christian Gentner, Christian Träsch und Zdravko Kuzmanovic an. Doch das Problem ist: vor allem im zentralen Mittelfeld harmoniert keines der möglichen Pärchen optimal. Das liegt an persönlichen Formkrisen, aber auch daran, dass das Quartett von der Mentalität her Welten trennt.

Der Sturm:

Auch hier trügt der erste Blick, der vortäuscht, der VfB verfüge angesichts von 32 erzielten Toren über ausreichend Offensivkraft. Zieht man nämlich die 13 Tore aus dem Bremen- und dem Gladbach-Spiel ab, relativiert sich die Quote. Während Martin Harnik als 300.000-Euro-Schnäppchen eine positive Überraschung ist, müssen der oft konfus agierende Cacau und Ciprian Marica zulegen. Obendrein sollte sich Pawel Pogrebnjak fragen, warum er nur dann richtig gut spielt, wenn es sibirisch kalt ist und zudem Scouts aus der englischen Premier League auf der Tribüne sitzen?

 


21.12.2010:

"Die Spieler haben sich nicht gewehrt"

"Die VfB-Spieler haben sich alles gefallen lassen", sagt Ex-Profi Silvio Meißner im Interview

Silvio Meißner (37) weiß wie Abstiegskampf geht. Vor zehn Jahren schaffte er als Mittelfeldspieler mit dem VfB erst am vorletzten Spieltag den Klassenverbleib. Aber die aktuelle Stuttgarter Situation ist laut Meißner noch bedrohlicher.

Herr Meißner, Sie haben die 3:5-Pleite gegen den FC Bayern am Sonntag im Stadion erlebt. Mit welchen Gefühlen sind Sie anschließend nach Hause gefahren?

Die Niederlage war total unnötig, weil die Bayern alles andere als gut gewesen sind. Umso bitterer, dass es trotzdem zum Sieg gereicht hat. Es ist unfassbar, wie einfach der VfB seinem Gegner das Toreschießen gemacht hat. Aber das zieht sich ja wie ein roter Faden durch diese Saison. Da werden wahre Geschenke verteilt.

Was passiert, wenn sich das jetzt nicht ziemlich bald ändert?

Dann steigt der VfB vermutlich ab. Ich mache mir jedenfalls schon seit Wochen große Sorgen. Die Entwicklung ist extrem gefährlich - vor allem wenn man sieht, wie viele Punkte andere Mannschaften bereits auf dem Konto haben, die auch ums Überleben kämpfen. So haben Nürnberg und Kaiserslautern am Wochenende wieder gewonnen - und dass Wolfsburg und Bremen ernsthaft um den Klassenverbleib bangen müssen, kann ich mir nicht vorstellen.

Wie lautet angesichts dessen Ihre Prognose für die Situation im Tabellenkeller?

Momentan ist nur noch der FC St. Pauli in Reichweite. Zusammen mit Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln und dem VfB stünden dann vier Mannschaften hinten drin. Davon bleibt nur eine sicher in der Bundesliga. Ich glaube, mehr muss man dazu nicht sagen.

Erinnert Sie die Lage an jene vor zehn Jahren, als Sie noch selbst auf dem Platz standen? Damals musste der VfB bis zum vorletzten Spieltag bangen.

Aber damals hatten wir andere Typen in der Mannschaft, beispielsweise Zvonimir Soldo, Krassimir Balakov und Marcelo Bordon. Solche Leute fehlen heute.

Wie wirkt sich das aus?

Schauen Sie sich nur mal an, wie die Münchner Mark van Bommel und Franck Ribéry am Sonntag aufgetreten sind. Die haben ihre Gegenspieler ständig provoziert und versucht, lächerlich zu machen. Da hat es sogar mich auf der Tribüne in den Füßen gejuckt. Am liebsten hätte ich die Kickstiefel wieder angezogen und wäre dazwischengegrätscht. Aber die Spieler auf dem Platz haben nicht reagiert und sich nicht gewehrt. Sie haben sich alles gefallen lassen.

Was sagt das Ihrer Meinung nach über den Charakter der Mannschaft aus?

Vielleicht wollen die Spieler nicht dahin gehen, wo es weh tun kann. Vielleicht wollen sie einfach nur schön Fußballspielen und weniger kämpfen. Früher wäre das undenkbar gewesen. Da ging es gegen die Bayern immer richtig zur Sache, da gab es schon mal Theater. Anders funktioniert es auch nicht. Aber das haben beim VfB offenbar immer noch nicht alle begriffen.

Ist das Team zu bequem, zu nett und zu lieb?

So sieht es für mich aus.

Dann ist der neue Trainer Bruno Labbadia um seine Aufgabe ja wahrlich nicht zu beneiden. In Bielefeld haben Sie einst zwei Jahre mit ihm zusammengespielt. Welchen Eindruck haben Sie von ihm?

Egal, welcher Trainer jetzt auch immer zum VfB gekommen wäre - jeder hätte es unglaublich schwer. In der Truppe stimmt es nicht. Das ist offensichtlich.

Komplett austauschen kann der VfB seine Mannschaft aber nicht.

Aber er kann in der Winterpause noch Veränderungen vornehmen - und das halte ich auch für unausweichlich. Der VfB braucht einen erfahrenen Stürmer und einen erfahrenen Mittelfeldspieler. Im Gegenzug sollten zwei oder drei Leute abgegeben werden, die sich nicht so mit dem Club identifizieren. Dass es solche Spieler gibt, ist ein weiteres Grundproblem in diesem Kader.

Für einige Fans trägt jedoch die Vereinsführung die Hauptschuld an der Misere.

Obwohl der Vorstand keine Tore schießt und keine verhindert, kann ich die Kritik im Ansatz ein bisschen nachvollziehen. Vielleicht müsste sich die Vereinsführung in der Öffentlichkeit mehr stellen und mehr mit den Anhängern kommunizieren - nicht nur wenn es sportlich gut läuft.

Es läuft sehr schlecht.

Ein Abstieg würde den VfB um Jahre zurückwerfen. Deshalb sollten jetzt alle zusammenhalten. Über alles andere kann man nach der Saison reden.

 


20.12.2010:

Die Angst hat viele Gesichter

90 Minuten reichten, um aus Optimismus Ernüchterung werden zu lassen: Bruno Labbadia.

Sie haben sich das so schön ausgemalt beim VfB Stuttgart. Mit dem neuen Trainer Bruno Labbadia die Bayern schlagen und fertig ist der ganz große Befreiungsschlag. Auch ein Unentschieden hätte sich im letzten Bundesligaspiel des Jahres gut gemacht. Und selbst eine Niederlage, umrahmt von einer soliden Mannschaftsleistung, wäre als Hoffnungsschimmer durchaus noch verwertbar gewesen. Eigentlich, so hieß es deshalb vor der Partie am Sonntagabend, haben Bruno Labbadia, seine Spieler und die angeschlagene Vereinsführung des Tabellenvorletzten gegen die Bayern nichts zu verlieren. So kann man sich täuschen. Der phasenweise desolate Auftritt des VfB beim 3:5 gegen einen alles andere als souveränen Rekordmeister beschleunigt die Talfahrt nur noch. Die Stuttgarter Abstiegsangst hat nun eine ganz neue Dimension erreicht, die das Handeln auf allen Vereinsebenen mitbestimmt.

Der Präsident

Erwin Staudt ist ein guter Vereinschef - wenn der VfB erfolgreich ist. Nun ist er aber mehr denn je als Krisenmanager gefragt, eine Rolle, die der harmoniebedürftige 62-Jährige überhaupt nicht gerne übernimmt. Dennoch hat sich Staudt am Sonntagabend vor die rund 400 wütend protestierenden Fans gestellt und das Wort ergriffen. Per Megafon richtete er Durchhalteparolen an die aufgebrachten Anhänger: "Wir kommen nur gemeinsam da raus. Wir müssen zusammenstehen, um den Abstieg zu vermeiden." Zwar erntete Staudt nur Pfiffe für den Verbrüderungsversuch, doch auf diesem Weg entwich auch viel Dampf aus dem bedrohlich aufgeheizten Kessel. Aus der Sorge vor einer Eskalation des Protests ist Staudt - nicht wie sonst häufig praktiziert - abgetaucht. Von einer beruhigenden Langzeitwirkung dieser Aktion darf er aber nicht ausgehen.

Die Fans

Die Anhängerschaft ist gespalten. Das wurde nach dem Bayern-Spiel ganz deutlich. In der Untertürkheimer Kurve kam es zu Rangeleien zwischen Vorstand-raus-Rufern und Fans, die mit dem geforderten Rücktritt der Vereinsführung das totale Chaos verbinden. Gleichzeitig applaudierten viele Haupttribünenzuschauer den in die Kabine schleichenden VfB-Spielern zaghaft, vermutlich aus der sorgenvollen Überlegung heraus, dass Unmutsäußerungen von den teuren Plätzen die Situation nur noch mehr negativ beeinflussen würden.

Der Trainer

Bruno Labbadia hat sich gleich im seinem ersten Spiel als VfB-Trainer angreifbar gemacht. Seine Entscheidung, den 20 Jahre alten Innenverteidiger Ermin Bicakcic auf die rechte Abwehrseite zu stellen, erwies sich als fataler Fehlgriff. So ungestört durfte der Gegenspieler Franck Ribéry in der Bundesliga noch nie wirbeln. Labbadia muss nun schon nach einem Spiel fürchten, dass ihm allein durch diese Entscheidung, einiges an Vertrauen innerhalb und außerhalb der Mannschaft abhanden kommt. Souverän zeigte sich der Trainer aber nach dem Spiel, indem er seinen Fehler unumwunden zugab, Ermin Bicakcic zu schützen versuchte und passende Worte für die Situation fand: "Ich weiß wie schwer diese Aufgabe ist, ich bin auf alles eingestellt, glaube aber fest daran, dass wir den Abstieg verhindern werden."

Die Spieler

Der gut beginnende und am Ende doch völlig überforderte Ermin Bicakcic steht stellvertretend für die gesamte Mannschaft. Ein Rückschlag, in diesem Fall das 0:1 der Bayern durch Mario Gomez, bringt das fragile Gebilde sofort zum Einsturz. Besonders die Abwehr gibt ein bemitleidenswertes Bild ab. Fehlpässe und Stellungsfehler von Matthieu Delpierre, Serdar Tasci, Cristian Molinaro und Georg Niedermeier, dem durch eine Grippe die Bayern-Partie erspart blieb, sind mittlerweile nicht mehr die Ausnahmen, sondern die Regel.

Der Manager

Und Fredi Bobic, dessen Wunschkandidat Bruno Labbadia gewesen ist, könnte die Angst beschleichen, dass es eigentlich egal ist, welcher Trainer gerade in Stuttgart das Sagen hat, nachdem sich der Misserfolg als einzige Konstante herauskristallisiert. Auch die Managerhoffnung, dass zumindest das Allerschlimmste vorbei ist, könnte schon morgen enttäuscht werden. Dann geht es im Pokal wieder gegen die Bayern.



Ruhe bewahren und Kräfte bündeln

Im Umgang mit Niederlagen gegen den FC Bayern besitzt der VfB-Fan inzwischen ja Routine. Immerhin haben die Stuttgarter mit dem 3:5 vom vergangenen Sonntag nun allein in der Bundesliga fünfzigmal gegen die Münchner verloren. Dennoch sind die hochemotionalen Proteste von Teilen der Anhängerschaft sehr verständlich, weil der Titelträger von 2007 zum Abstiegskandidaten mutiert ist und ein sportlich beschämendes Bild abgibt. Dass die Bundesligatabelle nicht lügt, zeigte sich erneut auf dem Platz, wo der VfB zwischenzeitlich 1:5 zurücklag - und die Spieler so konfus wie selten zuvor agierten.

Mit ihren Vorstand-raus-Rufen schlägt die Opposition innerhalb des Fanvolkes aber bei allem nachvollziehbaren Frust einen falschen Weg ein. Wie so oft sind auch beim krisengeschüttelten VfB die populistischen Parolen nicht die effizientesten. Mit dem Abgang der aktuellen Führungscrew wäre nichts gewonnen - auch wenn sich die zuletzt wenig selbstkritisch zeigte.

Es gibt keine Alleinschuldigen

Vielmehr heißt es in der Krise, Ruhe zu bewahren und die Kräfte zu bündeln. Schließlich stehen schon in den nächsten Tagen wichtige Entscheidungen an. Mit den richtigen Modifikationen am Spielerkader müssen die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft gestellt werden. Dazu braucht es eine handlungsfähige und erfahrene Clubführung. Beim VfB gibt es keinen Alleinschuldigen - auch wenn der Vorstand natürlich in letzter Konsequenz die Verantwortung trägt. Doch die Stuttgarter Krise wurde durch eine Summe falscher, mal mehr mal weniger vorhersehbarer Personalentscheidungen ausgelöst.

Auch, weil den Protestlern das Alternativkonzept fehlt und eine schnelle Absetzung des Vorstandes aufgrund der Statuten formal gar nicht umsetzbar ist, ist ihre Position keine Handlungsoption. Der Vorstand müsste schon von sich aus zurücktreten. Zudem ist fraglich, ob die Demonstranten vom Sonntag überhaupt stellvertretend für die Mehrheit der VfB-Fans stehen. Anders verhält es sich da bei der regulären Mitgliederversammlung, die im zweiten Halbjahr 2011 abgehalten werden muss. Hier hat der Souverän, das VfB-Mitglied, das Wort und wird die Konsequenzen der Horrorsaison zu beurteilen haben. Sollte der VfB dann ein Zweitligist sein, dürfte es für Erwin Staudt und Co. ungemütlich werden.

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13.12.2010:

Niederlage in Hannover!!!!

Kein Kommentar!!!

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07.12.2010:

"Ein schmaler Grat"

Nach der intensiven Trainingseinheit, an der bis auf Serdar Tasci, Daniel Didavi (wurden beide behandelt), Arthur Boka und Khalid Boulahrouz (beide absolvierten Lauftraining), alle Spieler teilnahmen, sprach Sportdirektor Fredi Bobic über die derzeitige Situation beim VfB, die Einstellung der Spieler und den kommenden Gegner Hannover 96.
 

Fredi Bobic über die derzeitige Situation: "Es kommt nur darauf an, irgendwie zu punkten. Dafür müssen wir alles tun und uns das Quäntchen Glück, dass zuletzt gefehlt hat, erarbeiten. Es ist momentan ein schmaler Grat zwischen Lob und Kritik. Den Spielern muss das Positive, beispielsweise aus dem Hoffenheim-Spiel, vor Augen geführt werden, und genauso muss an den Schwächen, wie zum Beispiel der Abschlusschwäche, gearbeitet werden. Im Training können sich die Spieler Selbstvertrauen holen. Die Stürmer, indem sie viele Tore schießen, und die Verteidiger, indem sie viele Zweikämpfe gewinnen. Ich bin ständig im Austausch mit den Spielern und dem Trainerteam und versuche zu helfen, wo ich kann."

... über die Trainingseinheit am Dienstag, die geprägt war von vielen Zweikämpfen, harten Duellen und großer Rivalität: "Dass die Spieler auch im Training aggressiv sind, ist gut, das muss so sein und ist völlig normal. Wir brauchen Spieler, die auch im Training Reizpunkte setzen, wie soll es sonst im Spiel sein, wenn es im Training schon nicht zur Sache geht. Ich kann in keinen reinschauen, aber ich habe absolut den Eindruck, dass jeder Einzelne den Kampf gegen den Abstieg angenommen hat."

... über Hannover 96: "Hannover spielt bislang eine fantastische Hinrunde, was vorher so keiner erwartet hatte. Sie gewinnen auch die engen Spiele und haben dadurch jetzt ein Riesenselbstbewusstsein entwickelt. Die Mannschaft lebt von ihrem Teamgeist, der sich durch die Erfolge natürlich noch vergrößert hat. Am Freitag sind sie gegen uns in der Favoritenrolle. Für mich ist Hannover die Überraschung schlechthin in der Bundesliga."

Holt 96 den fünften Sieg in Serie?

Als einziges Team neben Spitzenreiter Dortmund gewann Hannover 96 die letzten vier Partien. Bei einem weiteren Sieg wäre der Vereinsrekord eingestellt (fünf Siege in Folge im Oktober 2004)!

 

  • In der Saison 1985/86 schickte der VfB die Niedersachsen mit 7:0 nach Hause - gegen kein Team gewann Stuttgart in seiner Bundesliga-Historie höher. Michael Nushöhr verwandelte dabei drei Elfmeter - das ist einmalig in der Liga-Historie. In der laufenden Saison gewann der VfB auch schon mit 7:0 (gegen Gladbach).

     
  • Der VfB bestritt in dieser Saison bereits 26 Pflichtspiele und wird bis Ende des Jahres auf 30 Partien kommen. Hannover hingegen stand lediglich 16 Mal auf dem Platz und kann sich voll auf die Bundesliga konzentrieren.

     
  • Hannover feierte schon neun Siege in dieser Spielzeit und damit genau so viele wie in der gesamten Vorsaison. Stuttgart hingegen musste jetzt bereits ebenso viele Niederlagen hinnehmen wie in der gesamten Spielzeit 2009/10 (neun).

     
  • Stuttgart gewann als einziges Bundesliga-Team noch kein Auswärtsspiel (zwei Remis, fünf Niederlagen). Kurios: In der Europa League (inkl. Quali) sowie im DFB-Pokal bestritten die Schwaben ebenfalls sieben Gastspiele, von denen sie sechs gewannen (eine Niederlage)!

     
  • Mit 28 Toren steht der VfB auf einem Abstiegs- bzw. Relegationsplatz - das gab es zuvor noch nie bei einem Bundesliga-Club nach 15 Spieltagen.

     
  • Hannover wiederum steht mit -1 Toren (Stuttgart hat 28:28 Tore) auf dem 4. Platz. In der Saison 1993/94 war der MSV Duisburg mit derselben Tordifferenz Tabellenführer nach 22 Spieltagen.

     
  • Mike Hanke stand nicht einmal 90 Saisonminuten auf dem Platz und traf schon drei Mal (jeweils als Joker). Im Schnitt traf Hanke alle 29 Minuten und ist damit der effizienteste Spieler der Liga.

     
  • VfB-Sportdirektor Fredi Bobic bestritt in der Saison 2002/03 27 Bundesliga-Spiele für Hannover und schoss 14 Tore. Diese Marke erreichte kein 96er nach ihm, davor zuletzt schaffte dies Siegfried Reich in der Saison 1987/88 mit 17 Treffern.

     
  • Martin Harnik ist Stuttgarts bester Schütze in Pflichtspielen (neun Treffer). Acht seiner neun Tore schoss der Österreicher in der Fremde.

06.12.2010:   Das Bild spricht Bände ... einfach nur ratlos!

VfB nur Remis gegen zehn Hoffenheimer

Der VfB Stuttgart steckt nach dem vierten Bundesliga-Spiel ohne Sieg weiter im Tabellenkeller fest. Die Schwaben kamen im fünften baden-württembergischen Liga-Derby gegen 1899 Hoffenheim trotz Überzahl nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Für Trainer Jens Keller war es erst der neunte Punkt im achten Spiel im Fußball-Oberhaus.

Rot für Vorsah

Sejad Salihovic hatte Hoffenheim in einem zerfahrenen und selten packenden Derby mit seinem fünften Saisontor in Führung gebracht (11.). Doch Stuttgart kämpfte sich zurück, Martin Harnik glich aus (34.). Obwohl 1899-Abwehrspieler Isaac Vorsah noch eine Rote Karte wegen Tätlichkeit sah (41.), reichte es für den VfB nicht mehr zum ersten "Dreier" seit dem 6:0 gegen Werder Bremen am 7. November. Für Hoffenheim, das auch sein sechstes Pflichtspiel gegen den schwäbischen Rivalen nicht gewann, war das Unentschieden im Kampf um Platz 5 allerdings ebenfalls zu wenig.

Salihovic trifft zur Führung

In der Mercedes-Benz Arena versuchte Keller, Hoffenheim die Lust am kultivierten Spiel zu nehmen. "Wir wollen die Zentrale dichtmachen", beschrieb er seine Taktik mit drei defensiven Mittelfeldspielern. Dazu stellte er Mamadou Bah als zusätzlichen Mann vor die Abwehrkette. Die Gäste mussten so nach anfänglichen Problemen auf die Außen ausweichen - und hatten gleich beim ersten ernsthaften Versuch Erfolg. Allerdings half der VfB dabei mit. Timo Gebharts verunglückter Fallrückzieher an der rechten Strafraum-Ecke brachte Hoffenheims Kapitän Andreas Beck ins Spiel. Der sprintete ein paar Meter und passte in den Rücken der Viererkette, wo Salihovic aus rund neun Metern per Direktabnahme vollendete. Die VfB-Abwehr, der kurzfristig ihr Innenverteidiger Serdar Tasci verletzungsbedingt fehlte, wirkte dabei äußerst unsortiert.

Harnik gleicht aus

Stuttgart brauchte nach diesem Schock ein paar Minuten, um sich wieder neu auszurichten. Einige Fehlpässe waren die Folge, was wiederum die Zuschauer mit Pfiffen quittierten. Doch die Stuttgarter Profis zeigten bald, dass sie Manager Fredi Bobic und Keller genau zugehört hatten. Die hatten vor dem Derby an den Kampfeswillen der Angestellten appelliert - und die Spieler setzten es nun um. Spielerisch war das nicht gerade schön anzusehen, aber es war effektiv. Denn mit der ersten echten Chance glückte gleich das 1:1. Harnik hatte Cacau auf die Reise geschickt, der gleich drei Hoffenheimer wie Slalomstangen stehen ließ - und von links an den "Fünfer" zurück zu Harnik passte. Der Vertreter des rotgesperrten Ciprian Marica ließ Torwart Daniel Haas keine Abwehrchance. Noch vor der Pause dann ein weiterer Nackenschlag für die Gäste: Vorsah traf seinen Gegenspieler Christian Gentner im Laufduell mit dem rechten Arm am Kopf, was Schiedsrichter Dr. Jochen Drees als Tätlichkeit wertete.

Boka verletzt raus

1899-Trainer Ralf Rangnick quittierte die Entscheidung mit Kopfschütteln und stellte sein Team um. Mittelfeldspieler Tobias Weis sollte anstelle von Stürmer Vedad Ibisevic für mehr Stabilität sorgen (46.). Doch die zweite Halbzeit war gerade erst wenige Sekunden alt, als Cacau den rechten Pfosten traf. Stuttgart blieb gegen die nur noch aufs Verteidigen beschränkten Kraichgauer das bessere Team, agierte im Angriff aber viel zu umständlich. Keller gab deshalb seine defensive Marschroute auf und brachte Stürmer Pavel Pogrebnyak für Bah. Linksverteidiger Arthur Boka musste zudem mit einer Blessur am rechten Bein raus.

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29.11.2010:   HSV blickt wieder nach oben - hier sei auch mal die Frage erlaubt. "Wer ist denn hier eigentlich das Arschloch?" Antwort überflüssig

 

Der Hamburger SV hat mit seinem sechsten Saisonsieg in der Bundesliga wieder zu den Europacupplätzen aufgeschlossen. In einer turbulenten Partie setzten sich die Hanseaten mit 4:2 (3:1) gegen den VfB Stuttgart durch und schossen die Schwaben damit noch tiefer in die Krise. Der VfB, der sich nach einem Platzverweis gegen Ciprian Marica (16.) mit zehn Mann erfolglos gegen die neunte Saisonniederlage stemmte, steckt als schwächstes Auswärtsteam der Liga weiter in der Abstiegszone fest.

Rot für Marica

Piotr Trochowski sorgte in der 3. Minute für die Führung der Platzherren. Die Stuttgarter durften sich anschließend nur kurz über den Ausgleich durch Marica (9.) freuen, denn der Rumäne sah wegen Schiedsrichter-Beleidigung nur sieben Minuten später die Rote Karte. Nach Treffern von Jonathan Pitroipa (29.) und Mladen Petric (36.) sah sich der HSV schon sicher auf die Siegerstraße, musste aber beim Anschlusstreffer durch Christian Gentner unmittelbar nach dem Seitenwechsel (46.) noch einmal zittern. Erst das 4:2 durch Ruud van Nistelrooy (60.) brach schließlich den Widerstand der Gäste. In der Hamburger Imtech Arena erwischten die Gastgeber einen Start nach Maß und hatten bereits kurz vor Trochowskis Führungstor die Chance zum 1:0 durch Pitroipa. Doch während der Mittelfeldspieler aus Burkina Faso zunächst noch scheiterte, ließ sich Trochowski die Chance aus 18 Metern mit einem platzierten Flachschuss nicht nehmen.

"Joker" van Nistelrooy mit der Entscheidung

Der VfB überwand den Schock allerdings schnell und nutzte gleich seine erste Möglichkeit zum Ausgleich. Marica war dabei per Kopfball nach einer Ecke erfolgreich. Nur eine Minute später hätte der Stuttgarter Angreifer sein Team sogar in Führung bringen können, scheiterte aber im Strafraum an HSV-Keeper Frank Rost. Nachdem Marica mit seiner Beleidigung gegen Referee Wolfgang Stark im Anschluss an ein Foulspiel von Georg Niedermeier an Petric zunächst Gelb und dann Rot gesehen hatte, war der Weg für einen Hamburger Erfolg geebnet. Pitroipa und Petric schlossen jeweils ein gelungenes Kombinationsspiel der HSV-Offensive erfolgreich ab. Hoffnung kam bei den Stuttgartern noch einmal auf, als Gentner einen Patzer in der Hamburger Defensive wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff zum 2:3 nutzte. Doch van Nistelrooys Treffer nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung stellte die Weichen für die Gastgeber endgültig auf Sieg.

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22.11.2010:   

Köln gibt "Rote Laterne" ab

 Nach einer turbulenten Woche rund um den 1. FC Köln läuft es zumindest auf dem Platz läuft es für die "Geißböcke" dank Lukas Podolski wieder rund. Der Nationalspieler verwandelte im Spiel beim VfB Stuttgart in der 82. Minute einen Foulelfmeter eiskalt zum 1:0 (0:0) und bescherte den Rheinländern das ersehnte Happy End. Die Kölner haben den letzten Tabellenplatz verlassen und sind nun punktgleich mit den Stuttgartern (beide 11 Punkte), die vorerst weiter auf dem Relegationsplatz festhängen.

Rückkehrer Mondragon überzeugt

Chancen für den Sieg gab es vor dem Elfmeter auf beiden Seiten genug, die Stuttgarter aber scheiterten am Pfosten wie der eingewechselte Pavel Pogrebnyak (79.) oder am Kölner Torwart Faryd Mondragon, der nach fünf Spielen Pause wieder mitwirken durfte. Der Kolumbianer zeigte eine ausgezeichnete Leistung und bewahrte seine Mannschaft nach zuvor zwei Niederlagen in Folge vor einem möglichen Rückstand. Den Gästen wiederum fehlte lange die letzte Konsequenz vor dem Tor, in der zweiten Halbzeit der ausgewechselte Martin Lanig - und bisweilen in Person des ansonsten guten Podolski die Übersicht. Auffälligster Spieler waren der Stuttgarter Timo Gebhart und Mondragon, die sich beinahe ein Privatduell lieferten. "Bei der Organisation auf dem Platz wird er uns sicher weiterhelfen", hatte Trainer Frank Schaefer die Hereinnahme des erfahrenen Torwarts begründet, und Manager Michael Maier betonte, er stehe hinter der Entscheidung. Dem 39 Jahre alte Schlussmann blieb aber selten Zeit für die Organisation seiner Vorderleute, er war zu sehr mit dem Vereiteln von Chancen beschäftigt, die von seinen Mitspielern zugelassen wurden.

VfB nutzt seine Chancen nicht

Auf regennassem Rasen erarbeitete sich der VfB, der seit September 1996 keines seiner Heimspiele gegen den 1. FC Köln gewonnen hatte, bereits vor der Halbzeit mehrere gute Torchancen, scheiterte aber zumeist an Mondragon. Der Torhüter wehrte zunächst einen Schuss von Gebhart ab (3.), verhinderte gegen Cacau den sicheren Rückstand (12.), parierte glänzend erneut gegen den guten Gebhart (31.). Chancenlos wäre er jedoch bei einem Schuss von Ciprian Marica gewesen (33.) - der Ball flog neben das Tor. In der 31. Minute rettete Geromel gegen Cacau für seinen geschlagenen Torhüter. Angetrieben vom guten Lanig kamen auch die Kölner zu Chancen. Der ehemalige Stuttgarter besaß eine davon selbst, verfehlte aber knapp das Tor (34.). Lanig blieb nach der Pause in der Kabine - er war zu diesem Zeitpunkt bereits akut "Rot"-gefährdet. Vor allem in der zweiten Halbzeit hätte der 1. FC Köln in Führung gehen können. VfB-Torhüter Sven Ulreich gegen Podolski (49.), Christian Gentner (59.) und wieder Ulreich gegen Petit (65.) verhinderten Schlimmeres.
Dem VfB wiederum standen auch in der zweiten Halbzeit Mondragon und der Pfosten im Wege, ehe Niedermeier Novakovic im Strafraum zu Fall brachte. Der Slowene hätte später noch das 2:0 machen müssen, scheiterte in der 89. Minute aber freistehend an Ulreich.

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Ist der Keller-Effekt schon verpufft?

Nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln steht Trainer Jens Keller in der Kritik. Seinen Job fürchtet er allerdings noch nicht. "Mehr als täglich alles für den Club geben kann ich nicht machen," sagt Keller. 

Genau 55 Minuten und 49 Sekunden sind gespielt, als die Stadionuhr stehen bleibt und streikt. Das passt an diesem trüben Sonntagnachmittag wie die Faust aufs Auge zu dem Film, der unten auf dem Platz gedreht wird. Der Titel lautet "Pleiten, Pech und Pannen". Aber hat der Uhrendefekt vielleicht sogar Symbolcharakter? Besteht die Gefahr, dass beim VfB Stuttgart bald gar nichts mehr läuft? Mit Sicherheit steckt der Club in der schwersten Krise seit langem. Der Aufschwung unter Jens Keller blieb in Ansätzen stecken.
Zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen - so lautet nach der 0:1- Pleite gegen den 1. FC Köln die durchwachsene Bundesligabilanz des neuen Trainers. Bedenklicher ist noch, dass die Tendenz in die falsche Richtung zu gehen scheint. "Wenn man gegen den Tabellenletzten verliert, muss man über einige Dinge nachdenken", sagt beispielsweise der italienische Weltmeister Mauro Camoranesi. Hinzuzufügen wäre noch: gegen den Tabellenletzten, der eine Woche zuvor zu Hause vom damaligen Tabellenvorletzten Borussia Mönchengladbach mit 0:4 demontiert worden war. Nun ist Gladbach Letzter, Köln Vorletzter und der VfB Drittletzter. Das wirft die eingangs gestellten Fragen auf - einschließlich jener nach dem Trainer. Ist der Keller-Effekt schon verpufft, ehe er nachhaltig zu wirken begonnen hat?

Den Stuttgartern scheint ein Konzept zu fehlen

Viele Fans wunderten sich jedenfalls gewaltig. Denn jeder in der Arena konnte sehen, dass der Stuttgarter Verteidiger Stefano Celozzi gegen Lukas Podolski hoffnungslos überfordert war, aber Keller reagierte nicht. Weiter hatte der VfB zwar ein Chancenplus, und er wurde auch vom Schiedsrichter benachteiligt, aber insgesamt verfügte Köln über die intaktere Spielanlage. Bei den Rheinländern war ein Konzept zu erkennen, bei den Stuttgartern eher nicht. Richtig ins Zeug legte sich der VfB auch erst nach dem Rückstand (82.). Er machte also nur acht Minuten lang Druck - und das gegen das Schlusslicht. Fredi Bobic sind diese Mängel nicht entgangen. Entsprechend fällt seine Prognose aus. "Die Situation bleibt brisant - bis zur Winterpause und auch danach noch", sagt der VfB-Manager. Damit steht selbst ohne eine funktionierende Stadionuhr fest, dass es im Abstiegskampf mittlerweile bereits fünf Minuten vor zwölf ist. Daraus folgt dann auch, dass die letzten vier Bundesligaspiele vor Weihnachten gegen Hamburg, Hoffenheim, Hannover und Bayern München entscheidend für die Zukunft von Keller werden. Im Augenblick kann er mit seiner Ausbeute noch einigermaßen leben. Sammelte die Mannschaft unter dem alten Trainer Christian Gross in den ersten sieben Partien dieser Saison nur drei Punkte, sind es seitdem acht Zähler in sechs Begegnungen. Außerdem ist das Team im DFB-Pokal und in der Europa League noch im Rennen. Aber Jens Keller muss die Abwärtsspirale stoppen, nachdem der VfB schon vor Köln in Kaiserslautern eine 3:0-Führung leichtfertig aus der Hand gegeben hatte.

Es wird Zeit, dass sich Erfolge einstellen

Klar ist, dass die Entwicklung nach dem Ende der Hinserie gründlich analysiert wird - wobei der erklärte Wille vorhanden ist, auch in der Rückrunde mit Jens Keller weiterzuarbeiten, wenn die Lage nicht zu bedrohlich und das Risiko eines Abstiegs nicht zu hoch wird. Einerseits ist das so, weil Bobic trotz der jüngsten Rückschläge registriert, dass sich der Trainer voll für den Verein einsetzt. Und zum anderen könnte die Stelle bei einem Wechsel im Januar wohl nur mit einer weiteren Interimslösung besetzt werden, da der vom VfB gesuchte Perspektivcoach mit dem Profil eines Robin Dutt (SC Freiburg) oder eines Michael Skibbe (Eintracht Frankfurt) dann kaum zu haben ist. Wenn dennoch die Notbremse gezogen und die Übergangsvariante gewählt wird, wären dafür Lorenz-Günther Köstner, Hans Meyer und eventuell auch Zvonimir Soldo die aussichtsreichsten Kandidaten. Einstweilen steht Bobic aber hinter Keller. Zu befürchten wäre schließlich, dass die Unruhe bei einem erneuten Wechsel in den nächsten Wochen noch größer wird. Und Jens Keller hat es ja auch nicht zu verantworten, dass der Kader ziemlich wahllos zusammengestellt ist. Das ist die Konsequenz der Trainerrochaden in den vergangenen beiden Jahren. So steckt in der aktuellen Mannschaft ein bisschen was von Armin Veh und ein bisschen was von Markus Babbel und ein bisschen was von Christian Gross. "Ich mache mir keine Gedanken um meine Position", sagt Jens Keller, "mehr als täglich alles für den Club geben kann ich nicht machen." Es wird aber höchste Zeit, dass sich Erfolge einstellen. Denn was die Stunde geschlagen hat, weiß spätestens seit Sonntag jeder beim VfB - auch ohne Stadionuhr.


Da hilft nur eins Alkoh.... in diesem Sinne Prost!


19.11.2010:  

VfB empfängt Kölner Angstgegner

Seit über 14 Jahren konnte Stuttgart keinen Bundesliga-Heimsieg gegen Köln feiern - im September 1996 gab es einen 4:0-Erfolg. Seitdem gab es in sieben Bundesliga-Begegnungen vier Kölner Auswärtssiege und drei Unentschieden.

In vier der letzten sechs Bundesliga-Heimspiele gegen den FC blieb Stuttgart torlos.

Köln hat nur eins der letzten neun Ligaspiele gewonnen. Das war das 3:2 gegen den HSV. Dazu kommen sechs Niederlagen und zwei Remis. Fünf der letzten sechs Spiele wurden verloren.

Seit acht Bundesliga-Spielen wartet Köln auf einen Auswärtssieg, länger als jeder andere Bundesliga-Club. Sieben dieser acht Partien wurden verloren.

In neun der zwölf Bundesligaspiele dieser Saison kassierte Stuttgart mindestens zwei Gegentore.

Ciprian Marica war an sieben der letzten zehn Bundesliga-Treffer des VfB direkt beteiligt, sechs legte er auf. Mit sechs Assists ist Marica zweitbester Torvorbereiter der Liga, nur Ze Roberto (sieben) mehr.

Cacau hat in sechs Bundesliga-Spielen gegen den FC sechs Tore erzielt, darunter vier beim 5:1-Sieg des VfB im Februar. Gegen kein Bundesliga-Team schoss der Brasilianer mehr Tore.

Mit Jens Keller (fünf Spiele als Bundesliga-Coach) und Frank Schaefer (drei) treffen die aktuell unerfahrensten Bundesliga-Trainer aufeinander.

 

"Mehr Alternativen"

VfB-Cheftrainer Jens Keller begann die obligatorische Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Freitagmittag mit einer guten Nachricht: "Im Gegensatz zu den letzten Wochen stehen mir für die Partie gegen den FC wieder mehr Alternativen zur Verfügung, sodass ich über mehr Möglichkeiten für die Startaufstellung verfüge. Martin Harnik hat heute wieder mit der Mannschaft trainiert und es sieht gut aus für Sonntag. Zdravko Kuzmanovic macht schon seit zwei Tagen wieder mit. Und Stefano Celozzi ist nach seiner Verletzung auch wieder topfit und eine Alternative für die rechte Verteidigerposition. Serdar Tasci und Khalid Boulahrouz fallen definitiv aus." 

"Wollen die drei Punkte in Stuttgart behalten"

Auf Seiten des Gegners erwartet der 39-Jährige eine hochmotivierte Truppe, die "sich den A.... aufreißen wird. Der FC ist in einer ganz schwierigen Situation. Die Spieler stehen aber voll hinter ihrem Trainer und werden alles geben. Nichtsdestotrotz sind sie Tabellenletzter. Wir werden dagegenhalten und wollen die drei Punkte in Stuttgart behalten. Schließlich spielen wir zu Hause. Die letzten drei Partien haben wir hier gewonnen. Daran wollen wir anknüpfen", so Jens Keller. 

"Hoffen wir auf eine tolle Atmosphäre von den Rängen" 

Noch gibt es rund 1.000 Karten für das Spiel am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr gegen die "Geißböcke" zu kaufen. Der VfB-Cheftrainer baut auf die Unterstützung der Fans. "Die Spieler stehen nach wie vor unter einem wahnsinnigen Druck aufgrund unserer Tabellensituation. Wir sind das aber von den letzten Wochen gewohnt und werden dementsprechend motiviert ins Spiel gehen. Natürlich hoffen wir auf eine tolle Atmosphäre von den Rängen, das hilft enorm."

 


14.11.2010:

Fulminante Aufholjagd des FCK belohnt

Der 1. FC Kaiserslautern hat ein schon verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen. Trotz eines 0:3-Rückstandes gaben sich die "Roten Teufel" im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart nicht auf und schafften noch ein 3:3 (0:2). Ivo Ilicevic (76.) und Mathias Abel (78.) trafen in der Schlussphase noch zum Gleichstand. Zuvor hatte Ilijan Micanski (58.) das 1:3 für die Lauterer erzielt. Der VfB blieb auch im siebten Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg. Arthur Boka (19.) sowie die Nationalspieler Cacau (32.) und Christian Gentner (50., Foulelfmeter) trafen für den VfB.

Nervöser Beginn

Die Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion sahen einen nervösen Beginn beider Mannschaften. Die Profis auf beiden Seiten gingen zwar engagiert zu Werke, leisteten sich dabei aber eine hohe Fehlerquote. Nach knapp zehn Minuten nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand. Torjäger Srdjan Lakic (10.) und Spielmacher Christian Tiffert (16.) vergaben die ersten Möglichkeiten der Pfälzer, die das Spiel in dieser Phase vor allem aufgrund ihrer Zweikampfstärke dominierten. Die Dominanz nützte den "Roten Teufeln", die ohne Florian Dick, Chadli Amri, Rodnei, Clemens Walch und Jan Simunek auskommen mussten, allerdings nichts.

Überragendes Tor von Boka

Beim ersten gefährlichen Angriff der Schwaben erzielte Boka mit einem schönen Lupfer seinen zweiten Saisontreffer. Die Führung spielte den defensiv eingestellten Gästen, bei denen Nationalspieler Serdar Tasci, Zdravko Kuzmanovic, Martin Harnik und Johan Audel fehlten, in die Karten. Der VfB ließ die Lauterer das Spiel machen und lauerte auf Konter. Aus einem dieser Gegenstöße resultierte das fünfte Saisontor Cacaus. Der Angreifer nutzte einen Fehler des Lauterer Kapitäns Martin Amedick aus. Nach dem Treffer kochten die Emotionen auf dem Betzenberg hoch, da die Lauterer Sekunden vor dem Gegentreffer vehement einen Foulelfmeter für sich gefordert hatten. Schiedsrichter Babak Rafati (Hannover) ließ die Partie allerdings weiterlaufen, als Tiffert zu Boden gegangen war.

Micanski läutet die Aufholjagd ein

In den letzten Minuten vor der Pause drängten die Gastgeber mit großem Einsatz auf den Anschlusstreffer. Die Mannschaft von Trainer Marco Kurz, der seine Profikarriere beim VfB begonnen hatte, konnte sich noch eine gute Möglichkeit durch Lakic erarbeiten (44.). Kurz nach dem Seitenwechsel schien die Vorentscheidung gefallen. Nach einem Foul von Amedick am Rumänen Ciprian Marica entschied Rafati auf Strafstoß. Gentner ließ sich die Chance in seinem 150. Bundesligaspiel nicht entgehen. Nur acht Minuten später durfte der FCK nach dem Tor des eingewechselten Micanski wieder hoffen und warf alles nach vorne. Das brachte die Wende.

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08.11.2010:

Stuttgart feiert Torgala

 "Kellerkind" VfB Stuttgart hat sich mit einem Kantersieg aus der Abstiegszone befreit und dem SV Werder Bremen die höchste Pleite seit 23 Jahren zugefügt. Die Mannschaft von Trainer Jens Keller bezwang die defensiv schwachen Norddeutschen dank einer überragenden Offensivleistung und Toren von Ciprian Marica (10.), Cacau (31., 45. ), Christian Gentner (68.), Georg Niedermeier (73.) und Arthur Boka (86.) mit 6:0 (3:0). Ein derartiges Ergebnis kassierte Bremen zuletzt 21. März 1987 daheim mit dem 1:7 gegen Borussia Mönchengladbach.

Stuttgart nun 14.

Während die wie entfesselt spielenden Schwaben nach dem dritten Sieg im elften Saisonspiel mit jetzt zehn Punkten als 14. den Anschluss ans untere Mittelfeld fanden, stagnieren die Bremer mit weiter 14 Zählern im Graubereich der Bundesliga. Werder kassierte die vierte Pflichtspiel-Pleite in Folge und hat mit 27 Gegentreffern die zweitschlechteste Abwehr. Werder-Kapitän Torsten Frings hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 auf dem Fuß, scheiterte aber per Foulelfmeter an VfB-Torwart Sven Ulreich (24.). Auch Cacau scheiterte mit einem Foulelfmeter am starken Bremer Nationaltorhüter Tim Wiese (61.).

"Doppelpack" von Cacau

In der Mercedes-Benz-Arena entwickelte sich zwischen den stark ersatzgeschwächten Mannschaften - Stuttgart fehlten sieben, Werder sechs Profis - ein sehr unterhaltsames Spiel. Der VfB hatte deutliche Vorteile, weil der überragende Timo Gebhart über rechts mit Mikael Silvestre machte, was er wollte. Weil Marica einen Sahne-Tag erwischte. Und weil Cacau seine beiden ersten Chancen gleich nutzte. Werder hatte zwar auch seine Chancen, meist bei Standards. Insgesamt war es jedoch allein dem zurückgekehrten Torhüter Wiese zu verdanken, dass das Spiel nicht schon früher entschieden war.

Marica netzt zur Führung ein

"Wir haben uns ziemlich dumm angestellt bei den Gegentoren. Wenn man es dem Gegner so leicht macht, kann man keine Spiele gewinnen. Wir müssen aufstehen und endlich zeigen, was wir können", sagte Werder-Manager Klaus Allofs. Marica hatte schon in der zweiten Minute die erste Chance, verfehlte aber per Kopf. Dann hatte Gebhart, der den Vorzug vor Mauro Camoranesi erhalten hatte, seinen ersten großen Auftritt: Er zog mit schnellem Antritt von der rechten Mittelfeldseite nach innen, ließ vier Bremer stehen, und passte zu Marica, der aus 14 Metern von halbrechts vollendete.Nur fünf Minuten später verhinderte Wiese gegen Marica das mögliche 0:2. Dann hatte Frings aus elf Metern die bis dahin beste Werder-Chance. Doch sein Elfmeter in die linke Torecke war derart schwach geschossen, dass Ulreich den Ball sogar festhielt. Ulreich hatte Aaron Hunt zuvor mit einem Rempler zu Fall gebracht.

Balogun mit Debüt

Wiese verhinderte gegen Christian Gentner erneut einen Gegentreffer, war wenig später aber machtlos: Nach einer Traum-Kombination über Gebhart und Marica kam der Ball zu Cacau, der aus etwa neun Metern einschoss. In Hälfte zwei wollte Werder-Coach Thomas Schaaf mit einer Umstellung noch einmal das Blatt wenden: Leon Balogun kam zu seinem Ligadebüt für Werder, der Rechtsverteidiger ersetzte Hunt, für den Wesley ins Mittelfeld rückte. Balogun verursachte gegen Gebhart dann jedoch den Strafstoß, den Cacau vergab. Mit Marko Arnautovic (für Frings) brachte Schaaf auch noch eine weitere Offensivkraft, doch es war Claudio Pizarro der die beste Chance vergab (67.). Auf der anderen Seite scheiterte Marica erneut an Wiese, ehe Gentner nach feinem Solo letzte Zweifel am VfB-Sieg beseitigte. Niedermeier und Boka schraubten das Ergebnis noch hoch.

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VfB satt ... alles zur Gala hier 


31.10.2010:

Wölfe wieder bissig. Vorzeitger Halloween beim VFB

Ex-Meister VfL Wolfsburg ist in der Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgekehrt und darf wieder vom Erreichen der internationalen Plätze träumen. Die "Wölfe" gewannen gegen den VfB Stuttgart nach einer engagierten Vorstellung verdient mit 2:0 (1:0) und feierten ihren ersten "Dreier" nach einer Durststrecke von drei Ligaspielen ohne Sieg. Schütze des 1:0 war offiziell zunächst Edin Dzeko, der zum 1:0 einköpfte. Doch der Ball hatte bereits zuvor nach einem Kopfball von Innenverteidiger Simon Kjaer die Torlinie überschritten.* Das zweite Tor erzielte Dzeko per Kopf (76.).

Erste VfB-Niederlage unter Keller

Der VfB Stuttgart musste nach dem Aufwärtstrend der vergangenen Wochen einen Rückschlag hinnehmen und kassierte im fünften Pflichtspiel unter Trainer Jens Keller die erste Niederlage. Die Schwaben warten seit April 2010 auf einen Auswärtssieg und gehen geschwächt ins Rückspiel der Europa League am Donnerstag gegen den FC Getafe. Die Gastgeber erwischten einen Auftakt nach Maß. Nach einer Ecke von Diego wuchtete der aufgerückte Innenverteidiger Kjaer den Ball unter die Latte. Von da aus sprang der Ball hinter die Torlinie und zurück ins Feld. Bei den Gastgebern musste erneut Ersatzmann Marwin Hitz für Stammkeeper Diego Benaglio (Adduktoren-Verletzung) zwischen die Pfosten. Der VfB konnte daraus allerdings zunächst kein Kapital schlagen. Im Spiel nach vorne zeigten die "Keller-Kinder" Schwächen. Das Spiel wirkte ideenlos, der Pass in die Spitze fand nur selten den Mitspieler.

VfL mit zahlreichen Chancen

Nur durch Einzelaktionen von Timo Gebhart (17.) und Martin Harnik (20.) wurde es gefährlich. In der 60. Minute faustete Hitz nach einem Distanzschuss den Ball direkt zu Harnik, doch bei dessen Kopfball war der VfL-Keeper wieder auf dem Pfosten. Gefährlicher waren die "Wölfe". Nach einem Drehschuss von Andrea Barzagli musste Cristian Molinaro auf der Linie klären. Grafite (25. ) traf aus spitzem Winkel nur den Pfosten. Kurz vor der Pause köpfte Dzeko nach einer Flanke von Grafite den Ball drüber. Auch nach dem Wechsel blieb der VfL am Drücker. Nach einer Hereingabe von Sascha Riether zog Ashkan Dejagah, der den Vorzug vor Thomas Kahlenberg im Mittelfeld erhalten hatte, aus guter Position übers Tor. Stuttgart war mit großen Personalproblemen nach Niedersachsen gereist. Das ohnehin schon gut gefüllte Lazarett wurde nach dem Pokalsieg am Mittwoch bei Viertligist Chemnitzer FC (3:1 n.V.) durch Arthur Boka (Bluterguss über dem Knie), Georg Niedermeier (Schlag aufs linke Knie), Ciprian Marica (Adduktoren-Probleme) und Pavel Pogrebnyak (Probleme mit Sprunggelenk) noch aufgefüllt.

Stimmen zum Spiel

2 mal Eckball ... 2 mal Tor ... 2:0 verloren ...:

 

         

1:0   wo ist Kuzmanovic???

 

Ulreich, "keine Ahnung"

 

2:0   wo ist Tasci???

 

Ulreich, "keine Ahnung"

 

Auszug auf der Süddeutschen Zeitung:

Sieg-Vorgabe erfüllt und endlich wieder ohne Gegentor geblieben: Der VfL Wolfsburg wähnt sich nach zwei Siegen in der «Woche der Wahrheit» wieder auf dem richtigen Kurs in der Fußball-Bundesliga. Das verdiente und ungefährdete 2:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart sorgte beim bislang hinter den Erwartungen zurück gebliebenen VW-Club für allgemeine Erleichterung. «Das war sehr wichtig für uns und eine gute Reaktion der Mannschaft», sagte Wolfsburgs Trainer Steve McClaren, der nach zuvor zwei Niederlagen in Serie bereits in der Kritik gestanden hatte. Simon Kjaer (6. Minute) und Torjäger Edin Dzeko (76.) sorgten vor 29 043 Zuschauern in der VW-Arena für die erste Stuttgarter Niederlage unter Neu-Coach Jens Keller. Der VfL kam damit vier Tage nach dem 3:1 im DFB-Pokal beim Fünftligisten Victoria Hamburg am Dienstag der Forderung McClarens nach. Der englische Coach hatte nach einem Abrutschen auf den 13. Tabellenplatz von seinen Spielern zwei Siege aus beiden Partien und eine deutlich bessere Defensivleistung verlangt. «Das wichtigste für mich heute war die weiße Weste», sagte McClaren halb auf englisch, halb auf deutsch. Zum ersten Mal seit dem vierten Spieltag (2:0 gegen Hannover) blieben die «Wölfe» ohne Gegentor. Mit nun 13 Punkten hat Wolfsburg als Zwölfter Anschluss an das Mittelfeld. Der VfB bleibt nach der siebten Saisonpleite mit sieben Punkten dagegen in der Abstiegszone. «Das ist sehr ärgerlich, weil wir nicht zwingend verlieren mussten», befand Keller nach seiner ersten Niederlage als VfB-Coach. Der Nachfolger des geschassten Christian Gross war von den Wolfsburger Zuschauer mit Applaus begrüßt worden: 1997 war Keller mit dem VfL in die Bundesliga aufgestiegen. In seiner alten Heimat erhielt Keller aber bereits nach sechs Minuten eine kalte Dusche. Innenverteidiger Kjaer köpfte den VfL nach einer Diego-Ecke in Führung. Allerdings gab es Verwirrung um das vermeintlich erste Saisontor des dänischen Neuzugangs. Obwohl Kjaers Kopfball von der Latte deutlich hinter die Linie des Stuttgarter Tores prallte, erkannte Schiedsrichter Markus Wingenbach erst auf Tor, nachdem Dzeko den Ball erneut in die Maschen geköpft hatte. «Aus unserer Wahrnehmung war der erste Ball nicht im Tor. Es blieben Restzweifel, deshalb haben wir zunächst weiterspielen lassen», sagte Wingenbach nach dem Spiel und gab Dzeko als Torschützen an. In einem mäßigen Bundesligaspiel war Wolfsburg die bessere Mannschaft gegen biedere ersatzgeschwächte Schwaben. Andrea Barzagli (23.), Grafite (25.), Ashkan Dejagah (52.) und Diego (70.) vergaben weitere gute Chancen. Der VfB, der auf sieben Profis verzichten musste, blieb harmlos. «Wenn man Spiele gewinnen will, muss man auch mal in den Strafraum kommen», haderte Manager Fredi Bobic.

Auszug auf der Stuttgarter Zeitung:

In der Wolfsburger Volkswagen-Arena sind am Samstag mit dem VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart zwei Mannschaften gegeinander angetreten, die bisher weit hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben sind - und für den VfB Stuttgart gilt dies auch nach wie vor. Der VfB unterlag Wolfsburg mit 0:2 (0:1). Leidenschaft und Aggressivtät forderte Stuttgarts Trainer Jens Keller von seiner Mannschaft noch kurz vor dem Anpfiff. Zunächst setzten seine Spieler aber auf Sicherheit und versuchten, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, ohne Akzente in der Offensive zu setzen. Die Gastgeber aus Wolfsburg näherten sich dagegen mit Hilfe von Standardsituationen dem Stuttgarter Tor.
Fehlte dem Freistoß von Wolfsburgs Regisseur Diego in der fünften Minute noch der Abnehmer, lief beim Eckball - ebenfalls von Diego getreten - 60 Sekunden später alles glatt. Nach der Hereingabe von der rechten Seite hämmerte Wolfsburgs Abwehrspieler Simon Kjaer den Ball mit einem Kopfballkracher unter die Latte, von wo er hinter die Linie sprang. Der Ecke vorausgegangen war ein ungenauer Pass von Cristian Molinaro auf Christian Gentner, der den Ball an Wolfsburgs Sascha Riehter verlor und auf Kosten eines Eckballs klären musste.

Von Stuttgarts Offensive ist nicht viel zu sehen

Die Stuttgarter kamen erst in der elften Minute gefährlich vor das gegnerische Gehäuse. Doch Cacaus Schuss ging weit über das Tor. Bis auf diese Situation war auch nicht viel von der VfB-Offensive zu sehen. Das Angriffsspiel war zu behäbig sowie von Ungenauigkeiten geprägt. So bestimmten die Wolfsburger den Spielverlauf und kamen zu weiteren guten Torchancen:
Erst lief VfL-Stürmer Edin Dzeko Stuttgarts Verteidiger Khalid Boulahrouz davon. Dzeko stellte mit seinem schwachen Schuss Gäste-Torhüter Sven Ulreich allerdings vor keine Probleme (14.Minute). Nur kurz darauf hatte der VfB Stuttgart dann großes Glück, keinen höheren Rückstand zu kassieren. Erst kratzte Stuttgarts Molinaro nach einem Eckball einen Schuss von Andrea Barzagli von der Linie (23.). Nur zwei Minuten später scheiterte Wolfsburgs Torjäger Grafite an Ulreich und dem Pfosten (25.). Und auch beim anschließenden Eckstoß geriet der VfB wieder unter Druck. Sven Ulreich fliegt an der Hereingabe vorbei, sodass erneut Molinaro in höchster Not gegen Grafite klären musste.
Nach gut einer halben Stunde kamen die Stuttgarter dann etwas besser ins Spiel. Doch allein Martin Harnik sorgte mit einem Schuss aus 16 Metern für Gefahr (31.). Kurz vor dem Pausenpfiff versuchte Christian Gentner mit einem Lupfer zum Torerfolg zu kommen - vergeblich.
Der zweite Spielabschnitt begann dann mit einer Torchance für die Gastgeber. Ashkan Dejagah zielte aber völlig freistehend über das Tor (51.). Zehn Minuten später prüfte Stuttgarts Christian Träsch mit einem strammen Schuss aus 20 Metern, den Wolfsburgs Torhüter Marwin Hitz per Faustabwehr klärte. In der 68. Minute war es Harnik, dessen Schuss aus guter Position allerdings zu harmlos war. Die Gastgeber aus Wolfsburg ließen es in der zweiten Halbzeit ruhiger angehen. Lediglich durch Standardsituationen sorgten sie für Gefahr vor dem Stuttgarter Tor. Wie in der 71. Minute als Dzeko seinen Kopfball freistehend nicht richtig platzieren konnte. Besser machte es der Stürmer in der 76. Minute, als er nach einer erneuten Diego-Ecke zum entscheidenden 2:0 für Wolsburg einköpfte - es war der siebte Treffer von Dzeko im siebten Spiel gegen die Stuttgarter. Danach brachten die Wolfsburger den Vorsprung sicher über Zeit.

Entscheidende Szene:

Wenn Wolfsburg gefährlich vor das Stuttgarter Gehäuse kam, ging meist eine Standardsituation von Diego voraus. Folgerichtig erzielten die Wölfe ihre beiden Treffer auch nach Eckstößen ihres Regisseurs.

Bester Spieler:

In der ersten Halbzeit waren Christian Gentner, Christian Träsch und Cristian Molinaro bemüht, das Offensivspiel anzukurbeln - allerdings erfolglos. In Halbzeit zwei tauchte lediglich Martin Harnik vereinzelt gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf.

Kommentar:

Dem Angriffsspiel des VfB Stuttgart fehlt es an Durchschlagskraft. Zu langsam und zu ungenau agieren die VfB-Spieler im Spiel nach vorne. Darüber hinaus präsentierten sich die Stuttgarter in der Defensive vor allem bei Standards unsicher.

So sehen Verlierer aus ...:
 

 

   

      

Diesen Bildern ist nichts, aber auch

 

garnichts hinzuzufügen. Ihr Pfeifen!!!

 

 

 

 

 


25.10.2010:

VFB auf dem Weg aus dem Keller

Der VfB Stuttgart ist unter Trainer Jens Keller auf dem Weg aus dem Tabellenkeller. Durch ein 2:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli verließen die Schwaben nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte vorerst die Abstiegsplätze in der Bundesliga. Den erst zweiten Sieg der Saison in einer zum Teil turbulenten Begegnung sicherten Georg Niedermeier (19.) und Zdravko Kuzmanovic (79.). Der VfB hatte aber auch das nötige Quäntchen Glück gegen die auswärtsstarken Hamburger, die nach zuletzt zwei Siegen und bislang drei Auswärtserfolgen sehr entschlossen auftraten, im Abschluss aber Pech hatten. In der 31. Minute traf Carlos Zambrano mit einem Schuss aus 25 Metern nur die Latte, der ansonsten starke Sven Ulreich im Stuttgarter Tor wäre ohne Abwehrchance gewesen. St. Pauli misslang durch die Niederlage der Sprung auf einen Europacup-Platz.

Spiel wird nach dem 1:0 lebhafter

Nach einem gut hereingespielten Eckball von Timo Gebhart, der nach dem 1:0 des VfB in der Europa League gegen den FC Getafe den Vorzug vor Mauro Camoranesi erhalten hatte, köpfte Abwehrspieler Niedermeier den VfB ein wenig überraschend in Führung. Die Schwaben hatten bis dahin Probleme beim Spielaufbau offenbart, St. Pauli störte früh und spielte wesentlich zielstrebiger nach vorne. Gerald Asamoah besaß in der 10. Minute auch die Chance zur Führung für die Gäste. Nach dem Stuttgarter Führungstreffer wurde das Spiel zusehends lebhafter. Zunächst traf Kuzmanovic aus 25 Metern nur auf das Tornetz (22.), danach rückte Ulreich in den Blickpunkt. Erst lenkte er einen Schuss von Matthias Lehmann um den Pfosten (23.) und faustete auch einen weiteren Weitschuss des Hamburgers weg (34.). St. Paulis Torhüter Thomas Kessler bewahrte seine Mannschaft gegen Serdar Tascis Kopfball (45.) vor einem weiteren Gegentreffer.

St. Pauli auch nach der Pause druckvoll

Nach der Pause verhielt sich der VfB abwartend, ließ den weiter druckvollen FC St. Pauli kommen und brachte seinerseits im Spiel nach vorne wenig zusammen. Torhüter Ulreich bekam weiter die Gelegenheit sich auszuzeichnen, so bei einem Kopfball von Marius Ebbers (49.), er hatte aber in der 54. Minute erneut Glück, dass Tasci einen Lupfer von Max Kruse mit einem Scherenschlag vor der Torlinie wegschlug. Erst als St. Pauli nach einer guten Stunde immer vehementer auf den Ausgleich drängte, ergaben sich auch für den VfB wieder einige Gelegenheiten. Viele Angriffe blieben allerdings Stückwerk. In der 79. Minute schloss der VfB dann einen Konter erfolgreich ab, als sich Ciprian Marica auf der rechten Seite durchsetzte und den mitgelaufenen Kuzmanovic bediente. Der serbische Nationalspieler traf mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze.

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18.10.2010:

Packendes Duell ohne Sieger

Der Trainerwechsel beim VfB Stuttgart hat erste Wirkung gezeigt. Unter ihrem neuen Coach Jens Keller erkämpften die Schwaben ein 2:2 (1:1) im Kellerduell bei Schalke 04. Der VfB bleibt zwar Tabellenletzter der Bundesliga, gab aber vier Tage nach der Trennung von Christian Gross ein Lebenszeichen von sich. Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verhinderte mit einem verwandelten Foulelfmeter (80.) den zweiten Stuttgarter Saisonsieg. Der kurz zuvor eingewechselte Martin Harnik hatte das zwischenzeitliche 2:1 für die Schwaben erzielt (74.).

Marica im Abschlusspech

Timo Gebhart hatte die stark beginnenden Gäste früh in Führung (15.) gebracht. Edu glich für die "Königsblauen" aus (29.), die mit nur zwei Punkten aus den ersten vier Heimspielen den schlechtesten Start vor eigenem Publikum seit 1967 hinlegten. Die ersten Chancen hatten die Stuttgarter. Innerhalb weniger Sekunden hätte Ciprian Marica die Schwaben zwei Mal in Führung bringen können: Zunächst scheiterte der Rumäne an Nationaltorwart Manuel Neuer (8.), dann verfehlte er mit einem Kopfball knapp das Tor (9.). In der 15. Minute hatten die Gäste dann Erfolg: Nach einer Hereingabe von Arthur Boka schaute die komplette Schalker Abwehr nur zu, Timo Gebhart traf zum 0:1. Stuttgart erzielte noch ein zweites Tor im ersten Durchgang, doch Schiedsrichter Florian Meyer erkannte den Treffer von Boka wegen einer Abseitsstellung nicht an (26.). 

Schalke dreht in Halbzeit zwei auf

Bei den "Königsblauen" lief zunächst wenig zusammen, viele Fehlpässe prägten das Spiel. Auch die Defensive war weiterhin anfällig. Die erste nennenswerte Torchance für die Gastgeber hatte Raul, der den Ball aber neben das Tor setzte (27.). Zwei Minuten später fiel der Ausgleich: Edu traf mit einer Direktabnahme nach einer Ecke von Jose Manuel Jurado zum 1:1. Nach der Pause wurde das Spiel deutlich besser, vor allem, weil bei Schalke die Stürmerstars Raul und Huntelaar besser zum Zuge kamen. Auch Spielmacher Jurado drehte auf. Die zunächst beste Chance vergab Raul, als er nach einer Unsicherheit von Stuttgarts Keeper Sven Ulreich knapp das Tor verfehlte (65.). Der VfB blieb allerdings durch Konter gefährlich, weil die Abwehr der "Königsblauen" weiter Stabilität vermissen ließ.

Pogrebnyak zunächst nur auf der Bank

Keller, der den am Mittwoch beurlaubten Christian Gross ersetzt hatte, musste bei seinem Debüt als Bundesliga-Trainer auf die Rot-gesperrten Matthieu Delpierre und Mauro Camoranesi verzichten. Zudem setzte er den fünfmaligen Torschützen Pavel Pogrebnyak zunächst auf die Bank und gab stattdessen Marica den Vorzug. Schalke-Coach Felix Magath musste den gesperrten Jermaine Jones ersetzen und verzichtete auf den Peruaner Jefferson Farfan (Jetlag nach Länderspiel in Panama) und Ivan Rakitic, der im U-21-Spiel der Kroaten bei einem Tritt ins Gesicht zwei Zähne verloren hatte. Dagegen stand Joel Matip nach auskurierter Virusinfektion wieder in der Startelf. 


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16.10.2010:

Zwischen Hoffen und Bangen

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass in diesem Duell der Tabellenvorletzte auf das Schlusslicht trifft? Beide Clubs haben nur einen Sieg auf dem Konto und stehen gewaltig unter Druck. Zusätzliche Brisanz: Der VfB hat unter der Woche Cheftrainer Christian Gross durch Jens Keller abgelöst - was Schalke-Coach Felix Magath jedoch nicht beunruhigt. "Keller hat zwar schon mit der Mannschaft gearbeitet, aber er hat erst seit zwei Tagen das Sagen und wird in der Zeit noch nicht so viel Einfluss nehmen und verändern können." Doch Magath räumt auch ein: "Für uns ist das eine Chance und ein Risiko. Viel wichtiger ist indes, dass wir uns in einer guten Verfassung befinden." Bei den "Knappen" fehlen neben den Langzeitverletzten der Gelb-Rot-gesperrte Jermaine Jones sowie Ivan Rakitic und Jefferson Farfan. Der Kroate verlor am Montag im U21-Länderspiel gegen Spanien nach einem Tritt ins Gesicht kurzzeitig das Bewusstsein und zwei Zähne. Nach einer Behandlung in Zagreb kehrte der 22-Jährige erst am Freitag nach Gelsenkirchen zurück. Der Peruaner Farfan war mit seinem Nationalteam am Mittwoch in Panama im Einsatz. Nach dem langen Rückflug sowie der Zeitverschiebung kämpft der Offensivspieler noch mit einem Jetlag. Joel Matip hingegen hat das Fieber auskuriert und steht zur Verfügung. Keller muss bei seiner Premiere auf Matthieu Delpierre, Philipp Degen, Johan Audel, Mauro Camoranesi und Daniel Didavi verzichten. Dennoch gibt sich der gesperrte VfB-Kapitän Delpierre zuversichtlich: "Wir haben die Qualität in der Mannschaft, um in der Bundesliga zu bestehen, das werden wir zeigen. Wir wissen, wie schwer es ist, zu Punkten zu kommen, aber Schalke strotzt auch nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Und ein Trainerwechsel bringt immer auch neue Impulse mit sich. Wir müssen positiv denken und alles aus uns herausholen."

Spitzenspiel im Tabellenkeller

Obwohl beide Teams international spielen, trifft bei Schalke gegen Stuttgart der Siebzehnte auf den Achtzehnten - beide Vereine gewannen jeweils nur eins ihrer letzten neun Liga-Spiele.
  • Dass beide Clubs bei ihrem Aufeinandertreffen auf einem Abstiegssplatz stehen, gab es noch nie.
  • Aus 80 Begegnungen gegeneinander holte der FC Schalke 30 Siege, der VfB Stuttgart 37 (bei 13 Remis).
  • Die letzten beiden Duelle in der vergangenen Saison gewann beide S04, beide mit 2:1, beide durch einen Siegtreffer des Ex-Stuttgarters und inzwischen Ex-Schalkers Kevin Kuranyi.
  • S04 und der VfB gehören zu den vier Teams, die erst ein Spiel in dieser Saison gewinnen konnten.
  • Ein Sieg und ein Remis nach sieben Spielen - so schlecht kam Schalke zuletzt vor 17 Jahren in die Saison (damals am Ende Platz 14).
  • Schon zum vierten Mal in dieser Saison ist der VfB Tabellenletzter - das gab es in der Stuttgarter Bundesliga-Geschichte noch nie.
  • Ein Sieg und sechs Pleiten - nach sieben Spielen hatte der VfB nur 1974/75 so eine schlechte Bilanz. Damals war nur die Tordifferenz (-10) schlechter als heute (-3). Aber damals gewannen die Schwaben ihr achtes Spiel. Es droht also ein neuer Vereinsnegativrekord.
  • Schalke ist in dieser Saison zuhause noch sieglos (zwei Niederlagen, ein Remis). Der letzte Heimerfolg datiert vom 17. April (3:1 gegen Gladbach) - damit sind die "Knappen" fast auf den Tag genau seit einem halben Jahr ohne Bundesliga-Heimsieg.
  • Kein Team traf diese Saison auf fremdem Platz seltener als die Schwaben (zwei Mal, wie Bayern und Nürnberg, das allerdings schon ein Auswärtsspiel mehr bestritten hat).
  • Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar traf in den letzten vier Spielen je ein Mal, machte somit die Hälfte der Schalker Tore. Der Vereinsrekord der "Königsblauen" liegt bei sieben Spielen in Folge (Rüdiger Abramczik, 1978/79). In der EM-Quali traf Huntelaar acht Mal (vier Spiele).

     

Mögliche Aufstellung beider Teams:

 


06.10.2010:

Volle Unterstützung auf Schalke

Für das Auswärtsspiel des VfB beim FC Schalke 04 am Samstag, 16. Oktober, gibt es für VfB-Fans keine Tickets mehr zu kaufen. Rund 3.200 Anhänger begleiten die Mannschaft von Cheftrainer Christian Gross zum wichtigen Duell mit den "Knappen".

So wollen wir das sehen ...


04.10.2010:

Frankfurt erkämpft "Dreier" beim VfB

Die Krise beim Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart nimmt immer größere Ausmaße an. Die Mannschaft von Trainer Christian Gross verlor beim 1:2 (0: 1) gegen Eintracht Frankfurt trotz einer engagierten Vorstellung schon ihr sechstes von sieben Saisonspielen und ist damit so schlecht gestartet wie zuletzt in der Abstiegssaison 1974/75.

Delpierre sieht Rot

Frankfurt dagegen hat sich erst einmal befreit. Theofanis Gekas mit seinem fünften Saisontor (18.) und Kapitän Chris (68.) bescherten dem Team von Michael Skibbe den dritten Saisonsieg und den ersten "Dreier" gegen Stuttgart seit acht Spielen bzw. viereinhalb Jahren. Aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war der Erfolg für Frankfurt durchaus verdient. Pawel Pogrebnjak gelang nur noch der Anschlusstreffer (85.). Zuvor hatte der VfB auch noch Kapitän Matthieu Delpierre durch eine Rote Karte wegen groben Foulspiels gegen Patrick Ochs verloren (84.). Vor den Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena waren die Gastgeber in der ersten Halbzeit die mutigere und aktivere Elf. Stuttgart setzte die sehr verhaltene Eintracht von Beginn an unter Druck, spielte nicht wie ein Abstiegskandidat. Bereits in der dritten Minute hatten die VfB-Fans den Torschrei auf den Lippen, als Christian Träsch aus etwa 28 Metern mit rechts an die Latte schoss, von wo aus der Ball fast senkrecht auf den Rasen prallte. Ob der Knaller hinter der Linie aufkam, konnten selbst die TV-Bilder nicht klar belegen. Schiedsrichter Felix Brych (München) ließ in seinem 111. Bundesliga-Spiel weiterspielen.

Gekas macht fünftes Saisontor

Stuttgart blieb am Drücker, spielte jedoch mit Stefano Celozzi und Träsch allzu rechtslastig. Träsch, der im rechten Mittelfeld den rotgesperrten Mauro Camoranesi vertrat, leitete mit einem tollen Zuspiel auf Pogrebnjak die nächste Chance ein, doch der Russe schoss ans Außennetz (8.). Wieder Träsch war es, der Celozzi mit klugem Pass auf die Reise schickte. Nach der Hereingabe des Rechtsverteidigers scheiterte Cacau per Direktabnahme an Eintracht-Torwart Oka Nikolov. Kurz darauf köpfte Delpierre über das Tor (17.). Frankfurt wagte sich kaum aus der eigenen Hälfte, kam aber gleich mit der ersten echten Chance zur Führung. Chris brachte den Ball per Einwurf an den Fünfmeterraum, wo Delpierre und Serdar Tasci für Gekas nur Spalier standen und der Grieche seelenruhig einköpfen konnte. Auch nach dem Rückstand blieb der VfB aktiver, Frankfurt hatte sich jetzt aber besser auf das rechtslastige Spiel der Hausherren eingestellt und ließ nicht mehr so viel zu.

Boka trifft nur den Pfosten

Die Hessen mussten sich in dieser Phase vorwerfen lassen, die nun sichtlich verunsicherten Stuttgarter nicht konsequenter gestört zu haben. Mehr als eine weitere Kopfballgelegenheit von Gekas hatte Frankfurt zunächst nicht zu bieten. Stuttgarts Zugang Mamadou Bah, der sein Bundesliga-Debüt gab, köpfte kurz vor der Pause über das Tor. Nach dem Seitenwechsel ergaben sich für Frankfurt mehr Räume. Gekas schoss ebenso knapp daneben (48.) wie Benjamin Köhler per Freistoß (55.). Auf der anderen Seite musste fast eine Stunde vergehen, ehe der VfB wieder zum Zug kam: Träsch schoss freistehend aus halbrechter Position am langen Pfosten vorbei. Kurz vor dem 0:2 hätte Patrick Ochs bereits für die Vorentscheidung sorgen müssen. Nach Hacken-Zuspiel von Gekas scheiterte er aber am stark reagierenden Sven Ulreich im VfB-Tor. Chris machte es per Kopf wenige Sekunden später dann aus sechs Metern besser - auch, weil er von Zdravko Kuzmanovic nicht gestört wurde. Pech hatte Stuttgart bei einem Pfostentreffer von Artur Boka (81.). Der vermeintliche Ausgleich durch Cacau wurde nicht anerkannt (89.).

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27.09.2010:

Bayer schießt VfB ab - nur noch ratlose Gesichter

Nach der fünften Niederlage im sechsten Bundesliga-Spiel und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz befindet sich der VfB Stuttgart wieder im Abwärtstrend. Die Mannschaft von Trainer Christian Gross war gegen Bayer Leverkusen nach einem in der ersten Hälfte sehr schwachen Auftritt mit dem 1:4 (0:2) noch gut bedient. Bayer darf in der Verfassung der ersten Halbzeit trotz langfristiger Ausfälle von Michael Ballack und Stefan Kießling auf einen "goldenen Herbst" hoffen.

Frühe Rote Karte für Camoranesi

Sami Hyypiä (19.) und Arturo Vidal (21.) stellten die Weichen für Leverkusen mit ihren Kopfballtreffern frühzeitig auf Sieg. Als dann Mauro Camoranesi wegen einer Notbremse gegen Tranquillo Barnetta auch noch die Rote Karte (31.) sah, war der VfB nicht mehr zu retten. Zdravko Kuzmanovic ließ das Gros der Zuschauer mit seinem Tor zwar noch einmal hoffen (52.). Hanno Balitsch (69.) und Sidney Sam (88.) machten dann aber alles klar für Bayer, das beim Lieblingsgegner bereits zum zwölften Mal gewann.

Bayer stark trotz Verletzungssorgen

Leverkusen war von Beginn an die wachere, willigere Elf und erarbeitete sich ein deutliches Übergewicht. Folgerichtig kommentierten die VfB-Fans das Gekicke ihrer Lieblinge nach dem 0:2 mit wütenden "Aufwachen, aufwachen!"-Sprechchören. Schließlich hatte sich Stuttgart (nicht nur) bei den Gegentoren schlafmützig angestellt - Bayer hatte schon zuvor einige Gelegenheiten. Dass Jupp Heynckes neben Ballack und Kießling auch Gonzalo Castro und Lars Bender fehlten sowie Patrick Helmes und Simon Rolfes nur auf der Bank saßen, war nicht zu spüren.

Delpierres Rückkehr zahlt sich nicht aus

Dem 0:1 durch Hyypiä, der wie Renato Augusto nach dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt in die Startelf zurückgekehrt war, ging eine Flanke von Barnetta voraus. Hyypiä setzte sich dann gegen Matthieu Delpierre durch. Der VfB-Kapitän stand wie Camoranesi wieder in der Anfangsformation, den nach Daniel Didavis Ausfall vakanten Posten auf der linken Außenbahn übernahm Martin Harnik. Die Umstellungen brachten allerdings nicht den erhofften Aufschwung. Die überzeugenden Siege gegen Bern (3:0) und Mönchengladbach (7:0) waren offenbar nur Ausreißer eines Teams, dem es - auch aufgrund der Verletzungen - an Qualität fehlt. Das wurde beim 0:2 deutlich, als Bayer mit der VfB-Abwehr "Jo-Jo" spielte: Eren Derdiyok legte per Hacke für Michal Kadlec auf, der Vidal bediente. Dieser wurde von Arthur Boka nur halbherzig bedrängt.

Biss nach der Pause - ohne Erfolg

Bei dem aus dem Platzverweis resultierenden Freistoß verhinderte VfB-Torwart Sven Ulreich gegen Derdiyok per Glanztat das 0:3. Stuttgart indes schoss in der ganzen ersten Halbzeit nicht ein einziges Mal aufs Tor. Nach dem Seitenwechsel machte Leverkusen den Fehler, das Ergebnis verwalten zu wollen. Stuttgart kam nun noch einmal heran. An Kuzmanovics Freistoß von halblinks rutschten Freund und Feind vorbei - und der Ball fiel am machtlosen Rene Adler vorbei ins Tor. Trotz Unterzahl biss und kämpfte sich der VfB jetzt immerhin ins Spiel - im Angriff fehlte aber weiter die Präzision. Das sollte Ciprian Marica ändern, der für Harnik kam (63.). Doch Stuttgart fehlte weiter die Durchschlagskraft. Auch, weil Heynckes seiner nachlassenden Truppe mit der Hereinnahme von Rolfes wieder mehr Stabilität gab. Balitsch vergab bei einem Konter die Vorentscheidung, als er an Ulreich scheiterte. Doch kurz darauf war der gute Torhüter machtlos, als Balitsch nach Derdiyok-Flanke akrobatisch einschoss.

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23.09.2010:

Der "Club" siegt in letzter Minute - kein Befreiungsschlag gewesen, der alte Trott

Der VfB Stuttgart hat vier Tage nach seinem Kantersieg gegen Borussia Mönchengladbach einen herben Rückschlag erlitten. Die Mannnschaft von Trainer Christian Gross verlor beim 1. FC Nürnberg mit 1:2 (0:1) und steckt nach der vierten Niederlage im fünften Spiel tief im Tabellenkeller. Dagegen konnte der "Club" in einer hektischen und spielerisch schwachen Partie den ersten Sieg in dieser Saison feiern und rückte ins Mittelfeld vor. Ab der 66. Minute musste der kampfstarke 1. FCN ohne Kapitän Andreas Wolf auskommen, der wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Frühes Tor des "Club" durch ausgeliehenen Stuttgarter

Bereits in der 3. Minute gerieten die ambitionierten Stuttgarter, am Samstag noch 7:0-Sieger, ausgerechnet durch den von Stuttgart an Nürnberg ausgeliehenen Julian Schieber in Rückstand. Nationalstürmer Cacau glich in der 85. Minute zwar aus, doch im Sturmlauf der Schwaben erzielte Javier Pinola nach einem Konter den Siegtreffer für den "Club". Die Schwaben zeigten sich vom frühen 0:1 keineswegs geschockt. Der VfB bestimmte in der ersten Hälfte ziemlich klar das Geschehen. Nürnberg zog sich weit in die eigene Hälfte zurück und überließ dem VfB weitgehend das Mittelfeld. Stuttgart fehlten jedoch die spielerischen Mittel, um die dicht gestaffelte Abwehr des "Clubs" zu knacken.

Bokas Schuss an die Latte

Viel Pech hatte der VfB jedoch in der 31. Minute, als ein fulminanter Freistoß von Artur Boka an die Unterkante der Latte krachte und anschließend vom Rücken des Nürnberger Keepers Raphael Schäfer ins Aus sprang. In der 39. Minute verweigerte zudem Schiedsrichter Jochen Drees einem Treffer von Pavel Pogrebnyak wegen eines Foulspiels im Strafraum die Anerkennung. Der 1. FCN verlegte sich früh auf Konter, machte es den Gästen dabei aber oft leicht. Im Spielaufbau leisteten sich die Franken viele unnötige Fehler, Entlastung gab es so kaum. Der sehr bemühte Schieber als einzige Spitze hing dadurch oft in der Luft.

Stuttgart kommt zum Ausgleich

Auch nach dem Wechsel änderte sich das Bild zunächst kaum. Der VfB drängte mit Vehemenz auf den Ausgleich, präsentierte sich dabei aber weiter einfallslos. Immer wieder rannte sich der VfB in der vielbeinigen Nürnberger Defensive fest. Da half es auch nicht, dass Gross nach dem Wechsel in Ciprian Marica sogar einen dritten Stürmer brachte. Mehr Durchschlagskraft bekamen die Aktionen der Stuttgarter deshalb nicht. Mit zunehmender Spieldauer gab der "Club" sogar seine starre Grundhaltung etwas auf und agierte zielstrebiger. Die besten Chancen hatte Mehmet Ekici, der in der 63. Minute erst an Ulreich scheiterte und in der 73. Minute dann an den Außenpfosten schoss.

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20.09.2010:

Befreiungsschlag, Sieben Tore gegen den Frust 

Der VfB Stuttgart ist in der Spielzeit angekommen. Nach drei Pleiten in Serie zerlegten die Schwaben harmlose Gladbacher mit 7:0. Zwei Spieler waren dabei zweifelsohne die Gewinner, deren Kollegen aber überzeugten ebenfalls mit starkem Willen und festem Charakter. Nun gilt es den Aufwärtstrend zu bestätigen. Was hatte man dem Russen nicht alles vorgeworfen. Er sei lethargisch, technisch limitiert und zudem schwer integrierbar. Pavel Pogrebnyak hatte seit seinem Amtsantritt in Stuttgart vor gut einem Jahr mit vielen schlechten Kritiken zu kämpfen. Sogar sein vorzeitiger Abschied wurde diskutiert.

Pogrebnyak spricht Deutsch

Eines konnte man dem 27-Jährigen aber nie absprechen: mangelnden Eifer. Der Angreifer spielte immer engagiert, wenn auch des Öfteren glücklos. Das änderte sich beim 7:0-Kantersieg des VfB gegen die desolaten Mönchengladbacher. Pogrebnyak erzielte gleich drei Treffer, übrigens zum ersten Mal in der Bundesliga, und bestätigte damit eindrucksvoll seine aufsteigende Form der letzten Wochen. Und noch etwas ist ihm gegen Mönchengladbach gelungen. Er zeigte noch auf dem Platz im Kreise seiner Kollegen große Emotionen, freute sich über diebisch über seinen "Dreierpack" und schnappte sich sogleich den Spielball. "Mit dem werde ich in Zukunft mit meinem Sohn im Garten spielen", erzählte er den Medienvertretern überglücklich in deutscher Sprache. Pogrebnyak scheint im Schwabenland angekommen zu sein.

Delpierre - Anführer und Torschütze

Der Russe war aber nicht der einzige Gewinner dieses denkwürdigen Nachmittags in der Mercedes-Benz Arena. Auch Matthieu Delpierre muss man hervorheben. Der Kapitän stand nach knapp vier Monaten Verletzungspause wieder auf dem grünen Rasen und agierte dort, als wäre er niemals weg gewesen. Er dirigierte, stabilisierte die eigene Defensive und erzielte zu guter Letzt noch einen Treffer. Ein tolles Comeback des Franzosen, von dem jeder VfB-Spieler profitieren konnte. "Matthieu ist unheimlich wichtig für uns, er ist der Kapitän und im Prinzip unverzichtbar", sagte Delpierres Abwehrkompagnon Georg Niedermeier im Gespräch mit bundesliga.de. Delpierre selbst ist kein Mann der großen Worte, aber auch er wirkte sehr zufrieden nach seinem großen Auftritt. "Wir mussten in den vergangenen Jahren schon einige schwierige Phasen überstehen und haben immer Charakter gezeigt", erklärte der Abwehrchef und traf damit den Nagel auf den Kopf. Natürlich könnte man jetzt jedes Sorgenkind der Stuttgarter noch einmal eingehend analysieren, Neuzugang Mauro Camoranesi wird immer besser, Cacau präsentiert sich deutlich fitter, Christian Genter und Zdravko Kuzmanovic fangen an zu harmonieren; viel wichtiger ist aber, dass der Mannschaftsgeist der Stuttgarter wieder intakt scheint.

Starker Willen

Gerade einmal 40 Stunden nach der Partie in der Europa League gegen Young Boys Bern zeigten die Schwaben keinerlei Verschleißerscheinungen. Das ist zum einen der guten Arbeit der medizinischen Abteilung geschuldet, zum anderen aber auch einem starken Charakter. Der VfB hat gegen Gladbach den Willen gezeigt, den miserablen Saisonstart vergessen machen zu wollen und die Trendwende einzuleiten. Das ist ihnen eindrucksvoll gelungen. Der hohe Sieg birgt allerdings auch Gefahren. "Obwohl wir heute sieben Tore geschossen haben, haben wir unterm Strich nur drei Punkte geholt", meinte der "alte Hase" Camonaresi und versuchte damit wohl, seine Mannschaft wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. In der Tat warten schon am kommenden Mittwoch die Nürnberger, die es dem VfB ganz sicher nicht so einfach machen werden. Wenn die Mannschaft von Trainer Christian Gross im Frankenland allerdings dieselben Tugenden an den Tag legt wie gegen Gladbach - Aggressivität, Entschlossenheit, Zweikampfkampfstärke -, dann könnte die Umkehr zum Guten tatsächlich geschafft sein.


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Der VfB Stuttgart hat sich mit einem Schützenfest auch in der Bundesliga eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach ihrem schlechtesten Saisonstart mit drei Niederlagen in den ersten drei Spielen besiegten die Schwaben ihren willkommenen und völlig überforderten "Aufbaugegner" Borussia Mönchengladbach mit 7:0 (2:0). Für die in allen Belangen überlegenen Gastgeber trafen der überragende Pavel Pogrebnyak mit seinem ersten "Dreierpack" in der Bundesliga (2., 55., 60.), Georg Niedermeier (25.), Zdravko Kuzmanovic (64. und 81.), Matthieu Delpierre (73.).

Elf Gegentore in zwei Spielen

Der VfB trat entschlossen auf, allerdings machten es die Gladbacher der Mannschaft von Christian Gross auch nicht allzu schwer. Die Borussia, die seit 1994 nicht mehr bei den Stuttgartern gewonnen hat, verhielt sich in der Abwehr bisweilen erschreckend naiv, brachte nach vorne nichts zuwege und fiel in der zweiten Halbzeit fast auseinander. Nach dem spektakulären 6:3 bei Bayer Leverkusen am 2. Spieltag haben die Gladbacher nun in zwei Spielen elf Gegentore kassiert. Beim VfB war von einer Verunsicherung nach den drei Niederlagen seit Saisonbeginn nichts zu sehen - außer ein paar kleinen Wacklern bei Kontern und hohen Bällen. Die Hintermannschaft wurde von den harmlosen Gästen aber auch nicht vor allzu große Probleme gestellt. Zudem war Mannschaftskapitän Delpierre nach viermonatiger Verletzungspause zurückgekehrt und verlieh der Defensivabteilung umgehend Stabilität. Gladbach dagegen glich bisweilen einem Torso.

Pogrebnyak mit dem "Dreierpack"

Die Entschlossenheit der Stuttgarter, die am Donnerstag in der Europa League schon gegen Young Boys Bern 3:0 gewonnen hatten, wurde bereits in der zweiten Spielminute belohnt. Christian Träsch flankte ungehindert in den Strafraum, Cacau scheiterte nach einem Kopfball von Neuzugang Mauro Camoranesi noch an Borussias Torhüter Logan Bailly, doch sein starker Sturmpartner Pogrebnyak machte es besser, und nach genau 91 Sekunden führten die Gastgeber 1:0. Die Schwaben spielten danach weiter zielstrebig nach vorne, oft lief der Ball dabei über die linke Seite und den auffälligen Daniel Didavi. Der zweite Treffer des VfB folgte bald: Nach einem Eckball von Camoranesi prallte ein Kopfball von Niedermeier von der Latte hinter die Linie (21.). Pogrebnyak hatte danach sogar zwei Mal das 3:0 auf dem Fuß (25., 35.). Kurz darauf reagierte Gladbachs Trainer Michael Frontzeck und brachte Raul Bobadilla für Juan Arango. Es dauerte bis zur 57. Minute, ehe die Gladbacher durch Patrick Herrmann erstmals auf das Stuttgarter Tor schossen - doch Torhüter Sven Ulreich reagierte ausgezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt stand es freilich schon 3:0, weil nach einem erneuten Eckball von Camoranesi wieder Pogrebnyak die Verwirrung im Strafraum der Borussia clever nutzte. Genauso geistesgegenwärtig traf er zum 4:0, nachdem Bailly einen Schuss von Artur Boka hatte abprallen lassen (60.). Kuzmanovic traf per Freistoß, Delpierre per Kopf.


17.09.2010:

"Jeder Sieg tut gut"

Nach dem Auftakt nach Maß in die Europa League Gruppenphase mit dem 3:0-Heimsieg gegen Young Boys Bern steht bereits am Samstag das nächste Spiel für den VfB auf dem Programm. Gegner in der Mercedes-Benz Arena ist Borussia Mönchengladbach. "Das war ein guter Start in die Gruppenphase, aber unser Fokus liegt jetzt auf der Bundesliga. Jeder Sieg tut gut, und Bern war ein starker Gegner. Jetzt wollen wir gegen Gladbach unsere Leistung bestätigen und aggressiv weiterspielen. Bei eigenem Ballbesitz müssen wir noch ruhiger werden und vor dem Tor noch mehr Übersicht an den Tag legen", so Christian Gross, für den sich vor dem Spiel gegen die "Fohlen" die Frage stellt, inwieweit er einzelnen Spielern eine Pause gönnt, ohne seinem Team durch zu viele Wechsel die Stabilität zu nehmen. "Grundsätzlich bin ich für die Rotation. Die funktioniert aber nur, wenn eine Mannschaft eingespielt ist. Das sind wir aber nicht", so der VfB-Cheftrainer.

"Es ist immer ein Spagat, die richtige Balance zu finden"

Maximal drei Änderungen wolle er vornehmen. Sicher sei nur, dass Matthieu Delpierre für Georg Niedermeier den Platz in der Innenverteidigung neben Serdar Tasci einnehmen wird. "Er ist durch seine Präsenz, seine Ausstrahlung und seine natürlich Autorität wichtig für das Team", sagte Christian Gross. Andere Positionswechsel sind dahingegen noch offen. "Ich habe heute über 20 Spieler im Training, das war in den vergangenen Wochen nicht immer so. Stefano Celozzi ist ebenso wieder eine Option wie Timo Gebhart. Es ist immer ein Spagat, die richtige Balance zu finden", erklärte der Schweizer, der eine weitere gute Nachricht zu vermelden hatte: "Philipp Degen beginnt heute wieder mit leichtem Ausdauertraining." Der Schweizer Nationalspieler war bereits gestern zusammen mit seinem gelbgesperrten Zwillingsbruder David, der für Young Boys spielt, in der Arena gewesen und hatte sich den Sieg seiner Mannschaft nach überstandenem Pfeifferschen Drüsenfieber angeschaut. 


14.09.2010:

Freiburg ringt den VfB im Derby nieder

Der VfB Stuttgart kann auch mit Neuzugang Mauro Camoranesi nicht gewinnen. Die Schwaben, bei denen der Weltmeister von 2006 nach einer unauffälligen Vorstellung in der 60. Minute ausgewechselt wurde, unterlagen am 3. Spieltag der Bundesliga nach einer 1:0-Führung noch 1:2 (1:0) beim SC Freiburg. Damit hat der VfB erstmals in der Klubgeschichte die ersten drei Saisonspiele verloren. Der Russe Pavel Pogrebnyak (27.) hatte den VfB in Führung gebracht, der Senegalese Papiss Cisse sorgte für den Ausgleich (58.). Damit hatte Cisse zu diesem Zeitpunkt alle bisherigen fünf Freiburger Pflichtspieltore in der laufenden Saison erzielt.

Diverse Lattentreffer in der Anfangsphase

Julian Schuster sorgte mit einem sehenswerten Distanzschuss für den Freiburger Sieg (71.). Es entwickelte sich in der Anfangsphase ein intensives und emotionsgeladenes Derby. Beide Teams gingen mit großem Einsatz zu Werke und hatten jeweils eine große Torchance. Zunächst traf der Freiburger Jonathan Jäger mit einem abgefälschten Schuss die Latte des VfB-Tores (5.), dann machte es ihm der Stuttgarter Verteidiger Georg Niedermeier auf der Gegenseite nach (13.). Die Gastgeber, die ohne den französischen Stammtorwart Simon Pouplin (Sprunggelenksprobleme) sowie die verletzten Johannes Flum und Tommy Bechmann auskommen mussten, waren anschließend der Führung nahe. Stürmer Cisse vergab aber die beste Möglichkeit (26.).

Cacau bereitet VfB-Führung vor

Besser machte es Pogrebnyak nach Vorarbeit des deutschen
Nationalspielers Cacau. Nach der Führung hatten die Stuttgarter, bei denen der französische Kapitän Matthieu Delpierre, Khalid Boulahrouz, Stefano Celozzi, Philipp Degen und Johan Audel fehlten, zweimal Glück. Der agile Cisse konnte zwei gute Möglichkeiten nicht nutzen (40., 43.). Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts drängten die Freiburger,
bei denen Jäger in der 49. Minute wegen einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste, auf den Ausgleich. Kapitän Heiko Butscher (52.) und Stefan Reisinger (54.) brachten den Ball aber nicht im Tor der Schwaben unter. Zwischen den beiden Möglichkeiten hatte Camoranesi seine beste Szene, als er eine Chance durch Cacau vorbereitete (54.).

Schuster sorgt für die Entscheidung

Besser machte es Cisse vier Minuten später auf der Gegenseite aus kurzer Distanz. In der 69. Minute vergab Cisse per Kopf allerdings die große Chance zur Führung. Schuster ließ sich dagegen nicht zweimal bitten und brachte den zweiten Freiburger Erfolg in Serie in trockene Tücher.

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30.08.2010:

Dortmund jubelt in Stuttgart

Eine schwache erste Halbzeit hat dem VfB Stuttgart einen Fehlstart in die Bundesliga und Tabellenplatz 18 beschert. Die Mannschaft von Trainer Christian Gross unterlag im Duell der Europa-League-Teilnehmer gegen Borussia Dortmund mit 1:3 (0:3) und steht nach zwei Spielen ohne Punkt auf dem letzten Rang. Khalid Boulahrouz per Eigentor (5.), Lucas Barrios (26.) und Mario Götze (37.) brachten den überlegenen Gästen den ersten "Dreier" der neuen Spielzeit. Das Tor von Cacau (69.) kam für die Schwaben zu spät. Die Westfalen verdienten sich den Sieg mit gnadenloser Effektivität in Hälfte eins, bekamen bei den Toren aber großzügige Unterstützung durch zu unentschlossene und unkonzentrierte Schwaben.

Gross baut Startelf um

In der Mercedes-Benz-Arena schenkte die Hausherren den "Schwarz-Gelben" den perfekten Start, als Boulahrouz eine Flanke von Marcel Schmelzer derart unglücklich abfälschte, dass Keeper Sven Ulreich keine Chance hatte. Der Niederländer spielte Rechtsverteidiger, weil Serdar Tasci im Zentrum sein Saisondebüt geben durfte. Auch im Mittelfeld stellte Trainer Christian Gross um: Christian Träsch bildete mit Zdravko Kuzmanovic die "Doppel-Sechs". Christian Gentner musste dafür nach links, Daniel Didavi wieder auf die Bank. Nach der schlechten ersten Hälfte griff Gross ein: Ciprian Marica und Georg Niedermeier mussten raus, Didavi und Martin Harnik kamen rein. Träsch ging nach rechts hinten, Boulahrouz in die Mitte. Vor allem Niedermeier war am 0:2 und 0:3 direkt beteiligt. Zunächst klärte der Verteidiger mit dem Kopf unglücklich zu Kevin Großkreutz, der mit viel Übersicht zurück auf Barrios passte; der Stürmer vollstreckte aus 14 Metern.

BVB vergibt Konterchancen

Dann stimmte bei einer Flanke von Shinji Kagawa die Absprache zwischen Ulreich und Niedermeier nicht, wieder köpfte der Abwehrspieler unkontrolliert zu einem Borussen - dieses Mal nickte Götze aus fünf Metern ein. In der zweiten Hälfte tat Stuttgart mehr, der gegnerische Strafraum schien für die VfB-Profis aber viel zu lange eine verbotene Zone zu sein. Cacau zwang Torwart Roman Weidenfeller erst in der 63. Minute zur ersten Parade - bezeichnenderweise mit einem Distanzschuss. Dortmund spielte seine Konter zu schlampig zu Ende und hätte durch Barrios, der an Ulreich scheiterte, erhöhen müssen. Der BVB musste deshalb nochmal zittern, als Cacau eine Flanke von Zdravko Kuzmanovic, die Weidenfeller unterlaufen hatte, einköpfte und damit die Schlussoffensive einläutete.

Mangelnde Einstellung beim VfB

Allerdings forderten die Stuttgarter die BVB-Youngster auch nicht sonderlich. In der zweiten Halbzeit steigerte sich der Gastgeber zwar, aber mehr als der Ehrentreffer durch Cacau war nicht drin. "Nicht nur das Tor kam zu spät, sondern auch unser Kampfgeist. Wir haben Qualität in der Mannschaft, aber wir müssen besser eingestellt sein", bemerkte der Stuttgarter Kapitän selbstkritisch. "Es passt noch nicht alles bei uns in der Abstimmung und was die Kommunikation angeht", schlug Christian Gentner in die gleiche Kerbe: "Wir bekommen zu viele Gegentore, da muss die komplette Mannschaft im Defensivverhalten besser arbeiten." Gentner räumte ein, dass man nun von "einem Fehlstart sprechen" müsse. Und das ist nichts Neues in Stuttgart.

VfB fehlt die Kompaktheit

Und offenbar schätzen die Verantwortlichen des Europa-League-Teilnehmer nach zwei Niederlagen in der Liga und den Zitterauftritten gegen Slovan Bratislava die Lage als so ernst ein, dass sie auch noch an weitere Verstärkungen denken. "Wir haben noch andere Optionen, jedoch wollen wir mindestens einen Spieler holen, maximal zwei", verriet Bobic: "Beim Zweiten wird es wahrscheinlich an den Finanzen scheitern." Neue Spieler hat der VfB allerdings auch dringend nötig. Der Abgang von Sami Khedira hat ein klaffendes Loch hinterlassen. Die Dortmunder hatten in der ersten Hälfte leichtes Spiel, die VfB-Defensive glich teilweise einem Hühnerhaufen. "Wir müssen uns wieder zurückbesinnen, kompakt zu stehen, damit wir aus der Situation wieder herauskommen", sagte Trainer Christian Gross.

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27.08.2010:

"Von Beginn an diktieren"

Der Freude über das Erreichen der Gruppenphase in der UEFA Europa League folgte am Freitag gleich wieder die Konzentration auf das erste Heimspiel der Bundesliga-Saison gegen Borussia Dortmund am Sonntag. "Unsere Fans, die Mannschaft und ich haben uns sehr über das Weiterkommen gegen einen starken Gegner gefreut, aber jetzt wollen wir am Sonntag auf die Niederlage in Mainz reagieren und das Heimspiel gegen den BVB gewinnen. Mit der Eröffnung der neuen Untertürkheimer Kurve kommt noch mehr Vorfreude auf das Spiel hinzu", sagte Christian Gross, der sich für die tolle Unterstützung beim 2:2 gegen Bratislava bedankte. "Unsere Fans waren fantastisch, vor allem in der zweiten Halbzeit haben sie uns nach vorne gepeitscht."

"Erwarte erneut ein kampfbetontes Spiel"

Auf die Unterstützung der Fans baut der Schweizer auch am Sonntag, wenn mit Dortmund ein Gegner in die Mercedes-Benz Arena kommt, der seine Auftaktpartie ebenfalls mit 0:2 verloren hat. "Wir müssen vor allem bei ruhenden Bällen hochkonzentriert sein, da der BVB über sehr kopfballstarke Spieler verfügt. Ich erwarte erneut ein kampfbetontes Spiel, wie auch gegen Bratislava. Wir müssen das Spiel von Beginn an diktieren und nicht nur reagieren, wie in den Partien zuletzt. Aber das ist typisch für eine Mannschaft, die sich noch finden muss", sagte Christian Gross.

Philipp Degen und Johan Audel fallen aus

Verzichten muss der VfB-Cheftrainer neben Kapitän Matthieu Delpierre, der voraussichtlich im Testspiel gegen Heidenheim am Samstag, 4. September, sein Comeback geben wird, weiterhin auf Stefano Celozzi. "Stefano fällt wahrscheinlich noch 14 Tage mit einer Oberschenkelverletzung aus. Philipp Degen steht aufgrund des Pfeifferschen Drüsenfiebers auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung. Ich hoffe aber, dass es schnell geht. Sein Zwillingsbruder David, der bei Young Boys Bern spielt, hatte dieselbe Krankheit im Februar und war nach etwa drei Wochen wieder fit. Außerdem muss Johan Audel heute oder morgen am Knöchel operiert werden. Er hat sich im DFB-Pokalspiel in Babelsberg verletzt und kommt um den Eingriff nicht herum." Sportdirektor Fredi Bobic: "Die Ausfälle der beiden Neuzugänge sind natürlich sehr bitter. Aber es ist auch positiv, dass sich Johan Audel trotz seiner Verletzung gegen Bratislava in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Bei diesen Auftritten hat er gezeigt, über was für ein Potenzial er verfügt, obwohl er nicht hundertprozentig fit war." 

Für das Spiel gegen den BVB gibt es noch rund 1.000 Karten. Zum ersten Mal wird die neue Untertürkheimer Kurve 15.400 Fans Platz bieten, unter anderem auch den Anhängern, die sonst in der Cannstatter Kurve für Stimmung sorgen sowie den Gästefans. 


23.08.2010:

Niederlage zum Bundesligaauftakt

Der VfB verlor das Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 mit 0:2 und startete mit einer Niederlage in die 48. Bundesligasaison. In der ersten Halbzeit vergab Cacau einen Elfmeter, anschließend entschieden zwei FSV-Neuzugänge die Partie für den Gastgeber. Beide Mannschaften agierten in ihrer ersten Partie der neuen Saison vorsichtig, auch wenn Cacau bereits in der dritten Minute aufs Tor von Christian Wetklo schoss, jedoch um einige Meter verfehlte. Mainz kam in der 12. Minute nach einem langen Pass auf Lewis Holtby das erste Mal gefährlich vor den Kasten von Sven Ulreich, der den Lupfer des Mittelfelddribblers aber locker auffing. Nach einer weiteren Gelegenheit für die 05er, die Khalid Boulahrouz vereitelte, bediente Cristian Molinaro VfB-Angreifer Ciprian Marica, der im Sechzehner von Nikolce Noveski gefoult wurde. Den fälligen Elfmeter, den Kapitän Cacau verwandeln wollte, hielt aber Wetklo und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. Der VfB, der mit Philipp Degen und Christian Gentner zwei Neuzugänge in der Startformation hatte, war nun überlegen. Nach einer Ecke von Timo Gebhart auf den zweiten Pfosten köpfte Zdravko Kuzmanovic drüber. Dann der Schock für das Gross-Team. Holtby sah eine Lücke in der Innenverteidigung, steckte auf Mainz-Neuzugang Sami Allagui durch, der im Fallen das runde Leder im langen Eck zum 1:0 (26.) versenkte.

Mit viel Glück und der Stirn abgewehrt

Jetzt war es eine offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Zunächst flankte Christian Fuchs auf Allagui, der knapp am Tor vorbei köpfte, dann umdribbelte Marica FSV-Kapitän Noveski und schob den Ball an Wetklo vorbei. Doch auf der Linie klärte Radoslav Zabavnik. In der 36. Minute probierte es Standartspezialist Fuchs aus großer Distanz mit einem direkten Freistoß, den Sven Ulreich mit viel Glück und seiner Stirn abwehren konnte. Mit der 1:0-Führung für die Mannschaft von Thomas Tuchel ging es dann in die Kabinen.

Lattentreffer des eingewechselten Adam Szalai

Die zweite Hälfte begann mit dem nächsten Tiefschlag für den VfB. Nach einem Freistoß von Bo Svensson kam FSV-Neuzugang Morten Rasmussen in der Strafraumecke zum Kopfball und setzte diesen mit einer Bogenlampe ins Netz hinter Sven Ulreich zum 2:0 (47.). Dem VfB fiel in der Offensive in der Folge nicht viel ein. Lediglich ein Alleingang von Timo Gebhart sorgte für Gefahr, doch dessen Schuss aus 17 Metern ging übers Tor der Mainzer. Die Spieler aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz hätten ihrerseits die Führung weiter ausbauen können. Zunächst passte Fuchs auf Holtby, doch Ulreich wehrte den Versuch des Leihspielers von Schalke 04 zur Ecke ab. Dann bediente Rasmussen seinen Sturmpartner Allagui, der aus elf Metern drüber schoss. Kurz darauf zielte erneut Allagui zu hoch, ehe der eingewechselte Adam Szalai aus 15 Metern den Ball an die Latte drosch.

Christian Wetklo verhinderte den Anschlusstreffer

VfB-Cheftrainer Christian Gross probierte alles und brachte mit Johan Audel, Martin Harnik und Pavel Porgrebnyak drei neue Offensivkräfte, die jedoch auch keine nennenswerten Torchancen herausspielen konnten. Doch nicht nur im Angriff fehlte die nötige Abstimmung und Sicherheit, auch in der Defensivarbeit ließ der VfB dem Gegner zu viel Platz und zu viele Gelegenheiten zu. In der 79. Minute probierte es Christian Träsch mit einem Distanzschuss, zielte aber vorbei. Auf der Gegenseite flankte Fuchs auf Szalai, der neben das Tor köpfte. Kurz vor Schluss setzte sich Audel über links durch und flankte nach Innen, wo Christian Gentner es direkt probierte. Christian Fuchs fälschte den Ball gefährlich ab, doch Wetklo war zur Stelle und verhinderte den Anschlusstreffer für den VfB. Es blieb letztlich bei der Auftaktniederlage für die Mannschaft von Christian Gross, die sicherlich auch noch das schwere Playoff-Hinspiel in der Europa League am vergangenen Donnerstag in Bratislava in den Beinen hatte. Am kommenden Sonntag kann es der VfB zu Hause gegen Borussia Dortmund wieder besser machen und die ersten Punkte in der Bundesliga einheimsen.

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08.08.2010:

Dynamischer Außenverteidiger

Auch wenn die zwei Jahre beim FC Liverpool nicht wunschgemäß verliefen, hat VfB-Neuzugang Philipp Degen in seiner Zeit beim Rekordmeister der Premier League viele wichtige Erfahrungen gesammelt, um beim VfB einen weiteren Schritt in seiner Karriere zu machen.
Begonnen hat diese 2001 beim FC Basel, wo er unter Christian Gross bis zu seinem Wechsel im Sommer 2005 zu Borussia Dortmund 55 Spiele bestritt und 4 Tore erzielte. In der Schweiz gewann der 27-Jährige 2004 und 2005 mit dem FCB die Meisterschaft. In der Saison 2002/03 spielte er auf Leihbasis für den FC Aarau und absolvierte dort 16 Partien.

68 Bundesligapartien für Borussia Dortmund

Die Herausforderung in der Bundesliga meisterte der 32-malige Schweizer Nationalspieler, der an der WM 2006 und der EM 2008 teilnahm, mit Bravour. In seiner ersten Saison lief er in 31 Bundesligaspielen für den BVB auf und schoss ein Tor. Bis zu seinem Wechsel auf die britische Insel zur Saison 2008/09 war der dynamische Außenverteidiger in 68 Bundesligapartien für die Borussen im Einsatz. In Liverpool streifte sich Degen siebenmal in der Premier League, einmal im FA-Cup und viermal im League Cup das Trikot der Reds über.

"Freue mich auf die Herausforderung"

Nun will Philipp Degen beim VfB ein zweites Mal in der Bundesliga sein Können zeigen. "Ich freue mich auf die Herausforderung und die tollen VfB-Fans. Ich will meine Chance unbedingt nutzen. Es ist schön, wieder mit Christian Gross zusammenzuarbeiten. Mit ihm hatte ich eine sehr erfolgreiche Zeit in Basel", sagte Philipp Degen.


31.07.2010:

Ayew will zum VFB

Mit dem Ghanaer (spielte vier von fünf Begegnungen in Südafrika) sind sich die Stuttgarter bereits einig. Das bestätigt Sportdirektor Jochen Schneider: „Der Spieler will zu uns.“ Problem: Ayew (sprich: „Ajuh“) hat noch ein Jahr Vertrag beim französischen Meister Olympique Marseille. Und die Franzosen fordern nach der guten WM des Mittelfeldspielers rund fünf Millionen Euro Ablöse. Allerdings: Der Linksfuß will unbedingt weg aus Marseille. Dort fand er nie groß Beachtung, wurde letzte Saison auf Leihbasis zum Zweitligisten AC Arles-Avignon abgeschoben. In Stuttgart hingegen ist Ayew der Wunschspieler von Trainer Christian Gross. Der Schweizer hatte zuletzt immer wieder Verstärkungen für die Offensivpositionen im Mittelfeld gefordert.

Trotz der Millionen-Ablöse für Khedira sitzt beim VfB das Geld aber weiterhin nicht locker. Ein erstes Angebot, das die Stuttgarter für Ayew abgegeben haben, soll bei nur rund einer Mio Euro gelegen haben.


28.07.2010:

"Eine Ehre für mich"

Ein wahres Blitzlichtgewitter brach über das Podium im Pressekonferenzraum der Mercedes-Benz Arena herein, als Vorstand Ulrich Ruf sowie die Sportdirektoren Jochen Schneider und Fredi Bobic Platz nahmen. Gemeinsam mit Schneider wird Bobic ab sofort die Doppelspitze des Direktionsbereichs Sport des VfB Stuttgart bilden. "Ich freue mich, dass wir Fredi Bobic heute als neuen Sportdirektor des VfB vorstellen dürfen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er als junger Spieler zum VfB kam. Schon damals waren sein Ehrgeiz und Tatendrang groß. Fredi Bobic hat sich immer mit dem VfB identifiziert und als Spieler schnell eine Führungsrolle übernommen", betonte Ulrich Ruf, der zudem hervorhob, dass sich der 38-jährige Europameister von 1996 nach dem Ende seiner Spielerkarriere auf "vielfältige Weise" weitergebildet habe -  unter anderem durch mehrere Praktika im Profisport, durch ein Engagement bei der Deutschen Fußball-Liga GmbH, seine Tätigkeit als Geschäftsmann im Sportsektor, als TV-Experte und vor allem natürlich durch seine Managertätigkeit beim bulgarischen Erstligisten Cherno More Burgas.

"Keine One-Man-Show, sondern Teamarbeit"

Fredi Bobic selbst erwähnte darauf, dass er zuerst sowohl über den Weggang von Horst Heldt als auch die Kontaktaufnahme des VfB zu ihm überrascht war. "Es ist nun elf Jahre her, dass ich von hier weggegangen bin. Ich wollte die große weite Welt sehen und ich habe sie gesehen. Als der erste Anruf vom VfB kam war ich überrascht und geehrt zugleich. Die Gespräche mit Erwin Staudt, Ulrich Ruf und Jochen Schneider waren von Beginn an durchweg positiv und für mich war schnell klar, dass ich diese Herausforderung annehmen möchte", betonte Fredi Bobic und sagte zudem: "Ich freue mich auf eine interessante und fruchtbare  Zusammenarbeit mit Jochen Schneider. Profifußball ist heutzutage längst keine One-Man-Show mehr, sondern erfordert Teamarbeit. Jochen Schneider und ich kennen und schätzen uns schon sehr lange und wir werden immer als Team arbeiten und Entscheidungen treffen. Der VfB ist der Verein, für den ich am liebsten gespielt habe und für mich einer der fünf Top-Klubs Deutschlands." Dem pflichteten Jochen Schneider und Ulrich Ruf bei und wünschten dem Neuzugang einen guten Start für seine zweite Karriere im Zeichen des roten Brustrings, die schon direkt nach der Pressekonferenz begann, als sich Fredi Bobic der Mannschaft vorstellte.


27.07.2010:  

Fredi Bobic ist neuer Sportdirektor

Als Musterprofi, Führungsspieler und Torfabrik ist Fredi Bobic den VfB-Fans aus seiner Zeit als Aktiver noch bestens in Erinnerung. Nun kehrt er in neuer Funktion zum VfB Stuttgart zurück. Ab sofort gestaltet und vertritt der in Maribor geborene Sohn eines Slowenen und einer Kroatin als Sportdirektor gemeinsam mit Jochen Schneider die sportlichen Belange des Vereins.

Siegtreffer für den VfB beim Bundesligadebüt

Beim VfB feierte der heute 38-Jährige seine größten Erfolge als Fußballprofi. Doch bevor er seinen Torriecher in der Bundesliga unter Beweis stellen konnte, erlernte der verheiratete Vater zweier Töchter das Fußballspielen in der Jugend des VfR Bad Cannstatt und dann, von 1980 bis 1986, in den VfB-Jugenden. Die nächste Station hieß Stuttgarter Kickers, wo er mit in den A-Junioren 1990 DFB-Pokalsieger wurde. Bevor Fredi Bobic 1994 sein Erstligadebüt beim VfB gab, wurde er in seiner Zeit beim TSF Ditzingen 1992 Oberliga-Torschützenkönig und erzielte von 1992 bis 1994 für die Stuttgarter Kickers in 62 Zweitligapartien 26 Treffer. Am 19. August 1994 spielte sich Fredi Bobic bei seinem ersten Einsatz für den VfB gleich in die Herzen der Fans, als er nach seiner Einwechslung gegen den HSV in der letzten Minute den Siegtreffer zum 2:1 erzielte. Von da an ging es weiter steil bergauf.

Krönung der Ära des "magischen Dreiecks" durch den DFB-Pokalsieg 1997

Gemeinsam mit Krassimir Balakow und Giovane Elber prägte er den Begriff des "magischen Dreiecks". Das Trio begeisterte nicht nur die VfB-Anhänger, sondern sorgte mit seinem spektakulären Offensivspiel für Aufsehen in ganz Fußballdeutschland. Selbst im Ausland sprachen Kenner der Bundesliga ehrfürchtig vom „magic triangle" aus Stuttgart. Gekrönt wurde diese Ära mit dem DFB-Pokalsieg 1997. Insgesamt gelangen Bobic in 148 Bundesligaspielen für den VfB 69 Tore. In der Saison 1995/96 wurde er mit 17 Treffern Torschützenkönig. Nach dieser Saison wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in England Europameister. Der abschlussstarke Mittelstürmer erzielte in 37 Einsätzen für das DFB-Team zehn Tore. International trug der gelernte Einzelhandelskaufmann, der zuletzt als Manager des bulgarischen Erstligisten Cherno More Burgas arbeitete, zwölf Mal die Farben des VfB in Europapokalspielen und schoss acht Tore. 1998 scheiterten Bobic & Co. im Wettbewerb der Pokalsieger erst im Finale, als man dem FC Chelsea mit 0:1 unterlag.

Kroatischer Pokalsieg zum Karriereende als Fußballprofi

Nach den weiteren Stationen als Profi bei Borussia Dortmund (1999 bis 2002), Bolton Wanderers (2002), Hannover 96 (2002/03) und Hertha BSC Berlin (2003 bis 2005) ließ Fredi Bobic seine Karriere beim kroatischen Klub NK Rijeka ausklingen und wurde zum Ende seiner Laufbahn 2006 noch kroatischer Pokalsieger. 

 

25.06.2010:   Heldt Nachfolge: Bobic gegen Müller

 

      

Verräter

 

Publikumsliebling und mein Favorit

 

Fachmann

 

Am Tag danach dachte Erwin Staudt an die Zukunft. Der VfB-Präsident ging mit dem Finanzvorstand Ulrich Ruf und dem Sportdirektor Jochen Schneider in Klausur, um zu überlegen, wie es nach dem bevorstehenden Abgang von Horst Heldt weitergehen soll. Der Manager hatte am Mittwoch erklärt, dass er zum FC Schalke gehen will. Dort könnte er nach StZ-Informationen rund drei Millionen Euro verdienen - und damit doppelt so viel wie in Stuttgart. Noch verweigert der VfB jedoch aus taktischem Kalkül die Freigabe. Denn der Poker um die Ablöse hat begonnen, und Staudt, Ruf sowie Schneider suchen bereits den Nachfolger von Heldt. Offenbar gibt es einen Kreis von vier Kandidaten - mit den Favoriten Fredi Bobic und Andreas Müller an der Spitze.
Bobic (38) war am Donnerstagmorgen noch in Frankfurt, wo er an einer WM-Sponsorenaktion teilgenommen hat. Anschließend fuhr er nach Salach bei Göppingen, wo am Abend ein Spiel der Stuttgarter Traditionsmannschaft stattfand, für die Bobic regelmäßig aufläuft. Nach der Kontaktaufnahme am Mittwoch nutzte die Vereinsführung des VfB diesen Anlass für ein weiteres Gespräch mit Bobic, der seine Vorstellungen erläuterte. Sein momentaner Job als Manager des bulgarischen Erstligisten Chernomorets Burgas wäre dabei kein Hindernis. Denn der Club mit dem Trainer Krassimir Balakov hat schon signalisiert, dass er die Freigabe erteilen würde. Bobic würde auch ins Stuttgarter Anforderungsprofil passen. Er ist ein alter VfBler mit 148 Bundesligaeinsätzen zwischen 1994 und 1999 - und er hat zudem anschließend eine breitgefächerte Ausbildung absolviert, angefangen von einem Praktikum bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) über Hospitanzen bei Clubs im Ausland bis zu Einweisungen ins Mediengeschäft. Während dieser Zeit hat er zweimal ein Managerangebot von Hannover 96 abgelehnt, aber beim VfB würde er sicher Ja sagen.

Hat Bobic die notwendigen Beziehungen?

Die Frage, die sich Staudt und seine Kollegen stellen, lautet allerdings, ob Bobic auch über die notwendigen Beziehungen verfügt. Das ist ein entscheidender Faktor bei der Transferpolitik - und da will der VfB nichts riskieren, vor allem nicht in der momentanen Phase, in der die Weichen für die neue Saison gestellt werden müssen. So wägen die Verantwortlichen um Erwin Staudt das Für und Wider der Bewerber ab. Ein wichtiges Kriterium wird auch sein, wie sich Bobic bei dem Treffen am Donnerstag präsentierte und welche Vorstellungen und Ziele er für den Fall der Fälle hätte. Passt das zum VfB - oder passt es nicht? Von der Antwort hängen auch die Aussichten von Andreas Müller (47) ab, der wie Bobic eine enge Verbindung nach Stuttgart hat. Er spielte 111-mal für den VfB, ehe er 1987 nach Hannover und im Jahr darauf zum FC Schalke wechselte. Als er dort seine aktive Karriere im Sommer 2000 beendete, stieg er direkt ins Management des Clubs ein - als eine Art Lehrling unter Rudi Assauer. Im Mai 2006 trat er dessen Nachfolge an. Ein Amt, das er zunächst erfolgreich ausübte. Die Probleme kamen später - vor allem nach der Verpflichtung des holländischen Trainers Fred Rutten.

Müller gilt als Fachmann

Schalke rutschte in die Krise, die Müller nicht stoppen konnte. Das fließt jetzt auch in die Beurteilung beim VfB als negatives Merkmal mit ein. Aber Müller hat sein Handwerk von der Pike auf gelernt und gilt als Fachmann mit einem großen Netzwerk. Am 9. März wurde er auf Schalke beurlaubt. Seither ist er ohne Job. Doch egal, ob nun Bobic, Müller oder ein Außenseiterkandidat beim VfB den Zuschlag erhält: die Zeit drängt. Denn klar ist inzwischen, dass der (Noch-)Manager Horst Heldt auf dem Clubgelände nicht öffentlich in Erscheinung treten wird, wenn der Trainer Christian Gross seinen Kader ohne die sechs WM-Fahrer am Freitag um zehn Uhr in der ersten Einheit der neuen Saison zum Laktattest bittet. Abends fährt der VfB dann ins erste von drei Trainingslagern ins Schweizer St. Moritz - erneut ohne Heldt, der allerdings noch in Stuttgart zum Dienst erscheinen wird, bis die Auflösung seines bis 2013 datierten Vertrages geregelt ist. Heldts Abgang beim VfB ist neben dem Tempo, in dem der Club bei der Nachfolgersuche vorankommt, vor allem eine Frage des Geldes. Doch die im Raum stehenden 1,5 Millionen Euro Ablöse sollten - zumindest nach Heldts eigenem Urteil - für den FC Schalke kein Problem darstellen. Schließlich sei gerade die höhere Wertschätzung, die man ihm vonseiten der Königsblauen entgegenbringe, neben den Verdienstmöglichkeiten ein Hauptgrund für den Tapetenwechsel des 40-Jährigen. So beklagte Heldt zuletzt beim VfB, er könne seinen Vorstandsposten nicht ausreichend mit Inhalten füllen, weil ihm dazu der Handlungsspielraum fehle. Daher sah Heldt nun den idealen Zeitpunkt für den Absprung gekommen. Schließlich stehe die Mannschaft in weiten Teilen. Für alles weitere seien die nötigen Kontakte geknüpft - so dass der Nachfolger übernehmen könne.

 


 

21.05.2010:

Trainingsauftakt des VfB

Wenn Christian Gross und sein Team die Testspiele am Donnerstag in Ebersbach und am Freitag in Ilsfeld absolviert haben, geht der VfB in die Sommerpause. Nach der gesicherten Teilnahme an der UEFA Europa League und den damit verbundenen Play-off Spielen steht der Sommerfahrplan für die Lizenzspieler des VfB fest.

Der Trainingsauftakt in Stuttgart ist am 25. Juni um 10.00 Uhr. Vom 26. Juni bis 02. Juli befindet sich der VfB im Trainingslager in St. Moritz (Schweiz), und vom 07. bis zum 14. Juli findet ein Trainingslager in Donaueschingen statt. Am 09. Juli bestreitet der VfB ein Testspiel in Waldshut-Tiengen gegen Grasshopper Zürich und am 14. Juli trifft der VfB im Testspiel in Stuttgart auf die Stuttgarter Kickers. Vom 20. bis zum 23. Juli nehmen Christian Gross und sein Team am Uhren Cup 2010 in Grenchen teil. Am 29. Juli findet das Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde in der UEFA Europa League statt. Vom 30. Juli bis zum 04. August weilt der VfB zum Trainingslager in Friedrichsruhe, und am 05. August ist das Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde in der UEFA Europa League.

Saison Opening am 08. August in Stuttgart

Am 08. August dürfen sich die Fans auf das große Saison Opening in Stuttgart freuen. Die erste Hauptrunde im DFB-Pokal ist am 13./14./15. August. Sollte sich der VfB in der dritten Qualifikationsrunde der UEFA Europa League durchsetzen, findet am 19. August das Hinspiel der ersten Play-off Runde statt. Die DFL hat den ersten Bundesliga-Spieltag für den 20./21./22. August angesetzt. Am 26. August wäre das Rückspiel der ersten Play-off Runde in der UEFA Europa League, und am 27./28./29. August findet der zweite Bundesliga-Spieltag statt.
 


20.05.2010:

Partnerschaft offiziell präsentiert

Der Pressekonferenzraum in der Mercedes-Benz Arena war voll besetzt, als VfB-Präsident Erwin Staudt und Dr. Eduardo Garcia, Gründer, Inhaber und Vorstand der garmo AG, die neue Partnerschaft verkündeten. In seiner Rede erläuterte Erwin Staudt, dass damit ein wichtiges Kapitel in der Zukunftsplanung des VfB geschlossen wurde. In der Finanz- und Wirtschaftskrise sei es nicht einfach gewesen, einen neuen Hauptsponsor dieser Güte zu finden, der darüber hinaus optimal zum VfB passe. "Mit der garmo AG und ihrer Premiummarke GAZi können wir uns uneingeschränkt identifizieren. Unsere Strategien stehen im Einklang, da nicht nur der VfB, sondern auch GAZi in Deutschland und in Europa eine gute Rolle spielen. Beide Unternehmen sind an einer vertrauensvollen und langfristigen Zusammenarbeit interessiert." Der Kontakt zur garmo AG wurde vor zwei Jahren intensiviert, als klar war, dass die zweite Mannschaft des VfB ihre Heimspiele in der 3. Liga im GAZi-Stadion auf der Waldau austrägt. Seither ist bei den Heimspielen des VfB II das komplette Stadion mit GAZi-Werbung versehen.

Ein Ritterschlag von Günter Sawitzki

Dr. Eduardo Garcia stellte hingegen zunächst seine persönliche Verbindung zum VfB dar. Schon als kleiner Junge stand er im A-Block und feuerte den VfB an. Anfang der 1960er Jahre trug er als Jugendspieler das VfB-Trikot und kann sich noch gut daran erinnern, dass ein Schulterklopfen von Torwart-Legende Günter Sawitzki damals "wie ein Ritterschlag war". In all den Jahren war der promovierte Diplom-Ökonom immer VfB-Fan und das obwohl er seit langem auch die Stuttgarter Kickers unterstützt. Das Engagement bei den Kickers war im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit dem VfB kein Hindernis, so Dr. Garcia: "Die Vereine sind doch keine Feinde, sondern wir sind alle Stuttgarter." Zudem betonte er: "Der VfB ist ein seriöser, gut aufgestellter und perfekt organisierter Verein, der zu uns passt. Wie der VfB ist auch GAZi innovativ und expansiv." Auch seine Vorstellungen einer Partnerschaft erläuterte Dr. Eduardo Garcia: "Es ist eine Ehre für mich, Partner des VfB zu sein. Partnerschaft heißt für mich, dass wir Probleme zusammen lösen und gemeinsam Erfolge feiern. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam." Unter dem Blitzlichtgewitter der anwesenden Fotografen unterschrieben anschließend die beiden obersten Repräsentanten den Partnerschaftsvertrag. Mit der Präsentation des neuen VfB-Trikots endete der offizielle Teil und die anwesenden Medienvertreter konnten sich voll und ganz den dargebotenen kulinarischen Köstlichkeiten aus der großen Produktwelt von GAZi zuwenden.
 

 

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